Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters (Beck’sche Reihe)

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Wirtschaftsgeschichte

Wer sich gleichermasen knapp, kompetent und umfassend uber die Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters informieren mochte, dem sei dieser Band empfohlen. Er bietet eine gut gegliederte, facettenreiche und spannende Uberblicksdarstellung von der gesellschaftlichen Organisation, der wirtschaftlichen Produktion und der fur die Okonomie bedeutenden Infrastruktur der Spatantike
bis zu den demographischen und finanzwirtschaftlichen Entwicklungen des Spatmittelalters. Landwirtschaft, Bergbau, Salzgewinnung, Jagd, Fischerei und Viehwirtschaft werden ebenso behandelt wie beispielsweise Eigentums- und Herrschaftsverhaltnisse oder okonomische Wandlungsprozesse infolge von militarischen Ereignissen, dem Ausbruch von Seuchen oder dem Entstehen der Hanse und der Erschliesung neuer Handelswege.


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Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters (Beck’sche Reihe)

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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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3 Kommentare

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  1. 7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Rezensionen einfach nicht nachvollziehbar !!!, 9. Oktober 2014
    Von 
    Decurtins Heide-rose (Basel) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters (Beck’sche Reihe) (Taschenbuch)
    Durch „Zufall“ sah ich hier die beiden Rezensionen, denen ich wirklich vehement wiedersprechen muss. Es scheint mir, als sei der Inhalt des Buches für das Verständnis der beiden Rezensenten vielleicht etwas „zu hoch“ angesetzt.

    Über 1000 Jahre Wirtschaftsgeschichte auf 128 Seiten ! Eine unglaubliche Herausforderung, der Hans-Jörg Gilomen jedoch vollauf gerecht wird. Das Buch enthält nicht eine einzige überflüssige Zeile. Die ungemein breite Fachliteratur, deren Aufarbeitung dahinter steckt, findet der Leser nur über einen Link im Internet: ihre Aufzählung hätte den Band gesprengt. Der Aufbau ist konventionell und klar in vier Teilen: Von der Spätantike zum Mittelalter (5.-7. Jahrhundert), vom 7. zum 9. Jahrhundert, das Hochmittelalter (10. bis zum 13. Jahrhundert), das Spätmittelalter (14. und 15. Jahrhundert). Durch alle Epochen werden verschiedene rote Fäden verfolgt; unter den Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Entwicklung etwa die Veränderungen des Klimas, die Phasen des Rückgangs und des Aufschwungs der Bevölkerung, die Auswirkungen der Politik. Besonders Letzteres ist auch im Hinblick auf die heutigen politischen Einwirkungen auf die Wirtschaft von Interesse. Schon für den Niedergang der spätrömischen Wirtschaft werden politische Ursachen, insbesondere die Besteuerung und das Aufkommen der Klientelwirtschaft beschrieben. Auch der Umbau des spätrömischen Steuerstaates nach der Ansiedlung der sogenannten Barbaren war politisch gelenkt. Im karolingischen Reich wird eine neue Art der königlichen Wirtschaftpolitik fassbar. Der nach dem Zerfall der karolingischen Ordnung erfolgte Aufstieg der Kastellane führte für die Bauern zu einer neuen Ausbeutungsstruktur neben der Grundherrschaft, deren Ausformung in verschiedenen Typen zuvor abgehandelt wird. Besonders spannend ist unter diesem Gesichtspunkt der Aufstieg und Verfall der internationalen Messen in der Champagne: Eine kluge Wirtschaftspolitik der Grafen von Flandern hat sie hochgebracht, wenige Jahre einer verheerenden Wirtschaftspolitik des französischen Königs Philippe le Bel sie völlig ruiniert. Selbst für die wirtschaftlichen Auswirkungen der spätmittelalterlichen Krisenzeit, die durch Viehseuchen, Hungersnöte und schliesslich enorme Bevölkerungsverluste durch die Pest verursacht wurde, spielte unterschiedliche Politik eine Rolle: wo die Städte ihre Macht ungehindert auf dem Land ausspielen konnten, verarmte die Landbevölkerung (z.B. Toskana); wo dies durch die Fürsten verhindert werden konnte, eröffneten sich den Bauern alternative Erwerbschancen (z.B. Sizilien). Wirtschaftspolitik ist nur einer der Gesichtspunkte, der durchgängig verfolgt wird. Ein weiterer sind die technischen Innovationen, die sich in allen Bereichen (Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Bergbau) ausgewirkt haben. Fragen des Siedlungsausbaus, der Geld-, Münz- und Kreditwirtschaft (hier bis zur theologisch verankerten Wucherlehre) werden ebenso dargelegt wie die ungemein wichtige Salzwirtschaft. Dabei weist der Verfasser auch immer wieder auf Theorien und Modelle zur Erklärung der Entwicklungen hin. Kurz: ein rundum gelungenes, anspruchsvolles Büchlein — ein kleines Meisterwerk!

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  2. 4.0 von 5 Sternen
    Pflichtlektüre, 1. Dezember 2016
    Von 
    Jan – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters (Beck’sche Reihe) (Taschenbuch)
    Der wirtschaftliche Aspekt wird bei Betrachtungen des Mittelalters oft vernachlässigt, dabei ist er doch von zentraler Bedeutung.
    Pflichtlektüre für alle, die sich mit dem Mittelalter beschäftigen.
    Die Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters derart kompakt darzustellen, ist eine bemerkenswerte Leistung. Der Stil ist Matter-of-Fact, aber liest sich gut und angenehm, was gerade bei einem solchen Thema auch hervorgehoben werden kann,

    Damit einhergehend, ist es wohl unvermeidlich, dass bestimmte Aspekte nicht in aller Ausführlichkeit abgehandelt werden konnten, aber dies liegt in der Natur des Unterfangens begründet.
    Und wer mehr zu Hanse oder den italienischen Stadtstaaten wissen möchte und dann zur spezialisierteren Literatur greift, dem schadet es auch nicht, über das hier dargebotene Hintergrundwissen zu verfügen.

    Zu guter Letzt würde ich den Band aber auch all denen empfehlen, die sich für das Alltagsleben im Mittelalter interessieren, denn bedingt durch stereotype mediale Darstellungen hat man doch gerne ein Bild des Mittelalters im Kopf, das die bemerkenswerten Handelsbeziehungen der Zeit und ihre Konsequenzen (Wassermühlen, Massenproduktion..) nicht berücksichtigt und ab und an korrigiert werden sollte.

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  3. 3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Informativ, 11. Oktober 2014
    Von 
    Büchernörgele – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters (Beck’sche Reihe) (Kindle Edition)
    Natürlich ist ein Buch mit dem Titel "Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters" eine eher trockene Lektüre, aber ich habe das Buch mit Neugier und Gewinn innerhalb weniger Tage durchgelesen.

    Das Buch beschreibt in weiten Teilen ausführlich Handelsnetze und den Umfang der gehandelten Waren, wer so etwas nicht lesen möchte sollte lieber nicht zugreifen. Hinzu kommen aber auch viele spannende Details am Rande, wie zum Beispiel die Tatsache um wie vieles kleiner damals noch sämtliche Nutztiere waren, oder das Europa lange Zeit im Handel mit den fortschrittlicheren Nachbarn in Arabien und Fernost nur Sklaven und Metalle anzubieten hatte – mit den entsprechenden traurigen Konsequenzen.

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