Marokko: Zwischen Atlas und Atlantik

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Afrika


Eine Tour durch Marokko streift sowohl die westlich anmutenden Neubaugebiete der Städte, die westliche Nüchternheit und Imponiergehabe der Regierung und der oberen Schichten an den Tag legen, als auch Altstädte und ländliche Gebiete, die, davon unberührt, noch den Geist der vergangenen Jahrhunderte atmen. Mit der Entfernung von den Zentren der offiziellen Macht werden der Staat, der Westen, die neuzeitliche Justiz nur verblasste Schemen: eine Parallelgesellschaft, die auf Religion und Tradition aufbaut, regelt das tägliche Zusammenleben. In der Abgeschiedenheit der Koranschulen werden die Buchstaben von Koran und Sunnah studiert, destilliert und interpretiert: damit liefern sie auch die Grundlage für die politische und juristische Ausrichtung der traditionellen Gesellschaft.
Die aufmerksame Lektüre der Heiligen Texte mit westlichen Augen ermöglicht zwar das Verständnis für die Lebensformen der Gegenwart, versagt aber bei der Deutung der Zukunft.
Landschaft, Lebensformen, Dufte, Wahrnehmungen aller Art sind ein ergiebiger Stoff bei den Diskussionen während der langen Stunden im Bus.

Marrakesch zwischen dem bunten Markttreiben der Jamaa el Fna und dem Ernst der Koranschulen, während ein pfiffiger Bursche versucht, die Touristen abzukassieren. In der gleißenden Mittagshitze bewegt sich eine kleine Gruppe durch die Vorwüste und ist von unbekannten Situationen überrascht. Fès überrascht den Fremden mit seinen verwinkelten Gassen und bietet Stoff für nachdenkliche Gedanken über das verborgene Gesicht des Islams. Die römischen Mosaiken von Voloubilis werfen ein neues Licht auf die Beziehungen der islamischen zur westlichen Welt. In Meknès offenbart sich die Strenge einer Regierung, die schon vor Jahrhunderten auf brachiale Gewalt angewiesen war, um sich zwischen den Zwistigkeiten verfeindeter Clans zu behaupten. Die Monarchie demonstriert ihre heutige Macht zwischen den Prunkbauten der Hauptstadt Rabat. In Casablanca sucht man vergebens nach den echten Kulissen für den gleichnamigen Kultfilm, während der Verkehr auf modernen Straßen brodelt. Der Weg nach Süden führt durch alte Nomadenmärkte, wo nicht nur Waren ihre Besitzer wechseln: der Heiratmarkt lebt in der Wüste immer noch wie vor Jahrhunderten.

Ein Band aus der Wiesenburg-Reihe Reiseimpressionen.

Julius Franzot, geb. 1956, lebt in Triest und ist als Schriftsteller und Übersetzer tätig. 25 Jahre in der Pharmazeutik und seine Reise-Leidenschaft haben ihn mit Leben und Kultur fremder Länder vertraut gemacht. Aus seinen Reisetagebüchern sind Essays entstanden, die mit Reflexionen ergänzt wurden und auch weniger augenfällige, zum bewussten Erleben eines Landes wichtige Hintergründe beleuchten: Kontinent-Amerika und Aktenkoffer und Seidenstrümpfe.
Franzot schreibt auch Romane psychologischen und politischen Inhalts (Gefesselte Freiheit, Der Herold und die Trommlerin). Seine Lyriken Im Wald und vor der Sonne wurden mit dem Preis Leone di Muggia ausgezeichnet.


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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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