Kolonialismus und Grenzüberschreitungen in Theodor Fontanes Romanen "Effi Briest" und "Irrungen, Wirrungen". Eine Reise in die Kultur des 19. Jahrhunderts

Kolonialismus

Masterarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik – Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Technische Universität Dortmund (Fakultät für Kulturwissenschaften; Institut für deutsche Sprache und Literatur), Sprache: Deutsch, Abstract: Zunächst beschäftigt sich die vorliegende Arbeit aus historischer Sicht mit dem Kolonialismus im Deutschen Kaiserreich sowie im gesamten Europa. Es wird aufgezeigt, wie es dazu kam, dass fremde Territorien erobert und in Besitz genommen wurden. Dabei ist der Blick auch auf eine Wechselwirkung gerichtet, denn die Kolonialgeschichte veränderte nicht nur das Leben der Menschen, die aufgrund von Rassenzugehörigkeit und kulturellen Unterschieden unterdrückt wurden, sondern auch das Leben derjenigen, die diese Völker direkt vor Ort dominierten, sowie jener, die in Deutschland zurückblieben und nur aus der Ferne am Geschehen in Übersee mehr oder weniger anteilnahmen.

Auch in der zeitgenössischen Literatur schlugen sich der Kolonialismus sowie der Imperialismus auf unterschiedliche Art und Weise nieder. Die beiden Romane "Effi Briest" sowie "Irrungen, Wirrungen" von Theodor Fontane, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, wird auf diese Leitthese hin im dritten Kapitel analysiert werden. An dieser Stelle interessiert auch, wie sich die literarische Epoche des ‚Bürgerlichen Realismus‘ in den Romanen darstellt und welche Merkmale diese trägt.

In dieser Arbeit wird die Idee eines ‚langen‘ Jahrhunderts bevorzugt. Dies geschieht zum einen, da durch die Französische Revolution erste Gedanken von Demokratie, dem Benutzen des eigenen Verstandes und der Vernunft sowie das Durchbrechen der Ständeordnung aufkamen und damit die neue Klasseneinteilung von Bürgertum und Proletariat überhaupt erst ermöglicht wurde, und zum anderen, weil die deutsche Kolonialherrschaft, das Hauptthema dieses Werkes, erst während des Ersten Weltkrieges beendet wurde.

Die ausgehenden Jahre des neunzehnten Jahrhunderts waren darüber hinaus die bedeutendsten der deutschen Kolonialgeschichte. Wirtschaftliche Gewinnerwartungen, Sicherung künftiger Rohstoffbasen und Machtrivalitäten, die kennzeichnend für den damals herrschenden Imperialismus im Deutschen Kaiserreich waren, sind dabei als Motive zu sehen, die den Kolonialismus vorantrieben. 1884 wurden erste verstreute Territorien in Afrika besetzt, welche bis ungefähr 1900 auf mehrere unterschiedliche Gebiete im Pazifik sowie nach China ausgeweitet wurden. Erst zur Zeit des Ersten Weltkrieges ging die deutsche Kolonialherrschaft dann offiziell zu Ende.


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