Lange Zeit beschäftige ich mich schon mit dem mysteriösen MayDay-Update , denn diese klitze kleine Algo-Anpassung dürfte die Haarfärbemittelindustrie ordentlich angekurbelt haben. ( weil viele SEOs über Nacht graue Haare davon bekamen... hehe.)
Das letzte PageRank-Update war am 3. April 2010, kurz darauf füllten sich in Webmaster- und SEO-Foren ganze Threads mit Wehklagen verärgerter Menschen, nicht etwa des PageRanks wegen, sondern über Traffic Einbuße im Long-Tail-Sector. Man munkelte etwas von einer Algorithmusanpassung seitens Google, die alsbald schon vom Sprachrohr Googles "Matt Cutts" genauso bestätigt wurde.
Was heisst Algorithmenanpassung überhaupt?
Zunächst verstehe ich unter einem Google-Algorithmus folgendes: Dass dem Ranking konkurrierender Websites in Google vorrangig kein manuelles Eingreifen zugrunde liegt, sondern dass eine maschinelle Auswertung anhand von vordefinierten Parametern, den sogenannten Rankingfaktoren, permanent im Hintergrund stattfindet. Und eine Anpassung wäre dann eine dauerhafte Systemänderung dieser Parameter, die sich von manuellen, zeitlich beschnittenen Maßnahmen unterscheidet.
Und was ändert Google genau?
Google schraubt täglich an der Algorithmenschraube (hat ja sonst nix zu tun, der Gute ...hehe) , einige dieser Änderungen sind nur harmlose, temporäre Tests , andere wiederum haben nachhaltig Bestand, doch das bekommen wir eigentlich alles gar nicht mit, weil sie im Verborgenem, ausserhalb des Radars der SEO-Community stattfinden. Google versucht damit einerseits seinen Ruf zu bewahren, "undurchschaubarer als ne Coke zu sein" und andererseits sich damit selbst zu optimieren, macht also im Grunde nichts anderes als wir: Suchmaschinenoptimierung, nur halt andersrum. :-)
Ich schätze, dass alleine die Anti-Spam-Abteilung rund um Matt Cutts ca. 5-10 Algorithmusänderungen pro Tag vornimmt , und wie viele von diesen Anpassungen dann letztendlich auch permanent bleiben, weiss nur Google selbst.
Aber eine dieser zahlreichen Änderungen am Google-Suchalgo, die definitiv als permanent und gewichtig zu betrachten ist, konnte aufgedeckt werden:
das MayDay-Update .
Was bedeutet das MayDay-Update?
Google hat die Ranking-Karten im Longtail neu gemischt und damit entschieden, wer hier weiterhin eine Authorität sein darf und wem zukünftig der Traffic bei längeren Suchanfragen ausbleiben soll.
Wie reagiere ich als SEO darauf?
Ok, ich weiss schon, dass Dir net geholfen wäre, wenn ich jetzt sagen würde, "schreibe einfach besseren Content als die Konkurrenz!". Um eine echte Longtail-Authorität zu werden, bedarf es auch weitaus mehr, denn wer weiss schon, wie viele Parameter beim MayDay-Update tatsächlich angepasst wurden. 10? 100? 1000?
Ich habe aber in den letzten Wochen eine OnPage-Strategie entwickelt, die ich als "die Antwort auf das MayDay-Update" betrachte, ich nenne sie, die AUD-Methode. / Bevor ich aber erkläre, wofür "aud" jetzt genau steht, möchte ich noch genauer erklären, was ich unter Short- und Long-Tail verstehe.
Was ist der Short-Tail?
Das sind Suchanfragen mit 1-2 Keyword(s), also zum Beispiel: "Google" oder "PageRank steigern".
Was ist der Long-Tail?
Alle Suchanfragen ab 3 Keywords oder länger, also zum Beispiel:"Fertighaus in Polen kaufen" oder "Wie viel Uhr ist es gerade?"
Warum hat Google das MayDay-Update gemacht?
