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3 Kommentare

  1. Heinrich
    ·
    4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Lesenswert!, 14. Februar 2011
    Von 
    Heinrich – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Verdi: Roman der Oper: Roman der Oper (Edition Elke Heidenreich) (Gebundene Ausgabe)
    Gleich zu Beginn die Begründung für den Abzug eines Sternes: Tatsächlich dürfte der von Werfel angesprochene Antagonismus zwischen deutscher und italienischer Oper und speziell zwischen Wagner und Verdi seit dem Erscheinen des Romanes (1924) das meiste an Schärfe verloren haben; heute singt etwa ein Domingo Verdi ebenso wie Wagner; in Italien wird Wagner aufgeführt, in Deutschland Verdi, und wer würde heute noch daran Anstoß nehmen? Auch mag der eher weitschweifige Erzähl-Stil Werfels heute etwas antiqiert anmuten; daher ein Stern Abzug wegen der leichten Staubschicht, die "Verdi" heute angesetzt hat.

    Für den, der sich daran nicht stört, wer etwa auch den Erzählstil eines Thomas Mann schätzt, der vor allem etwas für Künstlerromane und/ oder Venedig übrig hat, für den ist dieser Band eine unbedingte Empfehlung. Werfel ist ein stilsicherer und vor allem kenntnisreicher Erzähler; die Szenerie ist farbig und faszinierend gezeichnet, und vor allem hat die Geschichte mit Giuseppe Verdi eine komplexe, glaubhaft geschilderte Hauptfigur. Der Haupt-Erzählstrang wird aus der Perspektive des Komponisten erzählt, der im Venedig des Jahres 1883 versucht, seine Lear-Oper fertig zu stellen – vergeblich, wie man weiß. Hauptthema sind seine künstlerischen Selbstzweifel, um nicht zu sagen, Selbstzerfleischung, verursacht vor allem durch seinen Konkurrenten Wagner, der gewissermaßen ab und an durchs Bild huscht: Denn auch er verfolgt den Karneval in Venedig. Mehrfach setzt Verdi dazu an, Wagner zu sprechen; ehe es aber dazu kommt, stirbt Wagner.

    Daneben gibt es noch einige Nebenhandlungen, die manchmal entbehrlich erscheinen. Aber, wie gesagt: Franz Werfel ist ein meisterhafter Erzähler; zumindest sprachlich ist er nicht im geringsten angestaubt. Ein Künstlerroman für Kenner!

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  2. Christine Stärtzel
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Verdi ganz nahe, 19. Januar 2014
    Von 
    Christine Stärtzel – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Verdi: Roman der Oper (Kindle Edition)
    es war wieder einmal ein Vergnügen, Franz werfel zu lesen. Die Feinsinnigkeit seiner Gedanken sowie die Genialität seiner Sprache hat mich Verdi sehr nachempfinden
    lassen.
    Wie gestaltet sich die historische Wahrheit?
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  3. Anonymous
    ·
    5.0 von 5 Sternen
    Das Problem der Oper – entfaltet am Gegensatz Verdi/Wagner, 3. Februar 2014
    Von 
    H. Krämer (Frankfurt am Main) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (REAL NAME)
      

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Verdi: Roman der Oper (Kindle Edition)
    Der Roman entfaltet sprachlich souiverän und sachlich kompetent das alte Problem der Priorität von Sprache oder Musik bei der Entstehung eines Kunstwerks wie der Oper. Dies geschieht in der fiktiven Darstellung des Gegenübers von Richard Wagner und Giuseppe Verdi. Die eingewobenen menschlichen Schicksale spiegeln Deutungen von Verdi’schen Operngestalten (z.B. Die Frau als leidendes Opfer des Mannes: Die Bianca Caravagno-Episode). Der Roman ist nicht leicht zu lesen, er setzt zum subtilen Verständnis musiktheoretische und -historische Kenntnisse voraus, wie auch die Kenntnis üblicher italienischer Begriffe und Redewendungen.
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