Israel: Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates

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Israel

Juden waren über Jahrhunderte verfolgte Außenseiter. Die Gründung des Staates Israel sollte endlich eine ganz normale Heimat für sie schaffen. Doch heute sieht sich der jüdische Staat selbst in der Rolle des misstrauisch beobachteten Außenseiters. Michael Brenner erklärt, wie es dazu kommen konnte. Er verwebt auf meisterhafte Weise die politische und gesellschaftliche Entwicklung Israels mit der Geschichte seiner Selbstentwürfe, Träume und Traumata. Nur wer diese Tiefendimension kennt, kann das große kleine Land, das immer wieder die Welt in Atem hält, wirklich verstehen.


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3 Replies to “Israel: Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates”

  1. 5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Sehr fundiert und übersichtlich, 2. Mai 2016
    Von 
    M. Lehmann-Pape – Alle meine Rezensionen ansehen
    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Israel: Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates (Gebundene Ausgabe)
    „Ein Staat wie jeder andere?“, mit dieser Frage beginnt Michael Brenner, Spezialist für Jüdische Geschichte und Kultur, seine Betrachtungen und die Darstellung der Historie des Staates Israel in der jüngeren Geschichte.

    Eine Frage, die sich zu Recht stellt, denn eher sind es die ständigen Konflikte, die inneren Reibungen, die Auseinandersetzungen um die Hauptstadt Jerusalem mit ihrem Neben- und Miteinander von Islam und Judentum, der Terrorismus, die Siedlungspolitik, die offene Palästinenserfrage und fast unendlich viel mehr an Spannungen, die täglich die Nachrichten über Israel darstellen.

    Ein höchst gefährdeter Staat, ein selbst gefährdender Staat, ein ewig scheinender Unruheherd in und um das geographische Gebiet herum, das scheint die Realität und Normalität Israels zu sein. Sehnsuchtsort der jüdischen Gemeinde weltweit (zumindest zu bestimmten Zeiten der Geschichte) und Rückkehrort des biblischen Volkes (und Staates) Israel.

    Sorgfältig und in der Sprache sehr verständlich geht Brenner in seinem übersichtlichen Werk der Frage des modernen Staates Israel nach, angefangen bei der Entstehung des Zionismus und seines bekanntesten Vordenkers Theodor Herzl zum Ende des 19 Jahrhunderts hin. Jene Idee von einem „ganz normalen Staat im Reigen der ganz normalen Staaten“, die sich Schritt für Schritt durchsetzte, Anhänger gewann, durch die Ereignisse des Nationalsozialismus eine hohen, äußeren Druck erfuhr, der die Dinge intern stark beschleunigte und der dann kämpferisch eine Art „Landnahme“ durchführte, die im Lauf der Jahrhunderte ihresgleichen sucht.

    „Die Kerle wollen glücklich sein“. Das mag als Ausgangspunkt durchaus eine Beschreibung darstellen. Wie aber jenes „Glück“ des eigenen Staates sich entfaltete, wie es verstanden wurde, welche Strömungen als pro und contra daran beteiligt waren und wie sich dieser Saat bis heute in einem umfassenden Spannungsrahmen verwirklicht und darstellt, davon bietet das Buch ein sehr bewegtes und gründliches Bild.

    Brenner arbeitet dabei auch jenen „Grundgegensatz“ heraus, der als Motiv für die bewegte Geschichte des Staates Israel nicht zu unterschätzen ist. Das Selbstverständnis Israels einerseits als „ganz normaler Staat“ im politischen Sinne und das Selbstverständnis (zumindest in Teilen) des Judentums, als „auserwähltes Volk“ auch „Gottes Licht in der Welt“ zu sein und damit es auf staatlicher Ebene eben „auch anders“ zu machen „als die anderen“.

    Hier deutet sich bereits auch die Grundthese an, die Brenner formuliert und im Hintergrund seiner gesamten Darlegungen als roten Faden beibehält und weiter entfaltet. Dass bei aller Anstrengung der theoretischen Vordenker und der praktischen Politiker, das „ganz Normale“ in den Vordergrund zu rücken und zum Maßstab des politischen Handelns zu setzen, dennoch gilt (und praktisch nachgewiesen werden kann): „Zu tief verankert waren die jahrhundertealten Vorstellungen von den Juden als „den Anderen“, um sie in wenigen Jahrzehnten spurlos verschwinden zu lassen“.

