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  1. Gerfried Pongratz
    ·
    15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Je mehr wir von der Welt begreifen, desto grandioser erscheint sie uns!, 9. Dezember 2016
    Von 
    Gerfried Pongratz (Osterwitz, Ã?sterreich) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Treffen sich zwei Moleküle im Labor (Gebundene Ausgabe)
    "Biologie ist cool und Genetik war noch nie so spannend wie heute“ – diesen letzten Satz des Buches gilt es zu beweisen, was dem Autor mühelos gelingt. Humorvoll, spritzig, zuweilen auch flapsig-deftig, immer aber kenntnisreich und spannend, führt der 28jährige Molekularbiologe Martin Moder zu interessanten, oftmals auch überraschenden Einsichten in verschiedene Wissensgebiete der Molekularbiologie und Genetik, erklärt Rätselhaftes und beantwortet wichtige Fragen zur biologischen Zukunft des Menschen. Bereits 2014 stellte er als erster Sience-Slam-Europameister seine Fähigkeit unter Beweis, Wissenschaft jugendlich locker und gut verständlich zu präsentieren; im vorliegenden Buch gelingt es ihm abermals hervorragend, auch komplizierte Sachverhalte anschaulich und geistreich zu erläutern.

    Dem roten Faden "je mehr wir von der Welt begreifen, desto grandioser erscheint sie uns“ folgend, gliedern sich die Ausführungen in 6 Haupt- und zahlreiche Unterkapitel. Beginnend bei den "Basics“ der Biologie (Übergang von unbelebter zu belebter Materie, Chemie/Biologie, Urzellen, RNA, Proteinsynthese, Informationsspeicherung, DNA, Gene usw.), führen die Themen zur Sexualität als Motor des Lebens, zu Forschungsansätzen mit Tiermodellen, zu Erkenntnissen der Hirnforschung, zur Biologie des Alltags und zu "Was die Zukunft bringt“. Jedes Kapitel kann für sich allein gelesen werden, ein ausführliches Literaturverzeichnis bietet ergänzende Hinweise.

    Aus der Vielzahl der behandelten Themen eine kleine Auswahl:
    • Sexualität/ Fortpflanzung: "Ökologisches“ Verhüten und Schwangerschaftstests in der Antike, Pornografie wissenschaftlich erklärt, Single durch Genmutation, Imprinting verhindert Jungfrauenzeugung, Embryos reparieren Gewebszellen der Mutter, wissenschaftlich kuscheln, Homosexualität etc.
    • "Die winzigen Helden der Molekularbiologie“: Ohne Modellorganismen gäbe es keine wissenschaftliche Forschung und moderne Medizin. Fruchtfliegen sind die bestuntersuchten Organismen der Welt; ihre Erbinformationen (60% identisch zu menschlichen) sind voll entschlüsselt, sie tragen z.B. ein Gen für Hirntumor, das auch der Mensch besitzt und an dem intensiv geforscht werden kann. An Zebrafischen wird u.a. das Nervenwachstum studiert und Denken visualisiert, an Fadenwürmern werden Gehirnsimulationen erprobt usw.
    • "Wenn der Körper Faxen macht“: "Menschen können außer Denken nichts wirklich gut, das Gehirn macht sie aber zu den anpassungsfähigsten Tieren der Welt“. An Hirnverletzungen, oder anderen Abweichungen vom Normalzustand (z.B. an Split-Brain-Patienten) werden tiefe Einsichten in das äußerst komplexe, aktive Netzwerk Gehirn gewonnen; z.B., dass jede Person, die wir kennen, durch ein einzelnes Neuron ("Großmutterzelle“) gekennzeichnet ist. Verschiedene Syndrome (z.B. Capgras- und Eigenbrauer-Syndrom) sowie der Schmidt-Stichschmerz-Index erweitern das Verständnis, Parasitenmanipulationen von Wirtstieren (auch Menschen) durch z.B. Toxoplasmen können das Fürchten lehren.
    • Das Kapitel "Wissenschaftlich durch den Tag“ demonstriert humorvoll an zahlreichen Beispielen die Aufgabe der Biologie, zu verstehen, wie Lebewesen funktionieren; alltägliche Lebensvorgänge (z.B. Schlaf, Arbeit, Produktivität, Freizeit, Einfluss von Milben, Moskitos, Brevibakterien usw.) werden durch die Brille des Biologen betrachtet.
    • "Was die Zukunft bringt“ vermittelt äußerst spannende Erkenntnisse zu den derzeit stattfindenden rasanten Umbrüchen in der Molekularbiologie, die die Welt in den nächsten Jahren voraussichtlich gravierend verändern werden. Als Stichworte seien u.a. Genom-Editing, CRISPR/CAS9 (wird sehr gut erklärt), Anti-Aging (Telomerenforschung, Blutplasmaverjüngungen etc.), Kryobiologie, Vitrifizierung und Synapsenkonservierung genannt; der Begriff Epigenetik wird erläutert und zahlreiche weitere (z.T sehr heitere) Betrachtungen, z.B. zur Erzeugung von Zellkultur-Fleisch oder zu einer eventuell möglichen Wiedererweckung von Mammuts, runden die Ausführungen ab.

