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Salah ad-Din und Löwenherz: Das ritterliche Leben Richard I. von England und des Sultans von Ägypten, Syrien und Palästina

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König Richard I. Löwenherz – Wer war er wirklich?
Ritter, Abenteurer, Herrscher, guter Christ?
Über König Richard I. Löwenherz von England ist viel geschrieben und gesungen worden. War er nun Franzose oder Engländer? War er schwul oder ein Frauenheld? Was er war, das weiß man bis heute nicht so genau. Er war auf jeden Fall eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Mittelalters. Legenden bildeten sich schon zu Lebzeiten, später griffen zahlreiche Chronisten und Autoren in die Harfe und schufen neue Legenden hinzu. Sein Leben wurde mannigfach verfilmt. Seine Freundschaft zu Saladin machte aus ihm einen Helden des christlichen Abendlandes, als er um das Jahr 1190 versuchte, mit dem Dritten Kreuzzug Jerusalem, das von Sultan Saladin erobert worden war, erneut von den „Heiden“ zu befreien. Dem Aufruf zum Dritten Kreuzzug folgten der deutsche Kaiser Barbarossa als Oberkommandierender, Englands junger König Richard Löwenherz, Herzog Leopold von Österreich und König Philipp II. von Frankreich. Der Feldzug wurde zu einem Misserfolg, da Barbarossa bereits auf dem Weg ins Heilige Land in einem Fluss in der heutigen Türkei ertrank. . .
Im Abendland geriet Saladin nie in Vergessenheit, kein islamischer Herrscher des Mittelalters ist in Europa bekannter. Und obwohl er den Kreuzfahrerstaaten schweren Schaden zugefügt hatte, stand er über Jahrhunderte hinweg in besonders hohem Ansehen. Die Erinnerung an ihn wurde schon bald verklärt und romantisiert. Er ging als „ritterlicher Gegner“ und „Urbild des edlen Heiden“ in die europäische Geschichtsschreibung ein. Seine Beziehung zu König Richard I. Löwenherz von England war neben militärischer Gegnerschaft von großem gegenseitigem Respekt geprägt. Als Richard bei der Belagerung von Akko erkrankte, soll Saladin ihm die Dienste seines Leibarztes angeboten und ihm Schnee vom Berg Hermon zur Kühlung von Getränken gesandt haben. Als Richard im Kampf bei Jaffa sein Pferd unter dem Leib weggeschossen worden war, habe er ihm durch einen Sklaven zwei edle Araberpferde bringen lassen, damit er standesgemäß weiterkämpfen könne – was wegen der ungewöhnlich ritterlichen Verhaltensweise bei den Chronisten größtes Aufsehen erregte. Während der Kampfpausen pflegte man diplomatischen Kontakt miteinander. Gesandte nahmen an Festlichkeiten, Turnieren und Jagdausflügen teil und man sandte sich kostbare Geschenke: Der Legende nach einen weißen kurdischen Jagdfalken für Richard, als Gegengabe einen andalusischen Rappen für Saladin.
Um den Krieg im Heiligen Land zu beenden und nach Europa zurückkehren zu können, um seine ins Wanken geratene Herrschaft in England und Frankreich zu sichern, bot Richard an, dass al-Adil, Saladins Bruder, Johanna, die Schwester Richards und Königinwitwe von Sizilien, heiraten sollte – für Muslime und Christen damals nahezu unvorstellbar. Auch wenn diese romantischen Vorschläge von beiden Seiten letztlich nicht allzu ernst genommen wurden, macht der Vorschlag die gegenseitige Wertschätzung deutlich.
Ähnliches ist von Saladins diplomatischen Beziehungen zu Friedrich I. Barbarossa überliefert, bei dem er 1173 für seinen Sohn angeblich um die Hand dessen Tochter anhielt, mit der Option, dass jener dann zum christlichen König gekrönt werden möge. Dies dürfte jedoch ein Gerücht sein, das später von christlichen Troubadouren verbreitet wurde. Die hierfür nach Aachen entsandte ägyptische Delegation soll ein halbes Jahr am Hof Friedrich I. verweilt haben, wo sie vermutlich über ein Bündnis gegen Byzanz verhandelte.
Nach der Rückeroberung Jerusalems durch Saladin soll Friedrich I. diesen in einem Schreiben vom 26. Mai 1188 zu einem ritterlichen Duell am 1. November 1189 in der ägyptischen Ebene Zoan aufgefordert haben. Dieser Brief ist allerdings wahrscheinlich eine englische Fälschung. Friedrich I. ertrank 1190 während des Dritten Kreuzzuges und von einer Antwort Saladins ist nichts bekannt.


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