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  1. Jobst Hagedorn
    ·
    10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Statistik anschaulich erklärt: Täglicher Unsinn zu 101% entlarvt!, 19. Juli 2015
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    This review is from: Statistischer Unsinn: Wenn Medien an der Prozenthürde scheitern (Taschenbuch)

    Das Gesamturteil dieser Rezension vorweg: Der Autor führt humorvoll-anschaulich einen nachvollziehbaren Kampf gegen das miese Image, das "Statistik" gemeinhin hat. Er weist nach, dass "das schlechte Image der Statistik kann zu einem nicht geringen Teil aus dem fundamentalen Irrtum erklärt werden, die Qualität der statistischen Methoden mit der Qualität ihrer Anwendung … zu verwechseln".
    Als aktiver Hochschuldozent im auch bei vielen Studenten ungeliebten Fach "Statistik" ist er doppelt betroffen: Beruflich – und als Zeitungsleser und Fernseh-Rezipient. Wer aber Statistik als Beruf hat, den schmerzt zweifellos die Vielfalt der statistischen Dummheit.
    Er ist dabei in guter Gesellschaft. Denn seit vor fast 60 Jahren Darrell Huff sein berühmtes "How to lie with statistics" geschrieben hat (das interessanterweise in dem hier zu besprechenden Werk nicht als Quelle benannt ist), gelangt dieses Thema glücklicherweise immer wieder in den Fokus. Das Zitat, das Statistiker in diesem Zusammenhang nicht mehr hören können ist natürlich "traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast". Haha, wie witzig. Daher hält sich Andreas Quatember in diesem Buch nicht lange mit solchen Allgemeinplätzen auf.
    Ja! In den Medien werden an vielen Orten Statistiken zitiert, um dieses oder jenes Argument zu untermauern. Oft noch als Graphik – und damit visuell wahrgenommen: noch "richtiger". "Statistiken sind ein bedeutender Teil unserer Informationsgesellschaft", so der Autor dieses interessanten Buches. Insgesamt erlebt er als Professor einer renommierten Uni, dass "diese unreflektierte Geringschätzung gegenüber dem Fach (Statistik) auch in den Basislehrveranstaltungen aus Statistik an Hochschulen als schwer zu überwindende Hürde spürbar" ist.
    Er leidet erkennbar unter der Diskrepanz zwischen offenkundiger Bedeutung von Statistik – und ihrem schlechten Ruf. Den führt er – siehe oben – zurück auf dem fundamentalen Irrtum, die Qualität der statistischen Methoden mit der Qualität der Anwendung dieser Methoden zu verwechseln. Eine wichtige Unterscheidung, die auch der größte Ignorant nach Lektüre dieses Buches endlich verstehen müsste…
    Die Methoden sind nämlich gut, bewährt und stabil. Bei der Anwendung hapert’s – was kein Wunder ist, wenn sich schon Studierende in großer Zahl diesem Bereich verschließen; aber nach dem Studium z.B. als Journalist oder Politiker in Verantwortung stehen, statistische Zahlen zu verstehen oder am Ende sogar noch zu bewerten… (hier wird’s dann richtig lustig!)
    Das Buch versteht sich als "Einladung zur offenen Diskussion zwischen den Verantwortlichen und ihrem aufmerksamen, interessierten Publikum". NATÜRLICH ist zu befürchten, dass dieses Buch nur von denen gelesen wird, die sich mit Statistik gut auskennen – oder sich zumindest qualifiziert dafür interessieren. Aber hierzu der Tipp des Rezensenten: Schenken Sie das Buch denjenigen, die gerne (und gerne falsch) mit Statistiken umspringen.
    In neun Kapiteln auf etwas über 200 Seiten geht’s praxisnah – und nur in ganz geringem Maße mathematisch – zur Sache. Anhand vieler einleuchtender Beispiele geht der Autor den Problemen nach, die der schlampige Umgang mit Erhebung und Verarbeitung, aber auch mit der Darstellung von Statistiken, verursachen.
    Immer wieder geht er auf die vier großen Felder ein: a) Falsche Berechnungen; b) unnötige Angaben von Prozentzahlen; c) die Prozent vs. Prozentpunkte-Problematik und die Königsdisziplin statistischen Unfugs: d) Statistiken, die sich auf falsche Grundgesamtheiten beziehen.
    Mit viel materialbedingt trockenem Humor und treffenden Beispielen schreibt sich Andreas Quatember den Frust aus viel Zeitungslektüre und zweifellos auch vielen von ihm gehaltenen Statistik-Vorlesungen vom Leib.
    Um es abzukürzen: Dieses Buch ist nicht nur für diejenigen interessant, die sich oft hilflos (weil ahnungslos) irgendwelchen statistischen Darstellungen ausgeliefert fühlen. Es ist auch für Statistik-Experten belustigend, denn die anschaulichen Beispiele sind den Kategorien von "typisch", "au weia" oder "oh mein Gott" gut zuzuordnen.
    Er geht brillant auf "unvergleichliche Mittelwerte" und die "Repräsentativitätslüge" ein. Er beschreibt eine Statistik, mit der sich (angeblich) "alles beweisen lässt" und lässt mit dem Kapitel "Tatort Lotto" auch zur Darstellung einiger minimal anspruchsvollerer mathematischer Dinge hinreißen. Aber der Leser, der sich aufgrund der Leichtigkeit der Texte bis zu diesem Kapitel durchgeschmunzelt hat, der wird "unterwegs"…