    Fazit: Sehr empfehlenswerte – auch unterhaltende – Lektüre für Leser (Laien und Fortgeschrittene), die an den spannenden Entwicklungen in Biologie und Genetik wissensmäßig teilhaben möchten.

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  2. Honeybal Lektor
    ·
    5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Interessant, unterhaltsam, lustig und deshalb wirklich lesenswert, 7. Oktober 2016
    Von 
    Honeybal Lektor (Regensburg) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 50 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Treffen sich zwei Moleküle im Labor (Gebundene Ausgabe)
    Martin Moders Buch bietet zugleich viel Interessantes und Wissenswertes aus der Welt der Molekularbiologie, Genetik oder Stammzellen- und Hirnforschung, als auch wirklich gute Unterhaltung, weil das Buch sehr gut verständlich und mit viel Humor geschrieben ist. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um reinen Klamauk, denn die vorgestellten Inhalte basieren laut Autor auf den neuesten Erkenntnissen der Bio-Forschung. Die Art der Darstellung macht es aber für den Laien leichter einen Einblick in diese Themenfelder zu erhalten.

    Der Autor schildert auf unterhaltsame Art und Weise, wie beispielsweise das Leben auf der Erde entstanden ist, wie die Evolution den Menschen hervorgebracht hat und auf sehr lustige Weise, welche biologischen Abläufe bei der menschlichen Kontaktaufnahme, Kontakpflege und Fortpflanzung ablaufen.
    Interessant, aber zugegebenermaßen teilweise auch etwas bedrohlich empfand ich seine Ausführungen über die Genetik und die Möglichkeiten der gezielten Manipulation und Steuerung, weil hier dort auch sehr viel ethisch-moralisches Verantwortungsbewusstsein gefragt ist, dessen Wichtigkeit der Autor aber auch mehrfach im Buch betont. Andererseits finde ich die Vorstellung von einer Wiederbelebung von Mammut und einigen Dinosaurier-Arten durchaus reizvoll, interessant und faszinierend.
    Ebenso spannend und interessant fand ich die Möglichkeit der Herstellung von Fleischersatz aus Stammzellen sowie die Existenz von Parasiten, die das Verhalten der Wirtstiere beeinflussen können, oder die Möglichkeit Hirne und die darin enthaltenen Gedanken dauerhaft zu konservieren.

    Der Autor bietet einen breiten Streifzug durch neueste Erkenntnisse aus vielen Bereichen der Bio-Forschung und zeigt auf, welche Erkenntnisse man auch im eigenen Leben auf bestimmte Weise nutzen könnte, woran derzeit geforscht und gearbeitet wird und was aufgrund des bisherigen Wissens in naher und mittlerer Zukunft bald möglich sein könnte. All das bereitet der Autor aber in einer verständlichen, sympathischen und sehr humorvollen Art und Weise auf.

