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Vom Verlangen getrieben

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Bisexualität

Nach einer Dusche wählte Olaf aus seinen Klamotten ein geeignetes Outfit und machte sich auf den Weg. Wäre doch gelacht, wenn er Leonard nicht wenigstens für ein paar Stunden vergessen könnte. Olaf entschied sich an diesem Abend bewusst für einen anderen Club als in der Nacht, in der er Leonard getroffen hatte. Zwar war der, wenn Olaf sich nicht verrechnete, wohl immer noch in Hamburg, aber sicher war sicher. Er trat also ein in eines dieser Etablissements, die ihm in der Vergangenheit immer diesen ultimativen Kick gegeben hatten. Da es noch relativ früh war, hielt sich der Besucherandrang in Grenzen. Um diese Zeit waren nur wenige Tische besetzt und auch der Betrieb auf der Tanzfläche war überschaubar. Olaf schlenderte in Richtung Bar und ließ seine Blicke schweifen. Ein paar Männer beobachteten ihn dabei, aber irgendwie verursachte dies nicht das Kribbeln bei Olaf, das früher für seine Streifzüge typisch war. Als er die Theke erreicht hatte, bestellte Olaf ein Bier. Vielleicht lag das fehlende Gefühl daran, dass er noch stocknüchtern war. Vor seinen bisherigen Nächten hatte er immer das ein oder andere Bier getrunken, ehe er losgezogen war. Aber einen gewissen Pegel konnte er sich ja auch in diesem Club verschaffen. Und so griff Olaf nach seinem Getränk und drehte sich um, um sich lässig an die Theke zu lehnen. Unmöglich, dass er hier beim Anblick der heißen Typen nicht in Stimmung käme.
Zwei Biere später stand Olaf immer noch an der Theke, denn obwohl der Club sich inzwischen gefüllt hatte und auch einige Typen dabei waren, die durchaus in sein Beuteschema passten, konnte er sich nicht dazu aufraffen, auf einen von ihnen zuzugehen. Den beiden Kerlen, die an ihm interessiert gewesen waren, hatte Olaf eine Abfuhr erteilt. Irgendetwas stimmte an diesem Abend nicht und Olaf fluchte deswegen innerlich. Warum ging er nicht einfach in den Darkroom und ließ sich dort einen blasen? Warum hatte er nicht einfach die Chance ergriffen und war mit dem Kerl, der sich als Thorsten vorgestellt hatte, abgezogen? So übel war der doch gar nicht. Früher hätte er sich nicht zweimal bitten lassen, diesen hochgewachsen Kerl mit dem treuen Dackelblick und ´nem Knackarsch aller erster Güte zu ficken. Er hätte es einfach getan und wär befriedigt seiner Wege gegangen, aber heute klappte es einfach nicht. Frustriert nippte Olaf an seinem Bier. Fuck! Es lag nicht an seinem niedrigen Alkoholpegel und es lag schon gar nicht an diesem Abend und auch nicht daran, dass es keine geeigneten Typen für geilen, unverbindlichen Sex gab. Es lag schlicht und ergreifend daran, dass es Leonard gab. Olaf wollte keine unverbindliche Nummer. Er wollte Leonard. Nicht mehr und nicht weniger. Mit dieser Erkenntnis kippte er den letzten Rest Bier hinab und verließ den Club. Vor der Tür angekommen, stand Olaf unschlüssig herum. Hatte er sich nicht geschworen, nie mehr zu lügen? Schloss dieser Schwur nicht mit ein, ehrlich zu sich selbst zu sein? Zwei Wochen lang hatte er versucht, sich von Leonard zu lösen. Hatte ihn aus seinen Gedanken verbannt, was sogar eventuell einigermaßen gelungen wäre, wenn ihn dieser dunkleblonde Kerl nicht in seine Träume verfolgt hätte. Manchmal war Olaf erwacht und musste feststellen, dass es angeraten war, das Laken zu wechseln. Er wollte nicht an Leonard denken, da sein Leben im Augenblick kompliziert genug war, aber er konnte nicht aufhören, sich an ihn zu erinnern.


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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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