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  1. BBH
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Wunderbar, 24. September 2012
    Von 
    BBH – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Altertums (Broschiert)
    Im Anschluss an seine erfolgreiche »Kulturgeschichte der Neuzeit« plante der österreichische Schriftsteller (Kulturphilosoph, Historiker, Journalist, Dramaturg, Kritiker, Schauspieler, Kabarettist, Conférencier u. a.) Egon Friedell eine mehrbändige »Kulturgeschichte des Altertums«. Der erste, teils etwas arg verwegene Band erschien 1936 als »Die Kulturgeschichte des Altertums: Ägypten und Vorderasien«. Er reicht von der Steinzeit bis zur mykenischen Kultur. Der Folgeband wurde nicht mehr ganz fertig gestellt (1938 von der Gestapo im Manuskript beschlagnahmt, posthum gerettet) und erschien schließlich als »Kulturgeschichte Griechenlands« bis in die Zeit Alexanders. Dieses Buch und mehr noch die »Kulturgeschichte der Neuzeit« glänzen durch zweierlei: das schier unerschöpfliche Detailwissen und dass Friedell (die damaligen) Forschungs- und Wissenslücken witzig und beredt mit philosophischen Übergängen schließt, was freilich nicht für eine unbedingte Objektivität spricht. Doch unbedingt objektiv will Friedell gar nicht sein; er hat noch die Vision vom universalen Menschen. Als kenntnisreiche und äußerst unterhaltsame, flüssig geschriebene geschichtsphilosophische Sachlektüre sind Friedell’s Werke indes unbedingt zu empfehlen.
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  2. Besteller
    ·
    5.0 von 5 Sternen
    Fabelhaftes Geschichtspanorama des Altertums, 10. Juni 2013
    Von 
    Manfred Orlick (Halle, Deutschland) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (HALL OF FAME REZENSENT)
      
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Altertums (Broschiert)
    Die „Kulturgeschichte des Altertums“ von Egon Friedell ist das entsprechende Gegenstück zu seiner monumentalen „Kulturgeschichte der Neuzeit“, die in drei Bände von 1927 bis 1931 im Münchner C. H. Beck Verlag erschienen war. Der internationale Erfolg veranlasste Friedell, sich auch mit ausgewählten Kapiteln des Altertums intensiv zu beschäftigen.

    Nach dem Machtangriff der Nationalsozialisten konnte Friedell aber nicht mehr in Deutschland publizieren, daher musste sich der Münchner C.H. Beck Verlag von seinem Erfolgsautor trennen. So erschien 1937 die „Kulturgeschichte Ägyptens und des alten Orients“ im Zürcher Helikon-Verlag. Es war das letzte bedeutende Werk, das zu Lebzeiten des Autors erschien.

    Ein Jahr später hatte Friedell gerade die „Kulturgeschichte Griechenlands“ beendet, als er am 16 März 1938 nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich freiwillig durch einen Sprung aus dem Fenster aus dem Leben schied. Das Manuskript wurde von der Gestapo beschlagnahmt, konnte aber durch den Mut der Erben gerettet werden. Während des Krieges, im Jahre 1940, erschien es im besetzten Norwegen in norwegischer Sprache, ohne dass die deutschen Besatzungsbehörden daran Anstoß nahmen.

    Gemeinsam mit der „Kulturgeschichte Ägyptens und des alten Orients“ erschien das Werk dann 1950 posthum wieder im C.H. Beck Verlag in einer „Kulturgeschichte des Altertums“, die Friedell dreibändig geplant hatte, aber infolge seines tragischen Todes unvollendet geblieben war. Ein drittes Kapitel mit dem Titel „Der Schatten der Antike“ existiert noch als bislang unveröffentlichter Entwurf in der Österreichischen Nationalbibliothek.

    Friedells Kulturgeschichte gibt ein kulturhistorisches und komplexes Bild des Lebens und der Kultur im Altertum. In der „Kulturgeschichte Ägyptens und des alten Orients“ setzt er sich mit dem antiken Mesopotamien, dem alten Israel, der minoischen Kultur auf Kreta und den ägyptischen Dynastien auseinander. Anschaulich schildert den Alltag, die Landschaft und Künste bis hin zur hohen Politik.

    Die „Kulturgeschichte Griechenlands“, die Friedell mit dem Untertitel „Leben und Legende der vorchristlichen Seele“ versehen hatte, besteht aus den beiden Kapiteln „Ionischer Frühling“ und „Der Welttag Athens“. Hier vermittelt er eine vielschichtige Anschauung der griechischen Epochen von der Naturphilosophie bis zum Ende des Alexanderzuges, von der Vasenmalerei bis zum griechischen Theater. Daneben finden sich auch zahlreiche Exkurse in die persische und frührömische Geschichte.

    Egon Friedells „Kulturgeschichte des Altertums“ ist inzwischen 75 Jahre alt, aber mit seiner farbigen Sprache und den eingestreuten Anekdoten ist das Werk weiterhin äußerst lesenswert. Es ist ein kultureller Leitfaden, der den Leser wissenschaftlich und doch kurzweilig durch die längst vergangenen Epochen der Weltgeschichte führt. Im Diogenes Verlag ist jetzt die 2. Auflage der Taschenbuchausgabe erschienen. Außerdem gab es hier 2008 eine MP3-Hörbuchfassung der „Kulturgeschichte des Altertums“, auf der der bekannte Synchronsprecher Achim Höppner dieses umfangreiche Werk meisterhaft interpretiert.

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  3. Anonymous
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Wissen mit Witz, 10. August 2015
    Von 
    Besteller – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Altertums (Kindle Edition)
    Friedell gehört zu den wenigen Autoren, die analytische Schilderungen historischer Lebensformen pointiert zu formulieren wissen. Deshalb ist die Beschäftigung mit der "Kulturgeschichte des Altertums" nicht nur bereichernd, sondern auch vergnüglich.
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