Istanbul: Erinnerungen an eine Stadt

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Europäische Städte

Inhaltsbeschreibung folgtOrhan Pamuk ist ein Ausnahmetalent. Kaum ein anderer Dichter unserer Zeit geht den historischen Spuren des Westens im Osten und des Ostens im Westen so eindringlich nach wie der türkische Literatur-Nobelpreisträger von 2006. So wird er zum wichtigen Bindeglied zwischen Okzident und Orient, zwischen EU und der islamisch geprägten Türkei, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Diesen Spagat versucht auch die Stadt Istanbul, die allein aufgrund ihrer besondere Lage auf dem europäischen und asiatischen Kontinent eine Sonderrolle einnimmt. Demzufolge passen Pamuk und Istanbul hervorragend zusammen, und das nicht nur weil es sich um seine Heimatstadt handelt.

Das Buch „Istanbul. Erinnerungen an eine Stadt“ ist eine gelungene Mischung aus historischem Lesebuch und autobiographischem Roman. Im Fokus stehen die Kinder- und Jugendjahre des Autors. Der Leser erlebt einen liebevollen Rückblick auf die Entwicklung einer Millionenstadt, die Pamuk erst an der Hand der Mutter, dann im Ford seines Vaters und später auf eigene Faust erkundet. Dabei skizziert der Autor nicht nur die Metropole am Bosporus, sondern auch die türkische Mentalität und Geschichte und fängt den „Hüzün“ ein, die türkische Variante der europäischen Melancholie, die Istanbul fest im Griff hat.

Doch Pamuk teilt nicht nur seine eigene Sicht auf die Stadt mit, sondern lässt ebenso europäische Reisende, Künstler und Schriftsteller zu Wort kommen und vergleicht die Schilderungen untereinander auch mit seinen eigenen Empfindungen und Erinnerungen. Die so entstandene Liebeserklärung an die Stadt entpuppt sich jedoch zugleich als traurige Bilanz des Zerfalls. Das dokumentiert nicht nur der glänzend geschriebene Text, sondern eine Unzahl historischer Stiche und Schwarz-Weiß-Fotos.

Wer aktuelle Entwicklungen inklusive politischer Äußerungen erwartet, der wird enttäuscht. Es geht fast ausschließlich um das alte Istanbul zwischen 1800 und 1970. Hätte sich Pamuk auf heutige Entwicklungen eingelassen, wäre das Buch wohl deutlich düsterer. Schließlich ist Pamuks Gratwanderung zwischen Orient und Okzident nicht unproblematisch, seine kritischen Äußerungen zur türkischen Vergangenheit riefen längst Gerichte und Nationalisten auf den Plan. Mehr noch: Die Angst um sein Leben zwangen Pamuk Anfang 2007 sogar zur Flucht. Aus seinem geliebten Istanbul. — Christian HaasInhaltsbeschreibung folgt


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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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