Tram 83: Roman

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Arbeitslosigkeit

Eine heruntergekommene Großstadt in Afrika, wer hierher kommt, hat ein Ziel: Geld zu machen, egal wie. Das „Tram 83“ ist der einzige Nachtclub der Stadt, ihr pulsierendes Zentrum. Verlierer und Gewinner, Profiteure und Prostituierte, Ex-Kindersoldaten und Studenten, sie alle treffen in dieser Höhle aufeinander, um sich zu vergessen. Hier, an diesem von Kriegen, Korruption und Globalisierung gezeichneten Ort, sehen sich auch zwei ungleiche Freunde wieder: Lucien, der Schriftsteller, findet auf der Flucht vor Erpressung und Zensur Schutz bei Requiem, der sich durch das Leben gaunert. Rhythmisch und rau erzählt Mwanza Mujila ihre Geschichte, mit einem Drive, der an die Musik von John Coltrane erinnert.


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Tram 83: Roman

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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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  1. 4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    ‚… erzählt ihre geschichte’… sie ist ein er: Fiston Mwanza Mujila, 9. August 2016
    Von 
    lui casutt – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Tram 83: Roman (Kindle Edition)
    mehr dazu von der nzz, zürich:
    Der 1981 in der Demokratischen Republik Kongo geborene Autor, der inzwischen in Graz lebt, beherrscht die Kunst, ein gänzlich verrohtes Milieu mit anderen Mitteln als denjenigen massstabsgetreuer Gewaltdarstellung ins Bild zu setzen. Darin liegen die Stärke und das innovative Potenzial, aber auch ein Risikofaktor seines aufsehenerregenden Erstlingsromans.

    Handlungsort von «Tram 83» ist in erster Linie das titelgebende Lokal. Man möchte es nicht unbedingt als das pochende Herz der desorganisierten Bananenrepublik bezeichnen, in der Mujilas Roman angesiedelt ist: Tiefer gelegene und ebenfalls vitale Organe taugen besser zur Metapher. Im «Tram 83» wird gesoffen, zu Live-Musik getanzt, gelegentlich geprügelt und vor allem angemacht; die Toiletten sind nicht nach Geschlechtern getrennt und stehen für vielerlei Bedürfnisse offen. Vor dem Lokal gibt’s knusprig grillierte Ratten und Hundekeule in Senfsauce zu schmausen – darauf beschränkt sich das Fleischangebot in dem «Stadtland» genannten, von einem abtrünnigen General regierten Rumpfstaat, obwohl der Boden hier schier unendliche Reichtümer an Diamanten und Rohstoffen birgt. «Küken» sind in Stadtland zwar ebenfalls reichlich und um wenig Geld zu haben, aber dabei handelt es sich um Lebendware (man verzeihe den zynischen Ausdruck), nämlich um minderjährige Prostituierte.

    Dass Mujila das Mass für dieses brutal komprimierte Roman-Universum an seinem Heimatland genommen hat, braucht nicht lange ausgeführt zu werden, auch wenn die direkten Verweise auf Kongo rudimentär sind. Denn nicht um die Geschichte des Landes geht es in dem Buch und auch nicht um die Geschichte, die darin eher skizziert als erzählt wird. Es geht um eine aus den Angeln gehobene Welt – und um die Frage, wie man die zur Sprache bringt.

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  2. 9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Genial, brillant, ohne Tabus, 16. August 2016
    Von 
    Jules Barrois (Deutschland) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Tram 83: Roman (Gebundene Ausgabe)
    Requiem und Lucien, zwei Freunde oder zwei Feinde. Lucien, ein edler Dramatiker, keusch wie ein Mönch. Requiem, nicht sehr edel, Verbrecherchef, Soldat, Unternehmer, endlos hungrig. Diese beiden treffen sich in einer unbenannten kongolesischen Bergbaustadt. Ein Ort, an dem Lucien viele Jahre verbracht hat, um zu kämpfen. Kämpfen für sein Schreiben. Bestraft für sein Schreiben. Bestraft zu schreiben?
    Zentrum ist Tram 83, das schlagende Herz dieser Bergbaustadt, Auge des Sturms, wo Künstler, Arbeiter, Intellektuelle, Prostituierte, Arbeiter verschmelzen. Eine Bar, ein Bordell, ein Tanzschuppen, eine Jazzkneipe, ein Treffpunkt für Gescheiterte und Hoffnungsvolle, Resignierte und Verzweifelte, gebrochene Existenzen, Elemente des Elends, Korruption und Gelegenheit sammeln sich in einem Dunst von Drogen in betrunkenen Tänzen, durch die Sexualität, Philosophie und Politik wabert. Alle gefangen in einer gesellschaftspolitischen Kultur, in der Bewohner und Besucher gleichermaßen konkurrieren.
    Und dann beginnt ein polyphoner Wirbelsturm, der mehr ist als ein Roman. Das ist Rumba, Salsa, Jazz, Klassik, Rock und alle möglichen Fusionen. Das ist ein Theaterstück aus Gesprächen und Gesprächsfragmenten, eines auf das andere geschichtet. Eine schwarze Komödie, obwohl schreckliche Dinge passieren, kommt das Lachen bemerkenswert leicht. Das ist ein Text, gleichzeitig für Augen und Ohren.
    Tram 83 ist brillante afrikanische Literatur, ehrlich und erfrischend. Zum großen Teil besteht er aus faszinierenden Dialogen. Diese Sprache entwickelt eine eigentümliche Magie und einen betörenden Rhythmus. Ein frenetischer und bunter Stil. Ehrlich, unerbittlich und intellektuell herausfordernd. Fiston Mwanza Mujila schreibt mit einem siebten Sinn für Tempo und Timing. Ein Epos von Gewalt, Verzweiflung und Ablenkung
    Ich habe den Eindruck, dass er versucht, die Wahrheit wieder herzustellen oder besser, zusammenzusetzen. Dabei steigt er tief in ein kollektives Gedächtnis.
    Genießen Sie einfach diesen Roman, der daherkommt wie eine literarische Lokomotive, wie ein Vulkan. Genießen Sie diese magnetische Atmosphäre, diese Lava von Wörtern, dieses Stück Freiheit und Unabhängigkeit der Sprache und der Weltanschauung. Machen Sie sich selber ein Bild von diesem afrikanischen Realismus der Hinfälligkeit.
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  3. 2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Paradies auf Abwegen, 29. September 2016
    Von 
    Werner Titz – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 1000 REZENSENT)
      