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  2. Michael
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    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Solide, 29. Februar 2016
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    This review is from: Statistischer Unsinn: Wenn Medien an der Prozenthürde scheitern (Taschenbuch)
    Ein weiteres Buch zum Thema „Statistiken und wie sie falsch dargestellt und interpretiert werden”. Quatember, Professor am Institut für Angewandte Statistik (IFAS) der Johannes Kepler Universität Linz sammelte jahrelang „Highlights” aus der Presse und erläutert, was die Probleme damit sind. Mathematisch ist der Text sehr einfach gehalten und sicher für alle verständlich.

    Es gibt unvermeidliche Überschneidungen mit dem Buch Lügen mit Zahlen von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff. Die Schwerpunkte liegen jedoch bei beiden Büchern etwas anders, so dass sie sich durchaus gut ergänzen.

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  3. Karl Schäfer
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Vom Unsinn mit Statistik lernen, 5. Januar 2016
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    This review is from: Statistischer Unsinn: Wenn Medien an der Prozenthürde scheitern (Taschenbuch)
    Der Autor Andreas Quatember, Professor an der Universität Linz schreibt im Vorwort zu diesem Taschenbuch: „In diesem Buch werden Fehler, die bei der Vermittlung statistischer Daten in verschiedensten Bereichen gemacht werden, bewusst unterhaltsam kommentiert. Es darf und soll Spaß machen, dieses Buch zu lesen.“ (S. VII)
    Nach diesem Motto werden im 1. Kapitel mögliche Auswirkungen statistischen Unsinns diskutiert. Kapitel 2 liefert Beispiele dafür, was bei einfachen Prozentrechnungen alles falsch laufen kann. In Kapitel 3 werden falsche grafische Darstellungen thematisiert. Vergleiche von Mittelwerten in tatsächlich nicht vergleichbaren Populationen werden im 4. Kapitel betrachtet. Die nächsten Kapitel beschäftigen sich mit mit falsch verwendeten und falsch interpretierten Statistiken, mit Stichprobenerhebungen, die im Hinblick auf die Rückschlüsse von der Stichprobe auf die eigentlich interessierende Gesamtheit offenkundig verzerrt sind,mit der PISA-Studie und der Wahrscheinlichkeitstheorie.
    Auf rund 220 Seiten lernen alle am Thema Interessierten quasi nebenbei, Statistik sinnvoll einzusetzen. Ein empfehlenswertes Sachbuch.
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