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  1. junior-soprano
    ·
    12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Neil Young zieht Schadstoffbilanz, 10. Oktober 2015
    Von 
    junior-soprano – Alle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (TOP 1000 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Special Deluxe (Gebundene Ausgabe)
    Der bevorstehende 70. Geburtstag am 12. November 2015 ist ein guter Anlass nach der ersten Autobiographie „Ein Hippie-Traum“ von 2012 nun eine zweite hinterher zu schieben. Wer bei Youngs Konzerten war, der weiß, dass seine Fans zum Großteil männlich sind und da Männer angeblich ungerne lesen, brauchte es wohl einen Anreiz, um zu diesem Buch zu greifen. Also nahm der Kanadier das mit dem Wort Auto-Biographie zum Anlass, um über seine Autos und sein Leben zu schreiben. Und über die Hunden die ihn in auf seinem Weg von den Squires über Buffalo Springfield über CSN über Crazy Horse usw. begleitet haben.

    Ein Buch also, dass sich anfühlt wie ein Autoquartett? Was erst mal etwas verschroben klingt liest sich deutlich flüssiger, ist viel klarer strukturiert und viel mehr ein klassische Autobiographie als Youngs vorheriges Buch, in dem es viel um sein Leben als Unternehmer, etwa bei Lionel Trains, mit seinem neuen mp3-Alternativ-Player „Pono Player“ und dem Projekt LincVolt ging.

    Der LincVolt, ein als Elektroauto umgebauter Lincoln Continental ist dann auch das erste Auto, welches im Buch auftaucht – alle wurde von Neil Young selbst gemalt und eine Bildunterschrift nennt Namen und Baujahr.

    Chronologisch begleiten wir Young durch kurze Kapitel, beginnend mit schönen Kindheitserinnerungen in Kanada. Die Tiefe und Bedeutung DER Biographie, des Standardwerks über Neil Young „Sixty to zero“ von Jonny Rogan erreicht „Special Deluxe“ nicht und es ist schade, dass vieles nur angekratzt wird. Zieht man die zahlreichen Autobilder und die vielen Songauszüge ab (die nicht auf Deutsch übersetzt wurden), dann bleibt es ein eher dünnes Buch. Allerdings eines mit Lesebändchen und Schutzumschlag, das ein echtes Schmuckstück ist!

    Das erste Mal seit der Hymne an den Oralverkehr „Bite the bullet“ vom Album „American Cars and Bars“ spricht Young öffentlich über Sex – das ist einer dieser Momente, die dieses Buch so unverzichtbar machen, denn hier wird eben doch ein klein wenig Neues erzählt und, das ist noch entscheidender, es wird von Young selbst erzählt. Er war ein unzuverlässiger Mieter, der CO2-Ausstoß seiner Autos war katastrophal und vieles mehr läßt uns der „Heart of Gold“-Sänger wissen. Ungefähr zur Mitte des Buches wird es etwas arg viel mit den Autoaufzählungen, übrigens hauptsächlich Baujahre aus Youngs Kindheit und Jugend. Und dann deutet er aus heiterem Himmel einen weiteren Grund an, warum dieses Buch entstanden sein mag. Um das Jahr 2010 erreichten die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Alben nach Jahren des Rückgangs den bisherigen Tiefpunkt. Um Kosten zu senken verkaufte der Musiker zahlreiche Autos seiner Sammlung und verkleinerte seine Broken Arrow Ranch in Kalifornien.

    Für Fans ein unverzichtbares Buch, für Young-Neulinge ein unterhaltsame und drollige Lektüre.

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  2. Cronast12
    ·
    3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ich bin ein wenig in dieses Buch verliebt, 7. Januar 2016
    Von 
    Cronast12 – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Special Deluxe (Gebundene Ausgabe)
    Natürlich hatte ich sein erstes Buch "Ein Hippie-Traum" vor Augen, mit seiner entspannten lockeren Gliederung und charmanten Sprüngen in der Zeit. Ich habs sehr gern gelesen und war wirklich beim jedesmaligen Lesen in guter, genießender Stimmung und habe sehr bedauert, als es sich dem Ende entgegen neigte.
    Von daher habe ich mich auf das zweite auch sehr gefreut, allerdings mit der Einschränkung, nicht allzuviel und keine nahtlose Fortsetzung zu erwarten.
    Wie es doch immer ein klein wenig anders kommt!
    Ich finde das Buch äußerst liebenswert, Neil Young schildert viel intimer und in Plauderstimmung wie am Kamin von seiner Jugend, von seinem Erwachsenwerden, von seiner musikalischen Entwicklung. Es wirkt wie ein Gespräch unter Freunden, die sich gemeinsam an alte Zeiten erinnern, währenddessen man ein lecker Weinchen trinkt oder ein paar Bier und -wenn die Gesundheit es zuläßt- eine Genusszigarrette raucht.
    Es ist geschlossener, homogener als sein erstes Buch, vielleicht auch bedingt durch die Hereinnahme des Thema Automobile und damit fokussierter.
    Und da ich auch jemand bin, der (wohl wissend um die durch die Automobilität bedingten Umweltprobleme) beizeiten gerne lange Autofahrten unternimmt und dabei gerne Musik -natürlich auch von Neil Young- hört, war/bin ich bei seinen Schilderungen immer direkt in the mood.
    Seine Musik, seine Lebenseinstellung, sein Umgang mit Menschen und Musikerkollegen, sein Verhältnis zu Natur und Technik und Auto kommen für mich ganz stimmig rüber und bestätigen nochmals mein persönliches Bild, das ich von ihm habe.
    Und dann denke ich, wie klasse wäre das denn mit ihm im offenen Wagen mal durch die Redwoods zu fahren, mit Musik, Speis und Trank und sich zu unterhalten. Geht nicht, also machen wirs eine Nummer kleiner und ist auch sehr schön.
    Übrigens ganz liebevoll und wiederum sehr charmant seine kleinen Auto-Zeichnungen zu jedem Kapitelanfang. Das Buch braucht keine Fotos, keine Anhänge, Dokumente und so, es ist schön wie es ist, der Film läuft im Kopf ab. Meinen Dank. Ich bin ein wenig in dieses Buch verliebt und trauere bereits seinem Ende entgegen (ungefähr 30 Seiten habe ich noch…)
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