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Tram 83: Roman (Gebundene Ausgabe)
    Der Text liest sich wie eine Jamsession unterschiedlicher Bands die gegeneinander in voller Lautstärke anspielen.
    Für Zwischentöne ist da kein Platz – und auch nicht der richtige Ort:
    *Das hier ist die neue Welt. Hier gilt: Jeder für sich, Scheiße für alle. Das hier ist der Dschungel* sagt ‚Requiem‘ der sich in dieser Welt zuhause fühlt, zu Lucien, seinem Freund, dem Schriftsteller, der neu in diesem Ort am Rande der Zivilisation angekommen ist.

    Der Ort wird im Buch ‚Stadtland‘ genannt, und liegt irgendwo in dem *ehemaligen, unnötig weitläufigen, wunderbar öden Staatsgebiet, durch das sich ein breiter Fluss schlängelte, dessen einziger Zweck darin bestand, sich im Ozean zu ertränken. *
    Eine Diamantenmine in der Hand eines abtrünnigen Generals zieht die Glücksritter an (im Buch ‚gewinnorientierte Touristen‘ genannt), die Draufgänger, die Verlorenen, einen Tross von Prostituierten jeden Alters, Kriminelle, Geschäftsfrauen, Kellnerinnen für die Bar TRAM 83, einem Nachtclub, ‚das Paradies auf Abwegen‘ und gleichzeitig Bühne für die Selbstdarsteller und deren Kämpfe untereinander, und für die Auftritte von Künstlern wie der ‚Diva‘, die mit ihrem Gesang das Publikum im TRAM 83 kurzfristig zu guten und ergriffen schluchzenden Menschen macht, oder der Verleger aus der Schweiz, der durchsetzt, dass Lucien eine Lesung auf dieser Bühne halten kann, die allerdings im allgemeinen Tumult untergeht.

    Die Sprache ist grell, erinnert an die Beat-Generation der 1950er Jahre, sie lebt von Wiederholungen die gelegentlich manieristisch wirken, trifft aber die hektische Atmosphäre und entspricht den Stereotypen in denen die handelnden Personen kommunizieren. In der heutigen Literaturszene, in der doch eher die Betulichkeit überwiegt, ist dieses Buch von Fiston Mwanza Mujila, der in Lubumbashi geboren wurde und heute in Graz lebt, ein kräftiger Befreiungsschlag aus den Schablonen, auch der afrikanischen Literatur.
    Ohne das afrikanische Lokalkolorit könnte TRAM 83 überall in der Welt handeln, wo sich eine Goldgrube außerhalb legaler Verhältnisse aufgetan hat und die im Leben schon gestrandeten noch einmal ihre Chance ergreifen können indem sie sich mit anderen um die Beute streiten.

    Beim Lesen dieses Buch fällt eine Analogie zu Louis Calaferte’s Buch *Requiem für die Schuldlosen* auf.
    Auch Calaferte beschreibt eine geschlossene Gesellschaft am Rande der Zivilisation, allerdings in einer Armensiedlung am Rande von Lyon, in den 1940er Jahren, wo sich ein Schmelztiegel für Gestrandete aus allen Ländern gebildet hatte, und wo man diese Gegend ebenfalls den Dschungel nannte, *das Niemandsland der Vernunft, der Dschungel, und man hätte dort nur eines tun können: uns in unserer Jauche planschen lassen oder uns alle töten*.

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