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3 Kommentare

  1. Erika
    ·
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Empfehlenswert – nicht nur für Kuckuckskinder, 2. September 2016
    Von 
    Erika – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Ungewollt (Taschenbuch)
    In den Medien sind die Rechte von Kuckucksvätern gerade ein großes Thema. Googelt man danach, stößt man auf Blogs, Foren oder Newsartikel, die sich auf die Rechte und Gefühle der Väter konzentrieren und Kuckucksmütter per se verteufeln, ohne ihre Situation zu kennen. Wenig bis gar nichts findet man allerdings über die, die am wenigsten dafür können, nämlich die Kuckuckskinder. Es gibt im Netz kaum Hilfeseiten, sogar Psychologen sind teilweise überfordert, weil sie sich in ihrer Laufbahn noch nie oder nur in den seltensten Fällen mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Die Hilfe ist dementsprechend mal mehr, mal weniger gut. Wer wissen möchte, wie es im Inneren eines solchen Kindes aussehen kann, der sollte Sophies Buch lesen. Sie schildert recht eindringlich, wie es ist, wenn die komplette Identität auf einer Lüge aufgebaut wurde. Man erfährt etwas über die inneren Konflikte, die man austrägt, wenn alles, was man sich sein Leben lang als Erklärung dafür zurecht gelegt hat, dass man eine gewisse Stellung innerhalb der Familie innehatte oder sich Vater und Mutter verhalten haben, wie sie es taten, plötzlich nicht mehr wahr ist. Es folgt ein tiefer Fall und die Suche nach dem eigenen Ich und nach denWurzeln. In Sophies Fall geprägt von weiterer Ablehnung und Hürden, die sie überwinden muss. Mal Hürden, die ihr selbst geschuldet sind, doch deutlich öfter Hürden die ihr von anderen in den Weg gestellt wurden. Man braucht einen langen Atem. Für Sophies Buch gilt das allerdings nicht. Es ist leicht zu lesen, manchmal mit einem Augenzwinkern geschrieben, manchmal nüchtern, immer so, wie es die Situation erfordert. Von mir klare Kaufempfehlung, besonders, weil Sophies Buch dabei helfen kann, zu verstehen, mit was Kuckuckskinder zu kämpfen haben, man nie aufgeben sollte und es mit der Zeit besser wird – auch gefühlstechnisch.
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  2. christoph leinweber
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ein Thriller mitten aus dem Leben!, 23. September 2016
    Von 
    christoph leinweber – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Ungewollt (Taschenbuch)
    Bereits der Titel des Buches sagt ja einiges aus; und der Leser wird nicht enttäuscht.

    Sophie Christina Aichinger versteht es meisterhaft, die emotionale Zerrissenheit, die ein Kuckuckskind fühlt, so anschaulich zu beschreiben, dass man sich mühelos selbst in die Lage der Protagonistin versetzen kann. Zuerst der Schock, das Auseinanderbrechen eines kompletten Welt- und Lebensbildes. Dann die jahrelange Ungewissheit, wohin man nun wirklich gehört, und gewissermaßen der nächste Liebesentzug. Schließlich dann die Gewissheit – aber an dieser Stelle muss Schluss sein, das Buch sollen ja auch noch andere mit Spannung lesen.

    Beeindruckend auch die Selbstbeschreibung der Persönlichkeit der Autorin, wie sie in ihrem jahrelangen Kampf und dem ständigen Warten auf Gerichtsurteile permanent zwischen emotionalen Höhenflügen und tiefer Depression hin- und herschwankt, letztlich aber immer wieder aufsteht und ihren Gegnern die Stirn bietet.

    Der Leser ertappt sich dabei, wie er Seite für Seite hofft, dass es jetzt endlich geschafft ist, dass Sophie nun endlich Gewissheit bekommt und ihren Frieden findet – und dann angesichts immer neuer Hiobsbotschaften und Rückschläge mit der Autorin leidet. Das ist wohl das Geheimnis, was ein gutes Buch ausmacht, und Sophie Christina Aichinger hat bereits mit ihrem Erstlingswerk den Nerv getroffen.

    Auch handwerklich ist das Buch vorzüglich gemacht. Der Schreibstil ist eingängig, flüssig und leicht. Besonders gefallen haben mir darüber hinaus die detailreichen Beschreibungen von Orten und handelnden Personen. Man kann sich jede der im Buch beschriebenen Situationen plastisch vor dem geistigen Auge ausmalen, und auch das ist ein Kennzeichen für ein richtig gutes Buch.

    Eindeutige Kaufempfehlung!

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  3. Isolde aus G.
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Der Kampf einer Tochter, 22. August 2016
    Von 
    Isolde aus G. (Gerbstedt) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Ungewollt (Taschenbuch)
    Dieses Buch ist eines, das man kaum aus der Hand legen kann, wenn man einmal begonnen hat, es zu lesen. Ist man erst einmal eingetaucht in Sophies Lebensgeschichte, dann fesselt die Handlung, man kann sich dem, was Sophie erlebt und erlitten hat nicht mehr entziehen, denn es ist wahr. (Und nichts ist so spannend, wie das wahre Leben.)
    Erst durch Zufall, mit über 30, erfährt Sophie, dass ihr amtlicher Vater nicht ihr leiblicher ist. Sie begreift, dass ihr Gefühl, in der Familie nicht dazu zu gehören, ja, unerwünscht zu sein, sie nicht betrogen hat. Sie begibt sich auf die Suche nach ihren wahren Wurzeln. Während das Herausfinden des Namens noch verhältnismäßig einfach ist, gestaltet sich die Feststellung der Vaterschaft als ein über Jahrzehnte gehender Rechtsstreit. Mehrfach verzweifelt sie fast an der Ablehnung ihres Vaters, schöpft aber auch wieder Kraft, als sich ihr Halbbruder zeitweise auf ihre Seite stellt. Ihr Vater, ein vermögender Unternehmer, klagt sich bis zum Bundesverfassungsgericht, doch Sophie gibt nicht auf.
    Selbst wenn ich jetzt den Ausgang schreiben würde, es nähme dem Buch nichts von seiner Spannung. Hier ist der Weg das Ziel. In einem leicht zu lesenden, eingängigen Schreibstil lässt die Autorin den Leser mit leiden und mit hoffen.
    Mir ging das Buch sehr nahe. Ich gratuliere der Autorin zu diesem mutigen Buch, dem ich viele Leser wünsche!
    Dafür vergebe ich verdiente 5 Sterne!

    Ich habe die erste Auflage gelesen und freue mich mit der Autorin über die gelungene neue Präsentation.

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