    Was eben auch für das Selbstverständnis handelnder Politiker und kulturell einflussreicher Personen im Israel der Moderne gilt. In Verbindung mit dem Genozid und der dann quasi eigenmächtigen Proklamation des Staates Israel kommen zwei weitere, für die Außensicht auf Israel und das Selbstverständnis des Staates selbst hinzu, die bis in die Gegenwart hinein das Bild außen wie innen entscheidend mitbestimmen.

    Eine sehr interessante, ruhige und sachliche Lektüre, die den Zionismus, die Gründung des Staates, die innere wie äußere Geschichte und die dahinterliegenden Haltungen nachvollziehbar vor Augen führt.

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  2. 4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Vielen Dank dem Autor! Dank seines Buches fällt die Einordnung Israels, seine Gründung und seine Entwicklung leichter!, 7. Februar 2016
    Von 
    Christian D̦ring РAlle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (HALL OF FAME REZENSENT)
      
    (TOP 100 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Israel: Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates (Gebundene Ausgabe)
    Sehr schön macht der Autor deutlich, wie unterschiedlich selbst innerhalb der Reihen der jüdischen Gelehrten, Politiker und Wirtschaftsbosse, die Motivation zur Schaffung eines Staates Israel war. Die Meinungen gingen weit auseinander. Einige wollten sich bis zur Unkenntlichkeit assimilieren, andere hingegen möglichst bald einen eigenen Staat schaffen.

    Zeitlich gesehen, musste Brenner sein Buch eingrenzen. Er beginnt mit seinen Betrachtungen am Ende des 19. Jahrhunderts, freilich behält er es sich vor, Ausflüge in die Tiefen der Geschichte zu unternehmen. Für mich war dies sehr angenehm zu lesen, weil diese Ausflüge sachlich notwendig waren und von ihm gut kommentiert wurden.

    Immer wieder wird deutlich, dass Israel keine Normalisierung vergönnt ist. Die Ursachen sind vielfältig, einsehbar dargestellt und wohl auch in der Gegenwart nicht zu beheben oder besser gesagt, in der Gegenwart erst recht nicht.

    Heute sieht Michael Brenner Israel als ein zutiefst gespaltenes Land. Er macht dies gegen Schluss seines Buches an den beiden Städten Tel Aviv und Jerusalem deutlich. Politisch gesehen haben die rechten Kräfte das Sagen im Land. Sie möchten das Land weiter auf Kosten Anderer vergrößern, was natürlich Israel nicht zu einem normalen Staat werden lässt.

    Die Orthodoxen werden von Jahr zu Jahr stärker, anders als von den Vätern gedacht, bestimmen sie heute wo es politisch lang geht. Und so ist Israel heute zwar eine Demokratie, aber längst kein normaler Staat. Religiös wird vieles begründet, was den politischen Alltag ausmacht, Araber im Land sind längst nicht gleichberechtigt, Parallelgesellschaften haben sich gebildet, all dies wird dieses Land nicht zur Ruhe kommen lassen.

    Die Zukunft bleibt spannend, wenn auch in naher Zukunft sich nichts an der Besonderheit des jüdischen Staates ändern wird.

    Vielen Dank dem Autor! Dank seines Buches fällt die Einordnung Israels, seine Gründung und seine Entwicklung leichter!

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  3. 4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Gutes Überblicks- und Einführungswerk zum Thema Israel, 1. Juli 2016
    Von 
    Charlotte Ad̬le РAlle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Israel: Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates (Gebundene Ausgabe)
    Ich habe mir dieses Buch gekauft, um mich in das Thema "Gründung Israels" und dem zusammenhängenden Zionismus einzulesen und mein Wissen für eine Prüfung zu strukturieren. Für diesen Zweck war das Buch besonders gut geeignet, da es sehr einfach und verständlich geschrieben war und das Inhaltsverzeichnis logisch durchdacht und sinnvoll strukturiert ist.

    Für ein C.H. BECK Buch ist dieses meiner Meinung nach als Einführungswerk empfehlenswert, da es einen guten Überblick über unterschiedliche zionistische Strömungen und Diskurse bietet und die Verbindung dieser mit der Gründung des Staates Israel verknüpft. Dabei wird auch anekdotisch auf Besonderheiten eingegangen, die dem Leser so besser verständlich gemacht werden.

    Ich sehe dieses Buch als ein seriöses Buch, das jedoch ebenfalls ein populärwissenschaftliches Publikum erreichen soll und somit nicht in allen Punkten dem wissenschaftlichen Anspruch genügt (Anmerkungsapparat, Bibliographie).

    Dennoch ein sehr gelungenes Werk, das ich jedem zum Einlesen in das Thema empfehlen würde!

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