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  1. H. Schaaf
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ein guter Überblick, 13. Oktober 2016
    Von 
    H. Schaaf (Bad Arolsen) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Zentralamerika: Porträt einer Region (Taschenbuch)
    Ralf Leonhard gibt einen guten Überblick über die gesellschaftlichen Entwicklungen in sieben doch sehr unterschiedlichen Ländern, die zwar die Sprache verbindet, aber auch vieles trennt. Dies beginnt mit dem Erbe der Kolonialzeit und endet u.a. mit der Entfernung von den USA, die Zentralamerika immer noch als "ihr" Hinterland behandeln.
    Für Leserinnen, die sich – warum auch immer – auf den Weg machen wollen, ist es ein guter Einstieg.
    Für die, die vor oder seit 30 Jahren enger mit den politischen Veränderungen speziell in dieser Region befasst sind, ist es gut und kenntnisreich geschriebener "Stand der Dinge", auch zu dem Ländern, die einmal mit deutlich mehr Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft verbunden waren.
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  2. Anonymous
    ·
    5.0 von 5 Sternen
    Interessantes Buch, 11. November 2016
    Von 
    Neele – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Zentralamerika: Porträt einer Region (Taschenbuch)
    Im Ch. Links Verlag ist in der – mit dem ITB Berlin Award prämierten – „besonderen Reiseführer- Reihe“ ein Zentralamerika-Band erschienen. Vorgestellt werden die sieben Staaten, die die Landbrücke zwischen Süd- und Nordamerika bilden, also auch Panama und Belize. Autor ist Ralf Leonhard, der als Journalist von 1982 bis 1996 in Zentralamerika tätig war. Dabei geht es in diesem Buch nicht um Tipps für Übernachtungen oder Fährverbindungen und weniger um Essen und Trinken für die Touristinnen, sondern vor allem um die Lebensbedingungen der dort aufgewachsenen und arbeitenden Menschen.
    Dabei könnten faszinierende Naturlandschaften und ein großes kulturelles Erbe über eine – bis auf Belize – spanisch geprägte, oft blutige Kolonialgeschichte, überwiegend oligarchische Verhältnisse mit einer meist extrem ungleichen Verteilung des regional begrenzten Reichtums hinwegtäuschen. Und so sehr die kleinen Republiken von Europa aus als Bananen- oder Kaffee-Republiken wahrgenommen werden könnten, so sehr unterscheiden sie sich doch voneinander. Es liegen Welten Zwischen dem gebirgigen Guatemala mit seinen antiken wie lebendigen Zeugen der Maya-Kultur einerseits und dem tropischen Panama mit seinem Bankenzentrum andererseits. Auch Nachbarn wie Costa Rica und Nicaragua liegen ethnisch, historisch und wirtschaftlich weit auseinander. Ihre historisch gewachsenen Rivalitäten sind heute noch äußerst präsent und spürbar.
    Dazu hat Ralf Leonhard ein ebenso fundiertes, wie gut zu lesendes Buch geschrieben. Dabei hilft auch die Länder-Gliederung mit prägnanten Zuschreibungen wie Honduras als Inbegriff der Bananenrepublik, Nicaragua mit einer „verewigten“ Revolution und jetzt einer gelenkten Demokratie, Costa Rica für den Ökotourismus und Wellenreiten, Panama als Briefkastenland und Belize als karibische Exklave.
    Erzählt werden auch die Geschichten und Mythen um die „Helden und Halunken“ wie William Walker, Augusto C. Sandino, Carlos Fonseca und Óscar Arnulfo Romero. In einem Extra Kapitel wird die Situation der Frauen beschrieben.
    Auch das widersprüchliche Verhältnis der Zentralamerikaner zu den USA, eine über Jahrhunderte aufgebaute Hassliebe, wird in einem eigenen Kapitel abgehandelt. Das Recht zur militärischen Intervention hat sich Washington im Falle von Panama sogar vertraglich absichern lassen. Aber auch ohne Vertrag werden Rebellionen oder missliebige Regimes in Zentralamerika gern als Bedrohung für die Sicherheit der USA gedeutet. So sind die Nachwirkungen der bewaffneten Übergriffe, die Nicaragua in einen jahrelangen Contra Krieg gezwungen haben, die Bevölkerungen von El Salvador und Guatemala hunderttausende Menschenleben gekostet und Honduras in den Flugzeugträger der USA verwandelt haben, heute noch allgegenwärtig. Aber auch vom deutschen Wesen in Zentralamerika ist die Rede.
    Für Leserinnen, die sich auf den Weg machen wollen, ist es ein guter Einstieg und bildet eine solide Grundlage bei der Vorbereitung einer Reise in diese Länder, ausser für Tipps für billige Übernachtungen oder günstige Mit-„Travels“, die letztlich auf Kosten der Bevölkerung gehen.
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