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  1. Volker M.
    ·
    43 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Schlaflose Nächte, 4. Dezember 2014
    Von 
    Volker M. – Alle meine Rezensionen ansehen
    (HALL OF FAME REZENSENT)
      
    (TOP 50 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Urknall, Weltall und das Leben (Gebundene Ausgabe)
    Nein, leichte Kost servieren Gaßner und Lesch nicht gerade und ihre Warnung zu Beginn des Buches sollte man absolut Ernst nehmen: Sie werden die Welt nach der Lektüre mit anderen Augen sehen! Die Physik erklärt mittlerweile so viele Phänomene logisch und experimentell überprüfbar, dass Gottes hypothetische ökologische Nische immer weiter schrumpft, wenngleich sich die Autoren gar nicht erst auf das Glatteis einer Diskussion Religion vs. Naturwissenschaften begeben. Einige der neueren Erkenntnisse erinnern eher an phantasievolle Romane, als an Wissenschaft: Überall im Weltraum breitet sich das Nichts aus! (Die unendliche Geschichte lässt grüßen…). Wir werden pausenlos von unsichtbaren Teilchen bombardiert, die durch uns hindurchfliegen wie der Geist durch die Wand (Der kopflose Nick würde neidisch…). Der größte Teil unseres Universums besteht aus unsichtbarer und nicht nachweisbarer Materie und Energie (vielleicht liegt hier Gottes Spielwiese?). Aber das sind nur die Fakten, die sowieso schon ein größeres mediales Echo gefunden haben. Gaßner und Lesch dringen dagegen viel tiefer in die Materie ein (im wahren Sinn des Wortes!) und erklären sehr verständlich aber auf manchmal recht hohem Niveau Dinge, die nichts mehr mit unserer Erfahrungswelt zu tun haben: Wirkung und Wechselwirkung von Elementarteilchen, Quantenmechanik, Kernphysik. Da erfährt der staunende Leser, dass sich beim Kernspin ganz sicher gar nichts dreht oder dass unser Universum und alles, was existiert durch eine zufällige Symmetriebrechung entstanden ist, von deren Energieüberschuss wir nach 13,8 Milliarden Jahren immer noch zehren. Dieses Buch ist eines der ganz wenigen, die ich erst nach Mitternacht zur Seite legen konnte, weil es mich derartig gefesselt hat. Ich prophezeie jedem Menschen mit ernsthaftem naturwissenschaftlichen Interesse dieselben schlaflosen Nächte. Leuten mit starken religiösen Gefühlen prophezeie ich das übrigens auch, wenn auch aus anderen Gründen.

    Das ganze Buch ist als durchgehender Dialog zwischen Lesch und Gaßner gestaltet, die sich im Plauderton durch die Geschichte des Universums quatschen. Mal schweifen sie ein wenig ab, mal gibt’s ein paar flapsige Einwürfe von Prof. Lesch, aber die beiden reißen sich immer wieder schnell zusammen und kehren auf den Pfad der Erkenntnis zurück. Der Dialog als Mittel des Wissenstransfers ist übrigens eine uralte Technik, derer sich schon Sokrates und Platon bedienten und auch der naturwissenschaftliche Dialog mit einem Laienpublikum ist seit mindestens 200 Jahren populär, seit Jane Marcet ihre "Unterhaltungen über die Chemie" veröffentlichte. Der Vorteil liegt darin, dass im Dialog Wissen genauso vermittelt wird, wie neues Wissen entsteht: Durch ständiges Hinterfragen. Man lernt nicht nur, sondern man versteht! Das ist das größte Kompliment, was man einem wissenschaftlichen Werk überhaupt machen kann und deshalb hat mich "Urknall, Weltall und das Leben" auch so gefesselt. Selbst wenn es immer noch genügend Fragen gibt, die einer Antwort harren, so ist Leschs und Gaßners Kosmos doch so stimmig und logisch, dass man am Ende tatsächlich ein Bild hat, das größer und vollständiger ist als seine Einzelteile. Woher kommen wir, wohin gehen wir? Es gibt tatsächlich Antworten auf solche Fragen. Der Sinn des Lebens? Das Leben selbst! Je tiefer man eindringt, umso klarer wird die Sicht. Allerdings lässt einen das, was man zu sehen bekommt, möglicherweise diejenigen beneiden, die diese Dinge nur durch den Nebel der Religion betrachten wollen. Denn manchmal ist die Wahrheit nicht nur unbequem, sondern zutiefst verstörend. Ach so, nur wenn Sie Buddhist sind, habe ich eine gute Nachricht für Sie: Das Nirvana kommt. So sicher wie das Amen in der Kirche.

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  2. Dr. Udo Siepmann
    ·
    14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Lesenswert mit leichten Schwächen, 19. Januar 2016
    Von 
    Dr. Udo Siepmann – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Urknall, Weltall und das Leben (Gebundene Ausgabe)
    Dieses nun in dritter erweiterter Auflage Ende 2016 erschienene Buch ist keine leichte Kost. Es spannt einen weiten Bogen vom Urknall bis zur Entstehung von Leben und spart die neuen Erkenntnisse, die am LHC am CERN zum Higgs-Boson erzielt wurden, nicht aus. Das Buch ist zwar in Dialogform geschrieben, dies stört jedoch den Lesefluss nicht. Man bemerkt dieses Stilelement beim Lesefortschritt kaum. Das Buch ist in einer verständlichen Sprache geschrieben, die Lektorin hat sorgfältig gearbeitet. Leider gilt das inzwischen selbst nicht mehr für alle Wissenschaftsverlage, die in Zeitungsmanier mit Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern "brillieren". Mir gefallen auch die Grafiken und ihre Erläuterungen sehr gut. Allerdings würde ich das Buch Einsteigern nicht empfehlen. Vorab sollten diese beispielsweise einmal das Buch des Mitautors Lesch: "Kosmologie für helle Köpfe" gelesen haben. Schwer verständlich ist für diese Zielgruppe das Kapitel zum Phasenübergang und zur Symmetriebrechung sowie die Ausführungen zum Higgs-Boson. Da von einer weiteren Auflage auszugehen ist, empfiehlt sich eine Überarbeitung an diesen Stellen. Auch eine Liste mit Literaturhinweisen zur weiteren Lektüre wäre ebenso angenehm wie ein Glossar mit den wichtigsten physikalischen Begriffen.
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  3. André Martin
    ·
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Einfach erklärt auf relativ hohem Niveau, 20. September 2015
    Von 
    Andr̩ Martin РAlle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Urknall, Weltall und das Leben (Gebundene Ausgabe)
    Ich finde dieses Buch sowohl qualitativ als auch von der Klasse sehr gut . Es wird auch ausreichend Bildmaterial verwendet sodass man dies immer gut verstehen und auch erkennen kann. Ich hätte mir gewünscht das man statt die spezifischen Begriff wie die primordiale Nukleosynthese einfach manche Begriffe allgemeiner machen würde da für den Ottonormalverbraucher diese einfach oft zu schwer sind bzw. zu schwer zu merken sind . Aber um deutlich noch mal hervorzuheben ist das in die Physik im Dialog gesprochen wird was ich zum Teil sehr gut finde und es ist ein Anteil auch mit viel Humor verbunden ist

    Fazit:
    Es ist ein sehr gutes Buch vor allem die Schreibweise und die Ausdrucksweise der Autoren gefallen mir wirklich gut. Aber für den Otto Normalverbraucher sind manche Begriffe oder spezielle Themen unverständlich dass man ihm mehrmals nachschlagen muss was es jetzt überhaupt bedeutet.

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