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  1. grasgrünergarten
    ·
    15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Gutes Konzept, aber furchtbar trocken!, 1. Juni 2007
    Von 
    grasgrünergarten – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Taschenbuch)
    Das Buch ist gegliedert in vier Themenbereiche: 1. Grundlagen, 2. Epochen der politischen Geschichte, 3. Problemfelder und 4. Kontinuität und Brüche.

    Im ersten Bereich werden Begrifflichkeiten definiert und Allgemeines über die russische Geographie und ethnische Zusammensetzung dargelegt.

    Im zweiten Bereich wird die Geschichte Russlands vom Kiever Reich (10.-13. Jhdt) bis zur Russländischen Föderation in der Gegenwart abgehandelt. Dabei ist jede Epoche wiederum in Unterthemen gegliedert, sodass der Autor auf einzelne Strömungen und zum Allgemeinverständnis wichtige gesellschaftliche Gegebenheiten eingehen kann.

    Im dritten und größten Teil des Buches beschäftigt sich der Autor mit Eigenheiten und Gegensätzen der russischen Gesellschaft/Geschichte/Geographie. So werden hier u.a. die Differenzen zwischen Land- und Stadtbevölkerung, die Stellung der Frau, das orthodoxe Christentum und Russlands Stellung zwischen Europa und Asien thematisiert.

    Der vierte Teil ist zweieinhalb Seiten lang und wirkt wie ein zusammenfassendes Schlusswort.

    Insgesamt ist die thematische Gliederung in meinen Augen sehr gelungen, jedoch liest sich dieses kleine Buch ziemlich trocken und mühsam (teilweise kommt man durch keine halbe Seite, ohne gedanklich schon weit abzuschweifen). Wie im C.H. Beck-Verlag üblich, ist es sehr spärlich mit ein paar Schwarz-Weiß-Landkarten der entsprechenden Epochen bebildert und es findet sich eine Zeittafel in Stichworten. Ungeschickterweise befinden sich die Karten am Ende des Buches, quasi im Anhang, und es bestehen so gut wie keine Hinweise im Text, die auf diese Karten verweisen. Für den Laien ist es daher etwas kompliziert, den geographischen Entwicklungen des Landes zu folgen, die doch eigentlich eine ziemlich wichtige Rolle für die russische Gesellschaft hatten/haben.

    Für 7,90 Euro kann man allerdings kein farbenprächtiges Bilderlexikon verlangen, deswegen vergebe ich vier Sterne für die geballte Information, die hier auf knapp hundert Seiten geboten wird.

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  2. Clemens Hoffmann
    ·
    5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    2.0 von 5 Sternen
    Entäuschend, 14. November 2014
    Von 
    Clemens Hoffmann – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Beck’sche Reihe) (Kindle Edition)
    Ich bin in einem Auslandssemester in Russland und hatte mir das Buch als Ergänzung zur Vorlesung "Geschichte Russlands" gekauft. Ich muss sagen das die Dinge hier unglaublich schnell und oberflächlich abgehandelt werden. Viele Zusammenhänge verstehe ich nur aufgrund meiner Vorlesung. Ich bin also nicht wirklich zufrieden und meine auch in der Kürze hätten Dinge tiefer und anschaulicher dargestellt werden können. Schade.
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  3. Oliver Steffen
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Die Kunst der Kürze: Kurzweilige und doch hochinformative Überblicksdarstellung zur Russländischen Geschichte, 14. Juni 2015
    Von 
    Oliver Steffen – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Taschenbuch)

    "In einer Zeit, in der uns Rußland nicht mehr als militärische Bedrohung erscheint, sind die Chancen für ein nüchternes, unvoreingenommenes Verstehen seiner Geschichte und Gegenwart größer geworden." (S. 95).
    Mit diesen Worten beschloss der Autor des vorliegenden Buches, Andreas Kappeler, im Februar 2014 die Neuauflage seiner "Russischen Geschichte", doch schon zu diesem Zeitpunkt deutete sich das an, was sich wenig später bestätigte:
    Vor dem Hintergrund der aktuellen Konflikte um die russische Politik gegenüber der Ukraine, die Angliederung der Krim an die Rußländische Föderation (wie es sprachlich korrekt heißt) haben die Debatten um den Charakter Rußlands und das Verständnis gegenüber seiner Politik an Heftigkeit gewonnen. Ist deshalb auch ein "historisches Verstehen" Russlands schwieriger geworden? Mit Sicherheit. Doch ist es nötiger denn je – und jedem, der sich in irgendeiner Form an der Debatte um die derzeitige russische Politik beteiligt, sei ans Herz gelegt, sich auch historisch mit diesem Land zu befassen. Oft liefert die Geschichte eines Landes einige Antworten für sein Verhalten in der Gegenwart.
    Natürlich ist es andererseits auch ein Vorteil des vorliegenden Buches des auch in der Ukraine-Krise sehr engagierten Autors Andreas Kappeler, emeritierter Professor für osteuropäische Geschichte, dass es zum Zeitpunkt seiner letzten Überarbeitung noch nicht unter dem Eindruck dieser derzeitigen Krise abgefasst wurde – dies sollte auch das eingangs angeführte Zitat zeigen.

