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  1. Pyrrhon
    ·
    47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    So wird Geschichte spannend! Ganz toll!, 11. März 2008
    Von 
    Pyrrhon (Wien) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Von Bismarck zu Hitler (Broschiert)
    So stellt man sich Geschichtsschreibung vor! Lebendig und in Zusammenhängen erzählt. Haffner diskutiert nicht nur Ursache und Wirkung, sondern auch verschiedene Meinungen zu einem Thema (z. B. warum Deutschland plötzlich und für kurze Zeit in Afrika Kolonialpolitik betrieb und das dann ebenso plötzlich wieder sein ließ); warum ein politischer und wirtschaftlicher Aufschwung nach dem Abgang von Bismarck zu verzeichnen war; und nicht zuletzt die außenpolitische Situation, die Bündnispolitik, was warum zustande kam. Die Entwicklung zum Ersten Weltkrieg, vor allem die Folgen, die bruchlos zum Zweiten Weltkrieg führen. Haffner macht Geschichte so logisch, so nachvollziehbar, ohne dass man große Vorkenntnis benötigt. Interessant auch die Schlüsse, die Haffner zieht: Deutschland verlor zwar den Ersten Weltkrieg militärisch, politisch hat es aber von seinem Ausgang profitiert: Österreich war zerschlagen, Russland besiegt, von vier europäischen Großmächten blieben bestenfalls zwei. Deutschland erstarkte relativ zu den anderen. Die Zwischenkriegszeit ist die Zeit von Weimar und Versailles, von Hindenburg und Hitler. Haffner erzählt, wie sich Deutschland hinter seinem Pseudomonarchen Hindenburg versteckte, wie froh es war, dass die Erste Republik mit Hitler zu Ende ging, wie dieser Mann an die Macht kam und zielstrebig das deutsche Rechtsystem aushebelte; wie es möglich war, Juden, Kommunisten und andere Minderheiten zu verfolgen, und dass die Jahre bis 1938/39 die "guten" Nazijahre waren. Was Hitler aus dem Ersten Weltkrieg lernte, war im Zweiten deutlich zu erkennen: Deutschland wollte im Ersten wie im Zweiten Krieg Enganld heraushalten, hat beide Kriege im Wesentlichen gegen Engand verloren; Russland war im Ersten Weltkrieg besiegt worden, und das war auch für den Zweiten Hitlers Hauptintention. Es folgt ein kurzer Abriß der deutschen Nachkriegsgeschichte, wobei Haffner, als das Buch 1987 herausgegeben wird, noch keine erkennbaren Zeichen einer baldigen Wiedervereinigung Deutschland erkennen kann. Das konnte dazumal niemand! So ist es meiner Ansicht nach kein Manko des Buches, dass es aus dem Blickwinkel des Historikers vor der Vereinigung geschrieben wurde – es macht den zeithistorischen Blick interessanter.
    Hervorragend! Anschaulich und leicht verständlich. So wird Geschichte spannend!
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  2. Dieter Wunderlich
    ·
    43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Kluge, originelle Gedanken über deutsche Geschichte, 16. März 2002
    Von 
    Dieter Wunderlich – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Von Bismarck zu Hitler: Ein Rückblick (Taschenbuch)
    Die Geschichte des "Dritten Reiches" auf ganzen 43 Seiten: Da kann man doch nur ein paar Zusammenhänge oberflächlich aufzeigen! Nicht so, wenn Sebastian Haffner schreibt. Dieser brillante Denker — ein zum Historiker mutierter Journalist –, meißelt die grundlegenden Entwicklungslinien heraus, und zwar für jeden verständlich und zugleich gespickt mit Fragen und Antworten aus ganz neuen Perspektiven.
    Das gilt nicht nur für dieses Kapitel, sondern für das ganze Buch. Es enthält auf 300 Seiten weit mehr kluge und originelle Gedanken über die deutsche Geschichte zwischen 1871 und 1945 als der eine oder andere dicke Wälzer. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen und dabei viel gelernt
    Dieter Wunderlich (Autor)
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  3. Bernhard Nowak
    ·
    60 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Sehr guter Überblick über die Zeit von Bismarck zu Hitler, 11. August 2003
    Von 
    Bernhard Nowak – Alle meine Rezensionen ansehen
    (REAL NAME)
      

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Von Bismarck zu Hitler: Ein Rückblick (Taschenbuch)