Wollen wir uns zunächst in Google himself versetzen, um das ganze Mysterium besser zu verstehen. Googles Suchsystem (Indexierung & Ranking) benötigt -ganz simplifiziert betrachtet- eigentlich nur 2 Dinge, um damit einen Erfolg ( Nutzer klickt auf Ergebnis) zu erzielen: Input + Zeit.
1. Input (Der Nutzer gibt etwas ins Suchfeld ein, warum auch immer)
2. Zeit ( Google benötigt etwas Zeit um ihm dann relevante Ergebnisse innerhalb seines Index zu liefern)
3. Erfolg ( Der Nutzer klickt auf ein Suchergebnis und ist dann hoffentlich glücklich und schreit net " YaBing!")
Für Google stellt es also schon einen Erfolg dar, wenn er einen Nutzer innerhalb kürzester Zeit anhand eines Inputs nur dazu bewegen konnte, auf ein Suchergebnis zu klicken; das ist Googles alleinige Bestimmung; Irgendwie romantisch, oder? :)
Aus Sicht von Google, würde ich mal einfach behaupten wollen, dass es Long-Tail-Suchanfragen-obwohl sie komplexer scheinen- bevorzugt bedient, weil die Erfolgsrate (CTR) dort erheblich höher ist (1-Wort-Keys wie "Face" und "You" mal aussen vorgenommen). Und der Erfolg von Google Suggest gibt mir hier auch Recht, wie ich finde. Der Grund liegt auf der Hand:
1. Mehr Suchbegriffe = besserer Input - da bei Long-Tail-Suchen vergleichsweise mehr Input erfolgt, hat es Google leichter, "zu verstehen" was der Nutzer suchen könnte. Die vorhandenen Satzbausteine der langen Suchanfrage wurden bestimmt schon von anderen Menschen im selben Kontext so oder ähnlich irgendwo in den Weiten des Webs (Foren, Answere-Sites, Networks, Blogs) verwendet, weil sie ein ähnliches Problem hatten und nach Rat fragten.
2. Mehr Suchbegriffe = mehr Zeit - Ausserdem dauern Längere Eingaben normalerweise auch länger , somit hat Google mehr Zeit , die "passendere Seite" zu finden. Auch wenn es sich hierbei doch nur um Sekunden handeln dürfte, kann es die Qualität der Ergebnisse enorm beeinflussen. Zum Vergleich: Wenn ein Super-Schachcomputer, wie zum Beispiel DeepBlue, über einen Schach-Zug nur ein paar Milli-Sekunden länger nachdenken darf, erhöht das seine Spielstärke beträchtlich! (wie viel Elo jetzt genau, kann ich aber net sagen, heisse ja net Karpov!..hehe )
Die AUD-Methode
Wir fassen kurz zusammen: Google erzielt mit Long-Tail-Suchanfragen in der Regel eine höhere Erfolgsrate beim Nutzer. Das MayDay-Update soll diese Erfolgsrate wahrscheinlich nur weiter maximieren und sonst tut es nix. Mit diesen Hintergrundinformationen möchte ich meine SEO-Onpage-Methode, die "AUD-Methode" heute kurz vorstellen. Wenn Du bei Longtail-Suchen bei Google die vorderen Plätze einnehmen willst, dann solltest Du diese SEO-Methode wirklich nicht ausser Acht lassen!
Mein Konzept der AUD-Methode geht dabei von folgender Annahme aus:
Bei Long-Tail-Suchanfragen geht Google wahrscheinlich davon aus, dass der Nutzer oder die Nutzerin ein ganz konkretes und zudem zeitnahes Problem hat und eine möglichst genaue Lösung oder sinnvolle Handlungsanweisung erwartet. Wahrscheinlich hat Google seine Bewertungskriterien genau nach diesem Hintergrund neu angepasst.
Die AUD-Methode ist jetzt ein OnPage-Instrument , welches ich extra für das MayDay-Update ausgetüfftelt habe....Und ich muss sagen, dass es mir bis jetzt bei der Onpage-Optimierung sehr gute Dienste geleistet hat. AUD bedeutet, dass der Content einer Webseite 1. aktuell, 2. umfassend (grammatikalisch) und 3. detailliert (inhaltlich) sein muss, damit er potentiell höher rankt.