    Kappeler legte mit der vorliegenden Darstellung einen kurzen, aber hochinformativen Überblick zur rußländischen Geschichte vor, welche zwei Ziele verfolgt:
    Es soll "einer breiteren Öffentlichkeit" (S. 7) Grundlinien und zugleich GrundPROBLEME der rußländischen Geschichte umreißen.
    Das heißt: Der Leser soll in groben Zügen über die wichtigsten Entwicklungen der Geschichte des Landes, vom "Kiever Reich (10.-13. Jahrhundert), über die Etablierung von Autokratie und Leibeigenschaft, den Aufstieg der Romanows und der rußländischen Expansion unter Peter dem Großen, Katharina der Großen und auch ihren Nachfolgern; bis hin zum späten Zarenreich, der Russischen Revolution, der Herrschaft der Kommunisten und der jüngsten russischen Geschichte informiert werden.
    Doch nicht nur ist es dem Verfasser wichtig, dem Leser auf den ersten Seiten (9-16) darzulegen, was der Begriff "Rußland" geographisch, begrifflich und ethnisch überhaupt bedeutet, auch befasst er sich im gesamten zweiten Teil seiner Überblicksdarstellung mit bestimmten Grundproblemen und -"Problemfeldern" russischer Geschichte, die diese von der Frühzeit bis zur Gegenwart geprägt haben: Etwa das Verhältnis von Staat und Gesellschaft; von Stadt und Land (das russische Dorf und das russische Dorfleben werden anschaulich beschrieben); von Frauen und Männern sowie Russen und Nichtrussen. Dazu werden Phänomene wie die orthodoxe Kirche und ihre Bedeutung für Staat und Gesellschaft ebenso vorgestellt wie die Stellung Russlands zwischen Europa und Asien.

    Das wichtige an diesem Darstellungskonzept ist:
    Es führt dem Leser Spezifika der rußländischen Geschichte vor Augen, zeigt ihm, was diese Geschichte ausgemacht hat und welche Problemkomplexe das Land über Jahrhunderte geprägt haben.
    So kann Kappeler bestimmte Kontinuitäten politischer Herrschaft in der russischen Geschichte gut herausarbeiten: Ein starker Staat gegenüpber einer passiv-schwachen Gesellschaft, eine Personalisierung und Zentralisierung der Herrschaft, Patronagenetzwerke, ein schwaches Rechtsbewusstsein und autoritäre Strukturen waren und sind kennzeichnend für Rußland.
    So kann Kappeler zeigen, dass über Jahrhunderte hinweg sich das Leben für die allermeisten Russen in der Welt des Dorfes mit seinen ganz eigenen gesellschaftlichen Strukturen und Alltagsgewohnheiten abspielte.
    Ebenfalls über Jahrhunderte bedeutend war die Macht und die gesellschaftliche Stellung der orthodoxen Kirche, welche besonders unter der Herrschaft der Romanows zu einer Stütze der Autokratie ("Selbstherrschaft") wurde, welche in Russland bis zur Russischen Revolution (oder besser: den BEIDEN Russischen RevolutionEN) die nahezu unumstrittene Herrschaftsform war.
    Neben Orthodoxie und Autokratie stellte die Leibeigenschaft bis zu ihrer Abschaffung in den 1860er Jahren durch Zar Alexander II. eine der zentralen Herrschaftsgrundlagen der russischen Politik dar.
    Eine wichtige Kontinuität der Geschichte Russlands war auch dessen Charakter als Vielvölkerstaat, was nicht zuletzt an der…

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