    Sebastian Haffner hat hier eine beeindruckende plastische Darstellung der Deutschen Geschichte von Bismarck zu Hitler vorgelegt. Haffner gelingt es, die wesentlichen Entwicklungen und Ereignisse der deutschen Geschichte von der Entstehung des Norddeutschen Bundes 1866 bis zur Niederlage Deutschlands im von Hitler entfesselten Zweiten Weltkrieg virtuos und bravourös darzulegen.
    So charakterisiert Haffner treffend die Gedankengänge Bismarcks und seine Außenpolitik des Maßes und der Zurückhaltung. Diese konsrastierte mit einer konfrontativ gegen die "Reichsfeinde" Zentrum und Sozialdemokratie angelegten Innenpolitik. Nach seiner Entlassung kehrten sich die "Fronten" um: die Innenpolitik unter Wilhelm II. beruhigten sich, der letzte deutsche Kaiser personifizierte offensichtlich Sehnsüchte seiner Landsleute, die Kaiserzeit sei innenpolitisch eine "glückliche" Zeit. Außenpolitisch seien jedoch zahlreiche Fehler gemacht worden. Insbesondere habe Wilhelm II. das kunstvoll von Bismarck geschaffene Bündnissystem, welches Frankreich isolierte, zerrissen und insbesondere durch die Konfrontation mit England (Verletzung der belgischen Neutralität durch den sogenannten Schlieffen-Plan) sowie durch bedingungslose Unterstützung Österreich-Ungarns gegen Serbien (und damit gegen Rußland) den ersten Weltkrieg ausgelöst. Haffner schildert dann ausführlich die Ereignisse des Ersten Weltkrieges, eines brutalen Stellungskrieges, der durch das Eingreifen der USA gegen Deutschland im Jahre 1917, letztlich gegen Deutschland entschieden wurde, und geht auf das "Schlüsseljahr" 1918 ein, in welchem die Militärführer um Ludendorff und Hindenburg der zivilen Führung und insbesondere der "neuen Reichstagsmehrheit" aus SPD, Linksliberalen und Zentrum, die "Schuld" für die militärische Niederlage im Krieg zuschoben. Dies geschah – leider – mit Erfolg, wie das Wirken der sogenannten "Dolchstoßlegende" aufzeigte. Die Zeit der Weimarer Republik unterteilt Haffner in 3 Teile: die Zeit der innenpolitischen Wirren mit der Inflation und dem Rathenau-Mord bis 1924, die "ruhigen" Jahre bis 1929 und die Zeit der Auflösung der Republik bis 1933. Nun ist diese Zeit der deutschen Geschichte ausführlich erforscht worden, unzählige Publikationen liegen darüber vor. Die Kunst Haffners besteht hierin, die wesentlichen Entwicklungslinien dieser Zeit, die bereits im "Epochenjahr" 1918 angelegt gewesen seien, innen- und außenpolitisch herauszuarbeiten. Haffner zeigt Elemente von Kontinuität und Diskontinuität im politischen Denken und den Zielen der deutschen Eliten auf. So überrascht es nicht, dass er bei der Beschreibung des Nationalsozialismus die in der deutschen Geschichtswissenschaft viel diskutierte Frage, ob das Dritte Reich in der Kontinuität zum Deutschen Reich stand oder ob Elemente der Diskontinuität überwögen, zu der Feststellung gelangt, "daß es Elemente der Kontinuität und Elemente der Diskontinuität gegeben hat,daß aber die Kontinuitätselemente alles in allem überwogen." Den Aufstieg des Nationalsozialismus, dessen 12 Jahre er akribisch bis zum bitteren Kriegsende 1945, höchst eindringlich beschreibt, führt er neben Wirtschaftskrise, Unzufriedenheit mit dem politischen System von Weimar, hauptsächlich auf die Ausstrahlung der Person Hitlers zurück, der "böse aber groß" gewesen sei. Diese These, aus seinen "Anmerkungen zu Hitler" bekannt, belegt der Autor nochmals. Haffner lässt durchblicken, dass er aufgrund der leidvollen Erfahrungen der deutschen Geschichte, keine Chancen auf eine Wiedervereinigung gesehen hat:"Die Geschichte der letzten 42 Jahre hat vom deutschen Reich immer weiter weggeführt…Ein Rückblick auf seine Geschichte macht es fraglich, ob dies wirklich zu beklagen ist.". Seine Sorge: dass die von den Nachbarstaaten als bedrohend empfundene deutsche Macht zu Instabilität und Spannungen in Europa führen würde (er betrachtet diese Machtausdehnung als den eigentlichen Grund des Ausbruches des ersten Weltkrieges), lässt ihn auch nach der Wiedervereinigung nicht los: in seinem 1990 aktualisierten Nachwort begründet er dies: die unerwartete Wiederherstellung des deutschen 80-Millionen-Kolosses biete Anlass, seine bisherige Geschichte – die Geschichte seiner Wandlungen von Bismarck zu Hitler – möglichst klar ins Gedächtnis zurückzurufen. "Diese Geschichte bleibt, was sie gewesen ist, und ihre Lehre, daß Deutschland der Welt sehr schnell ein ganz verändertes Gesicht zeigen kann, ist aktueller denn je."
    Insgesamt gebe ich der Münchener Abendzeitung recht, deren Rezension auf dem Buchrücken der Taschenbuchausgabe abgedruckt ist: "Ein Buch, das mehr Geschichtsverständnis bietet als Stapel von…

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