Handbuch Medienethik

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Medienethik

Carsten Brosda & Christian Schicha In der britischen BBC-Serie The Thick Of It, wendet sich der Minister in einer Szene an seine Pressesprecherin, die Bedenken in Hinblick auf eine geplante öffentliche Aktion äußert: „I love doing things the right way, that ethical stuff. I love it, we all do. But it’s very difficult when you’re the first person to put your gun down because people tend to jump on your head as if it’s a ripe watermelon. We don’t want that. ” Nach diesen maßregelnden Worten wird die Mitarbeiterin an die Arbeit geschickt, um die Medien zusammenzutrommeln und den Willen ihres Dienstherren in öffentliche Kommunikation umzusetzen. Den Autoren der TV-Serie, die in semidokumenta- schem Stil dem irrwitzigen Wirken der Spin Doctors der britischen Regierung na- spürt, ist es gelungen, die verschiedenen widersprüchlichen Facetten öffentlicher Ethik in dieser Szene zu verdichten – die prinzipielle Zustimmung, die konkreten Schwierigkeiten, eingeschränkte hierarchische Entscheidungsstrukturen, kurz: viele gute Gründe, warum Ethik zwar das Richtige ist, nur halt gerade nicht jetzt. Dass die Rationalität ethischen Handelns in Frage gestellt wird, erlebt jeder, der sich eine ethische Argumentation zueigen macht. Auch in Deutschland bleibt Ethik viel zu häufig ein Thema für Sonntagsreden. 1 Dass sich Medienmacherinnen und -macher zu Problemen ihres beruflichen Alltags äußern, gesellschaftliche Gruppen einen anderen Stil in Journalismus, Werbung oder Public Relations einklagen oder Vertreter des Publikums ihre eigene Rolle im Medi- prozess reflektieren – das alles ist keineswegs mediales Routinehandeln.Carsten Brosda & Christian Schicha In der britischen BBC-Serie The Thick Of It, wendet sich der Minister in einer Szene an seine Pressesprecherin, die Bedenken in Hinblick auf eine geplante öffentliche Aktion äußert: „I love doing things the right way, that ethical stuff. I love it, we all do. But it’s very difficult when you’re the first person to put your gun down because people tend to jump on your head as if it’s a ripe watermelon. We don’t want that. ” Nach diesen maßregelnden Worten wird die Mitarbeiterin an die Arbeit geschickt, um die Medien zusammenzutrommeln und den Willen ihres Dienstherren in öffentliche Kommunikation umzusetzen. Den Autoren der TV-Serie, die in semidokumenta- schem Stil dem irrwitzigen Wirken der Spin Doctors der britischen Regierung na- spürt, ist es gelungen, die verschiedenen widersprüchlichen Facetten öffentlicher Ethik in dieser Szene zu verdichten – die prinzipielle Zustimmung, die konkreten Schwierigkeiten, eingeschränkte hierarchische Entscheidungsstrukturen, kurz: viele gute Gründe, warum Ethik zwar das Richtige ist, nur halt gerade nicht jetzt. Dass die Rationalität ethischen Handelns in Frage gestellt wird, erlebt jeder, der sich eine ethische Argumentation zueigen macht. Auch in Deutschland bleibt Ethik viel zu häufig ein Thema für Sonntagsreden. 1 Dass sich Medienmacherinnen und -macher zu Problemen ihres beruflichen Alltags äußern, gesellschaftliche Gruppen einen anderen Stil in Journalismus, Werbung oder Public Relations einklagen oder Vertreter des Publikums ihre eigene Rolle im Medi- prozess reflektieren – das alles ist keineswegs mediales Routinehandeln.


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