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  1. Udo_Erhart
    ·
    5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Gelungene Neuinterpretation: Vater und Sohn sind zurück, 5. Dezember 2015
    Von 
    Udo_Erhart – Alle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Neue Geschichten von Vater und Sohn (Gebundene Ausgabe)
    "Vater und Sohn" von e. o. plauen sind zugleich deutsche Comic- als auch Kriegsgeschichte. Der letzte Streifen des Originals erschien im Dezember 1937 um nun im Jahr 2015 vom Künstlergespann Ulf K. und Marc Lizano richtig gut fortgeführt zu werden.

    Das Vorwort (aus der Feder von Andreas Platthaus, der auch im Beirat der e.-o.-plauen-Stiftung sitzt) ist (abgesehen von redaktionellem Text im Skizzenteil am Ende des Comics) der einzige Text. Vater und Sohn verständigen sich durch Gestik und Mimik, wenn sie reden, tun sie das in Piktogrammen. Die neuen Geschichten von Vater und Sohn sind in vier Jahreszeiten-Kapitel unterteilt. Es erstaunt, wie gut die beiden Stimmungen und Gefühle transportieren, obwohl sie "sprachlos" sind. So sind gerade die Onepager, die sich mit der Trauer um die Tote Ehefrau/Mutter beschäftigen, berührend und herzenswarm. Vater und Sohn haben Spaß miteinander – auch, wenn der Vater manchmal cholerisch wird und schimpft (um an den NintendoDS oder die Comics des Filius‘ zu kommen).

    Der Zeichenstil K.s ist grafischer, geometrischer und "sauberer" als der von e. o. plauen aber nicht weniger zugänglich. Im Gegensatz zum schwarzweißen Original werden die neuen Geschichten um eine rot-orange Sonderfarbe ergänzt.

    Vater und Sohn sind in der Jetztzeit angekommen ohne mit der Originalvorlage zu brechen. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg – und hoffe auf noch mehr neue Geschichten! Verdiente fünf Sterne (wenngleich auf dem Comic-Titelbild nur vier zu sehen sind). 😉

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  2. Highlightzone
    ·
    5.0 von 5 Sternen
    Wer die „alten“ Geschichten um Vater & Sohn liebt wird auch an den neuen Geschichten seine Freude haben, 23. Juli 2016
    Von 
    Martin Concen (West) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Neue Geschichten von Vater und Sohn (Gebundene Ausgabe)
    Inzwischen ist der Autor über 70 Jahren tot und die Original-Zeichnungen sind gemeinfrei. Diesen Anlass haben Marc Lizano und Ulf K. genutzt um Vater & Sohn wieder „auferstehen“ zu lassen. Auf 70 Seiten haben sie Neue Geschichten von Vater und Sohn erzählt und gemalt. Im Unterschied zu den schwarz-weißen Zeichnungen des Originals, wurde hier zusätzlich ein helles Rot verwendet.

    Die Geschichten sind teils originell, oft werden Bildchen in Sprechblasen eingesetzt um die Geschichte verständlich zu machen. Bemerkenswert ist eine Bildergeschichte, in der erstmals die Frau und Mutter von Vater und Sohn erwähnt wird. Wer die „alten“ Geschichten um Vater & Sohn liebt wird auch an den neuen Geschichten seine Freude haben.

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  3. Anonymous
    ·
    3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Nach 77 Jahren fortgeführt, 17. November 2015
    Von 
    Highlightzone – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Neue Geschichten von Vater und Sohn (Gebundene Ausgabe)
    1934 startete die “Berliner Illustrirte Zeitung“ (kein Schreibfehler) die Serie “Vater und Sohn“, die zwar ohne Texte auskam aber durch ihre meist in sechs Panels erzählten Geschichten durchaus als Comic bezeichnet werden kann. Der in Plauen aufgewachsene Zeichner Erich Ohser signierte die Geschichten mit dem Pseudonym e.o.plauen, da er in der Weimarer Republik Karikaturen gegen die Nazis angefertigt hatte. Ohser stellte die Serie 1937 ein, weil er Angst davor hatte, dass seine Figuren kommerzialisiert werden (was er auch in einem Comic verarbeitete) bzw. von den Nazis noch stärker für Propaganda-Zwecke genutzt wurden.

    Der von einem Nachbarn wegen antinationalsozialistischer Äußerungen denunzierte Ohser, beging im Gefängnis Selbstmord, bevor im Volksgerichtshof des Blutrichters Freisler abgeurteilt werden konnte. Seine Serie “Vater und Sohn“ lebte jedoch in der Nachkriegszeit weiter. Viele Lehrer ließen ihre Schüler die Erlebnisse der zweiköpfigen Kleinfamilie in Aufsatzform nacherzählen und 2003 wurden “Vater und Sohn“ auf einer Briefmarke der Bundespost verewigt. Nachdem Ohser insgesamt 192 Comics mit seinen beliebten Figuren zeichnete, wird die Serie nach 77 Jahren fortgeführt. Gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Marc Lizano (“Das versteckte Kind“) hat sich der Zeichner Ulf K. neue Geschichten ausgedacht und diese dann zu Papier gebracht. Die Figuren hat Ulf K. gut erkennbar neu interpretiert. Nachdem Ohser das Duo 1937 in Richtung Mond entschwinden ließ, steigen sie in den “Neuen Geschichten von Vater und Sohn“ vom Erdtrabanten wieder auf unsere Welt herab.

    Die Schmuckfarbe Rot ist nicht die einzige Neuerung, denn Vater und Sohn sind zweifelsohne in unserer Gegenwart angekommen. TV und Computer sind ihnen nicht fremd. Während bei Ohser ein einziges Mal eine Mutter im Comic mitspielte, weilt diese bei Lizano und Ulf K. nicht mehr unter den Lebenden, was in zwei Geschichten einfühlsam thematisiert wird. Panini hat diese gelungene Neuinterpretation in einem schönen Hardcover-Band herausgebracht, der Appetit auf Fortsetzungen (vielleicht auch von anderen Zeichnern) macht.

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