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  1. Oliver
    ·
    4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Die Kunst, dort zu sein, wo man ist, 20. August 2016
    Von 
    Oliver (Pforzheim) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Zu Fu� hält die Seele Schritt: Gehen als Lebenskunst und Abenteuer (Gebundene Ausgabe)

    Zum Autor:
    Achill Moser, geboren 1954, studierte Wirtschaftswissenschaften, Afrikanistik und Arabistik. Lange Zeit lebte er bei nomadisierenden Völkern in Afrika und Asien. Er lebt heute in Hamburg als freier Journalist, Fotograf und Vortragsreferent. Bei Hoffmann und Campe erschienen zuletzt "Das Glück der Weite" (2009) und "Über die Alpen nach Italien" (2011) (…).

    Zum Aufbau:
    1. Wenn die Seele Freiraum braucht – Vom Loslassen und Aufbrechen
    2. Die Magie der Prärie – Unterwegs im Mittleren Westen der USA
    3. Gehen gegen den Strom der Zeit – Lebenslust neu entdecken
    4. Ein spanischer Wandersommer – Auf den Spuren von Don Quijote durch Kastilien-La Mancha
    5. Der Weg ist das Ziel – Die Kunst, dort zu sein, wo man ist
    6. Am heiligen Fluss – Eine Nil-Wanderung von Kairo nach Luxor
    7. Gehen, um zu denken – Wenn die Natur zur Denklandschaft wird
    8. Zu Fuß durch Deutschland – 1400 Km entlang der innerdeutschen Grenze
    9. Pilgern – Auf dem Weg zu sich selbst
    10. Spuren im Sand – Auf der Route des Afrikaforschers Gerhard Rohlfs durch Marokko
    11. Du musst wie ein Kamel gehen – Von Nomaden lernen
    12. Gehen über Lava und Eis – Unterwegs auf Island
    13. Gehen, um Spiritualität zu erfahren – Mit Ehrfurcht und Demut durch die Natur
    14. Drachen über Peking – Ein Stadtspaziergang durch Chinas Hauptstadt
    15. Ausrüstung – Die Reduzierung auf das Wesentliche
    16. Zur Vogelinsel Bass Rock – Eine Wanderung an Schottlands Ostküste
    17. Ankommen – Wie man das Glück in den Alltag mitnimmt

    Zum Vorwort:
    Seine Liebe zum "Zu-Fuß-Reisen" ist für Achill Moser das Allheilmittel gegen die Stressfaktoren der Zivilisation, ein Zugewinn an Lebensfreude und eine Form der Glückssuche. Dabei spielt es für Ihn keine Rolle, wo er gerade unterwegs ist. Allein das Gefühl des gepackten Rucksackes auf den Schultern verschafft Ihm prickelnde Erregung. Seine Leidenschaft zum Gehen und Wandern wurde bei Ihm Ende der siebziger Jahre bei einer Reise in den wilden Norden Kenias geweckt. Als Student der Afrikanistik lebte er damals viele Monate beim Naturvolk der Turkana und durfte diese auf einigen ihrer Viehwanderungen durch Kenias Wüste begleiten. Neben dem Erlebnis von Hitze, Durst, Sandstürmen und Raubtieren hat Ihn bis heute am meisten das Verhalten der Turkana bewegt: Nach langem Marsch warteten sie eine gewisse Zeit vor dem Zielort, damit ihre Seele sie einholt. Denn: Nur zu Fuß hält die Seele schritt.

    Zum Inhalt:
    Die einzelnen Tourenberichte werden vom Autor in Tagebuchform vorgetragen. Es handelt sich dabei aber nicht wie in einem Programmheft um die Einhaltung und Aufzählung einer chronologischen Abfolge, sondern vielmehr um authentisch vorgetragene Reiseberichte mit Blick auf das Wesentliche. Höhenmeterangaben oder sonstige Leistungsparameter sucht man vergebens. Achill Moser nimmt den Leser mit auf Reisen, die nicht willkürlich ausgewählt wurden, sondern für die historisch oder kulturell bedeutende Ereignisse den Rahmen bilden. Exemplarisch möchte ich hier auf den spanischen Wandersommer eingehen, in dem sich Achill Moser auf die Spuren von Don Quijote Autor Miguel de Cervantes
    und seiner Protagonisten begibt. Eine Spurensuche, man könnte auch Schnitzeljagd sagen, nach Hinweisen zwischen Realität und Fiktion in Kastilien und in den Erzählungen von Cervantes. Er trifft unterwegs besondere Menschen mit ganz persönlichen Geschichten und schenkt Ihnen Bedeutung durch die Erwähnung in seinen Reiseberichten.
    Neben den Reisezielen beschäftigt sich der Autor auch viel mit sich selbst. In Selbstreflexionen zeigt er unterwegs Parallelen in seinem eigenen Verhalten und das der Gesellschaft auf, philosophiert über das Leben und zeigt für jeden Möglichkeiten eines bewußteren Wahrnehmens auf. Es geht nicht nur um das Ablaufen eines Weges oder das Erreichen eines Zieles. Wie so oft ist der Weg ist das Ziel.
    Der Leser erhält neben authentischen Reiseerlebnissen eine Anleitung für den eigenen Weg. Entschleunigung, bessere Wahrnehmung und Reduktion auf das Wesentliche entlasten und bereichern das Leben zugleich. Ein universeller Lebensratgeber. Man merkt das auch an den einleitenden Lebensweisheiten, mit denen jedes Kapitel beginnt. "Die Kunst, dort zu sein, wo man ist" ist hier nur ein Beispiel.

    Ebenfalls die Worte von Antoine de Saint-Exupery, mit denen ich meine Buchbesprechung beenden möchte:
    "Auf die Haltung allein kommt es an.
    Denn nur sie allein ist von Dauer und nicht das Ziel,
    das nur ein Trugbild des Wanderers ist,
    wenn er von Grat zu Grat fortschreitet,
    als ob dem erreichten Ziel ein Sinn innewohnt"
    (Antoine des Saint-Exupery).

    Fazit:
    Sehr lesenswertes…

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