    Das Einzige was mich immer wieder abgeschreckt hat, ist die Selbstverständlichkeit mit der von verschiedensten Versuchsreihen und Forschungsprojekten berichtet wird, bei denen Tieren vorsätzlich Organe entnommen, mit Krankheiten infiziert, verletzt, manipuliert und in ihre Einzelteile zerlegt werden. Auch wenn mir klar ist, dass dies wohl der bittere und teuere Preis von Forschung und Fortschritt ist, habe ich als Tierliebhaber einfach meine persönlichen ehtisch-moralischen Probleme damit.

    Insgesamt bietet dieses Buch aber einen wirklich interessanten Einblick in die Welt der modernen Bio-Forschung, in dem man sehr viel Neues lernen und erfahren kann. Dass der Autor das auf verständliche und sehr humorvolle Art und Weise macht und gleichzeitig einen sehr verantwortungsvollen Umgang mit dem Wissen und den technologischen Möglichkeiten vertritt, machen ihn und sein Buch sympathisch und lesenswert.

    Von mir 4 Sterne in der Endabrechnung.

    PS. Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten

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  3. Sikal
    ·
    4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Treffen sich zwei Moleküle …, 23. Oktober 2016
    Von 
    Sikal – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Treffen sich zwei Moleküle im Labor (Gebundene Ausgabe)
    Biologie auf der Kleinkunstbühne – so einfach lässt sich das Buch von Martin Moder umschreiben – oder auch nicht.

    Es steckt nämlich ein wenig mehr dahinter als der Klappentext vermuten lässt. Wissenschaftlich korrekt Kuscheln oder sich mit jemandem zusammennähen zu lassen, klingt auf den ersten Blick nicht wirklich nach ernsthafter Wissenschaft.

    Das Martin Moder allerdings ein wirklich ernst zu nehmender Wissenschaftler ist, hat er bereits oftmals bewiesen – und auch bei der Lektüre von „Treffen sich zwei Moleküle…“ wird dem interessierten Leser das schnell klar. Um den Bogen von Dschingis Khan zu den Urzellen in so anschaulicher und humorvoller Weise zu spannen, gehört mehr als nur ein guter Wissenschaftler zu sein.

    Die Art und Weise wie der Autor Wissenschaft vermittelt, ist zwar nicht mehr ganz neu – „Science Busters“, Science Slam“ oder auch Ärzte als wissenschaftliche Talkshowmoderatoren (Eckart von Hirschhausen) findet man heute zuhauf – dennoch hat gerade diese Methode einen großen Vorzug: Die Leser werden auf unterhaltsame Weise durch eine Materie geführt, in der es sonst nur sehr schwer möglich ist, sich zurecht zu finden.

    „Treffen sich zwei Moleküle…“ ist über die ersten Seiten und Kapitel gespickt mit Humor. Je weiter man sich vorarbeitet (und es handelt sich um eine vergnügliche Arbeit), umso mehr erhält die Wissenschaft den Vortritt. Wenngleich ich hier so manche tiefergehende Ausführung gewünscht hätte.

    Wer in der Grundschule Biologie als reines Nebenfach betrachtet hat und sich deshalb in diesen Stunden mit „Bravo“ oder „Rennbahnexpress“ vergnügte, wird merken, dass es doch einiges gegeben hätte was – anders dargebracht – wirklich interessant gewesen wäre.

    Martin Moder selbst arbeitet am Zentrum für Molekulare Medizin in Wien und betreibt den Science Blog „GENau“. Er hat es sich zum Ziel gemacht, seine Forschungen und die Wissenschaft im Allgemeinen verständlich zu erklären und bezeichnet sich deshalb auch als „Wissenschaftsvermittler“. Dies ist ihm mit seinem Buch auch wirklich gelungen…

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