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  1. Thomas Knackstedt
    ·
    57 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Eines der beeindruckendsten Bücher, die ich je gelesen habe, 29. Dezember 2002
    Von Ein Kunde
    Rezension bezieht sich auf: Schlafes Bruder (Taschenbuch)
    Anfänglich habe ich nur unwillig zu diesem Buch gegriffen, da ich es für den Deutsch-Unterricht lesen musste, aber schon nach der ersten Seite war ich von diesem Buch zutiefst gefesselt. Schon nach kurzer Eingewöhnung, ist es ein wahres Vergügen Robert Schneiders doch etwas ungewöhnlichem Erzählstil zu folgen, der es meisterhaft versteht, die triste und harte Realität der Bauern vergangener Zeiten mit dem Märchenhaften und Wunderbaren zu verbinden. Inmitten der unsäglichen Trostlosigkeit des Vorarlberger Bergbauern-Daseins im 19. Jahrhundert, lässt er Elias Alder, gleich einem Wunder, erstehen. Ein Mensch mit einer nahezu unglaublichen musikalischen Begabung und der Fähigkeit wahrhaft und mit aller Leidenschaft zu lieben. Leidenschaften an denen er letztendlich zerbrechen wird.
    Ich habe auch einige der anderen Kritiken gelesen, und muss sagen, dass sie dem Buch teilweise unrecht tun. Meist geschrieben von Schülern, die in einem liebevollen und fürsorglichen Elternhaus aufwachsen, und darum nicht nachvollziehen können was bittere Armut, Ausweglosigkeit und ungebildeter Fanatismus mit Menschen anrichten kann, und diesem Buch Irrealismus vorwerfen. Aus Erzählungen meiner Mutter, über ihre eigene Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, die aus dem bäuerlichen Milieu stammten, weiß ich jedoch, dass diese Beschreibung der bäuerlichen Lebensweise vergangener Zeiten, näher an der Realität ist, als wir uns das heute glüchklicherweise vorstellen können.
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  2. Lele Frank
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    "Wisse, das ich mein Unglück nicht annehme!", 2. August 2009
    Von 
    Thomas Knackstedt (Delligsen) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Schlafes Bruder – 6 CD’s (Audio CD)
    Das stösst Johannes Elias Alder, verbittert und enttäuscht, seinem Gott entgegen. "Wenn Du uns den freien Willen gegeben hast, dann will ich jetzt davon kosten." Da schreiben wir das Jahr 1825 in dem kleinen, Vorarlberger Ort Eschberg. In diesem Jahr wird Robert Schneiders Roman, der aus dem Jahr 1992 stammt, enden. Er beginnt 1803 und in den folgenden Jahren nimmt uns Schneider mit in den kleinen Ort, der nur zwei Familienzweige beherbergt.

    Elias ist ein seltsames Kind. Seine gelben Augen stempeln ihn von Anfang an zum Außenseiter. Dazu kommt, dass der Junge ein "universelles Gehör" hat, jeden Ton erkennt und jeden Missklang sofort wahrnimmt. Elias kann alle Stimmen nachahmen, in allen Tonlagen singen und ist ein Orgelspieler, wie ihn die Welt noch nicht gehört hat. In dem kleinen Bergdorf hilft ihm das jedoch nicht weiter, da kein Musikkenner sich nach Eschberg "verirrt".

    Als Elias durch einen Zufall doch noch in den Genuss kommt, die Kirchenorgel spielen zu dürfen, steigt sein Ansehen im Dorf. Er wird sogar als Lehrer eingesetzt.
    Sein Cousin Peter, der ihn schon lange bewundert und auch auf erotische Weise anziehend findet, lebt bei weitem kein so gutes Leben wie Elias. Er hasst den Vater und steckt schon als Kind das eigene Haus an. Elias weiß davon, verrät den Cousin jedoch nicht.

    Außer Peter gibt es dann noch Elsbeth in Elias Leben; Peters Schwester. Elias fühlt sich zu der jüngeren Elsbeth hingezogen, seit er ihren Herzschlag "gehört" hat. Für ihn ist diese Liebe von Gott gewollt und sein Ein und Alles. Als Elias jedoch feststellen muss, dass Elsbeth sich für einen anderen entschieden hat, verliert er seinen Glauben an Gott. Er zweifelt an ihm, das ist der Anfang vom Ende…

    -Schlafes Bruder- ist alles andere als leichte Kost zum zwischendurch hören. Robert Schneider hat einen kantigen, knorrigen Roman mit Ecken und Kanten in die Manuskriptseiten getippt. Gerade durch diese sperrige Variante der Geschichte schafft Schneider es jedoch punktgenau die Zeit des frühen 19.Jahrhunderts in den Bergen der Alpen einzufangen. Ein Kniff, der perfekt funktioniert.

    Fritz Hammel schafft es als Vorleser diese Sprache so hart und klar vorzutragen, wie sie gesprochen werden will. Das ist anfänglich gewöhnungsbedürftig, nimmt uns aber mit jeder Minute mehr und mehr gefangen.
    -Schlafes Bruder- wirkt dabei wie eine imaginäre Zeitmaschine. Steigen sie ein und lassen sie sich in die urbane Welt der Bergbauern zurückführen. Hören sie Fritz Hammel zu, wenn er den starken Glauben des Elias Alder preist, nur um ihn später zu zermalmen. Eine beeindruckende Geschichte, die in jedem Fall hörenswert ist.

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  3. Anonymous
    ·
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ich war im Himmel …, 3. Juli 2014
    Von 
    Lele Frank – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Schlafes Bruder (Taschenbuch)
    Ich war dabei, als Elias im Dom zu Feldberg mit seiner Darbietung die Zuhörer in Hypnose versetzt hat.
    Ich war dabei, weil der Autor mich bei der Hand genommen hat, und mich führte. Von da an habe ich beim lesen den Atem angehalten, und es nicht bemerkt, sondern nur noch gespürt. Was Elias mit dem Manual einer Orgel zu tun vermochte, das gelang dem erstaunlich jungen Autor mit Worten. Ich möchte mich nicht in Höflichkeiten ergehen, aber mit wenigen Worten meine Anerkennung ausdrücken. Ich bin selber eine Erstautorin, aber wie fühle ich mich jetzt als Stümper. Hätte ich einen Wunsch frei, ich würde gerne mit Robert Schneider einen Tag lang sein Buch besprechen, weil mir leider auf Grund der Dialektik – ich bin ein Fischkopp – die Bedeutung des Ein- oder Anderen Wortes versagt blieb. Ein adäquater Gesprächspartner, der des Voralrbergischen mächtig ist, wird hier schwer zu finden sein. Die 23 Verlage die sein Werk abgewiesen haben, möchte ich an dieser Stelle herzhaft verlachen. Danke an den Autor, dass er den Glauben an sich trotzdem nicht verloren hat. Auch in Verlagen sitzen nur Menschen die nicht IMMER Ahnung haben, wie sie selber von sich glauben. Ich muß nun los das Buch "Dreck" kaufen. Kann es kaum erwarten. Bitte hören Sie niemals auf zu schreiben, lieber Robert. Ich gratuliere von Herzen. Lele Frank, -Erstautorin-
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