Südliche Visiten: Unterwegsnotate

Afrika & Naher Osten

Abdu, mit uns auf dem Weg nach SHARM EL SHEIKH, sachkundig, so rollenbewußt wie (fast zu) rollenverliebt, kultur-, politik-, sozialkritisch und vor allem enorm kommunikativ, weil rhetorisch-artikulatorisch variantenreich, also souverän. Französisch- und Türkisch-Lehrer sei er gewesen, sagt er auf Deutsch (er lerne aber noch), Richard von Weizsäcker, der exzellent französisch spreche, habe er hier in OLBA D?OCAESAREA begleitet, und da gebe es seine Broschüre (auch auf Deutsch) … „Sitzen wir nicht im Theater?" Ja, Ali?an und seine Rolle, er in seinen (wie bewußt theatralisierten?) Rollen und in seinen Inszenierungen, und vor allem Ali?ans Brechungen der Situationen.
Zacharias, feinsinniger, eloquenter, sprachsensibler Gymnasiallehrer voller raffinierter Selbstironie, führt uns auf exquisite und erquickende Weise durch FÈS, das er (wie er selbst es ist) „kosmopolitisch" nennt. Ihnen begegnete der Autor, zufällig, gewiß – durch sie und mit ihnen
erlebte er außergewöhnlich sprachgetragene Erkundungen ihrer Heimat, ihrer Lebens- und Denkweisen, ihrer Weltsichten und Traditionen. Floskeln fand er, Beschwichtigung zuweilen, Verschweigen auch, stolzes, ja maßstabloses Werben fürs Eigene, häufig in ernst-unernst-ironischem Ton. Gerade die Art mancher Weltzugriffe schien ihm notierenswürdig; so legte er sich Unterwegsnotate an, sprachliche Mitbringsel sozusagen, selbstverfertigte, flüchtigen Gelegenheiten entrissene, dann aber situationsbelassene.

Eberhard Zeiler, geboren in Bautzen; bis 2006 im Inland und im Ausland lehrend (Literatur, Kulturen, Fremderleben)


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