Hier die Erklärung zu den einzelnen Punkten :
1. Aktuell - Datum einfügen ist sau-wichtig!
Der Post muss noch nicht mal aktuell sein, aber ein Datum sollte unbedingt in der Nähe des Titels stehen. Ist dies nicht möglich, dann sollte auf aktuelle Beiträge anderer Websites gelinkt werden.
2. Umfassend (grammatikalisch)- Das dürfte die arbeitsintensivste OnPage-Aufgabe überhaupt sein! Der Inhalt ist hierbei weniger wichtig, es kommt hauptsächlich darauf an, dem Googlebot die selbe Informationen in möglichst vielen verschiedenen Umschreibungen zu präsentieren, damit man mögliche Satzkonstruktionen eines Suchenden exakt trifft.
Wenn Du zum Beispiel mit den Google Webmastertools feststellst, dass Du über ein Long-Tail gefunden wirst (z.B. "Woran erkenne ich, dass mich mein Mann betrügt?" ) , dann arbeite mit Konjunktionen (ich erkenne, du erkennst, er/sie/es erkennt, ect), Wortvarianten (dass und daß), Synonyme (fremdgehen, betrügen, Seitensprung machen, ect) und Vertauschen von ganzen Satzkonstruktionen , um den Long-Tail optimal zu bedienen.
Hier ein Bespiel von "grammatikalisch umfassend" :
1. Woran erkenne ich, dass mich mein Mann betrügt?
2. Wie erkenne ich, dass man betrogen wird?
3. Wie erkennt man, daß ich betrogen werde?
4. Kann ich es erkennen, dass ich von meinem Partner hinters Licht geführt werde?
5. Ich wurde -glaube ich- von meinem Mann betrogen.
6. Ich glaube, dass ich betrogen werde.
7. Er hintergeht mich, da bin ich ganz sicher.
8. Wie decke ich einen Seitensprung auf?
9. Er setzt mir Hörner auf- wie decke ich das auf?
Inhaltlich steht dort oben immer Dasselbe, aber mit Synonymen, Konjunktionen & Satzbauverschiebungen steigt die Wahrscheinlichkeit extrem an, im Long-Tail mehr Suchphrasen zu treffen und damit relevanter zu erscheinen.
3. Detailliert (inhaltlich) - Ich empfehle weiterhin auf möglichst lange Sätze zu bauen, also den abschliessenden Punkt möglichst lange hinaus zuschieben und stattdessen öfters mal ein Komma zu verwenden. Die Idee rührt nach folgender Annahme: Leute die verkaufen wollen, nutzen häufig kurze Sätze, aber wer detalliert informieren will, der schreibt langatmig und holt auch gerne mal länger aus. Was die Anzahl der Wörter im Text betrifft, bin ich mir allerdings gar nicht sicher. Google ändert hier wahrscheinlich auch gerne mal, damit man als SEO-Writer nie die exakte Keyword-Dichte bestimmen kann.
AUD-Methode Zusammenfassung:
A wie Aktualität (Datum nahe am Posttitel verwenden und/ oder auf brandaktuelle Sites linken)
U wie umfassend (Grammatikalische Ausreizung desselben Inhalts mit Konjunktionen, Synonymen und Satzbausteinverschiebungen erzeugen)
D wie Detail ( Lange Sätze schreiben und Kurze vermeiden, dabei inhaltlich so weit wie möglich in die Tiefe gehen)
GrUsS DoFOlLOWBlogger
sTay DoFollOW!
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1# —14. Dezember 2010 um 13:36 UhrMuss ich so mal sagen. Das ist einer der Besten Artikel zum Thema dieses Mayday-update.
Bis auf die Sache mit dem Datum für mich alles nachvollziehbar und richtig. Habe bei einer meiner Seiten vor ca. einem Jahr angefangen Begriffe rund um mein Thema ausfühlich zu erklären (also eine Art Lexikon). Das macht viel Arbeit, speziell bei der Recherche. Aber der Lohn sind extreme Anstiege der Zugriffe per Long-tails.