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  1. Cosmo
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Nicht nur für die Reise!, 17. Februar 2014
    Von 
    Cosmo (Wien) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Norwegen (Taschenbuch)
    Zur Vorbereitung einer Norwegen-Reise habe ich gerne mal wieder auf die "Gebrauchsanweisung für…"- Reihe zurückgegriffen. Man kann ja bei der Reihe auch mal daneben liegen, aber diese Ausgabe ist ein absoluter Volltreffer!!! Herrlich humorvoll und dennoch tief hintergründig führt Frau Drolshagen durch das Land ihrer Großmutter in dem sie auch als Kind gelebt hat. Es werden so viele Aspekte des Landes und der Menschen aufgegriffen und liebevoll aber auch augenzwinkernd in einem sehr angenehmen Schreibstil bearbeitet. Informativ und im höchsten Maße unterhaltsam kommt man allzu früh ans Ende des Buches und denkt sich "Was? Schade… schon aus? Ich will mehr…!"
    Ich halte mich für einen offenen Europäer mit ein bisschen Sachverstand in Geografie, wurde aber eine besseren belehrt. Norwegen ist so ganz besonders und ich hatte zuvor eigentlich kein Ahnung! Also, es ist eben nicht nur für eine Reisevorbereitung gut, sonder auch für die Lücke der Allgemeinbildung, die den Namen Norwegen trug.
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  2. FireFighterBob
    ·
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Erfrischender Ein- und Ausblick auf Norwegen, 24. Februar 2015
    Von 
    FireFighterBob – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Norwegen (Taschenbuch)
    Hatte mir diese "Gebrauchsanweisung für Norwegen" sozusagen auf den sprichwörtlich letzten Drücker vor Abreise in den Norwegen-Urlaub gekauft und dann während des Fluges auf die Lofoten geschmökert. Einige Passagen waren doch sehr aufschlussreich über die Kultur Norwegens, andere Stellen waren mit einem süffisanten Lächeln zu lesen und wieder andere hatten eine starke Portion Selbstironie geboten. Insgesamt empfand ich dieses Buch als sehr unterhaltsam wie auch aufschlussreich. Einen Reiseführer sollte man hier jedoch nicht erwarten! Es geht vielmehr um Einblicke und Hintergründe zu Land und Leuten Norwegens. Da es nicht nur unterhaltsam, sondern auch sprachlich gut zu lesen war, würde ich es jedem Norwegen-Reisenden ans Herz legen!
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  3. Dr. R. Manthey
    ·
    9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Eine etwas fremdelnde Gebrauchsanweisung, 18. November 2012
    Von 
    Dr. R. Manthey – Alle meine Rezensionen ansehen
    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)
      
    (TOP 50 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Norwegen (Taschenbuch)

    Viele zeitgenössische deutsche Intellektuelle haben ernsthafte Schwierigkeiten, ihr Land zu lieben. Von Norwegern kennt man solch ein merkwürdiges Verhältnis zu Norwegen eigentlich nicht, außer vielleicht, wenn sie – wie die Autorin – auch ein deutsches Elternteil haben. Es ist schon seltsam: Hätte ich diesen Reiseführer vor meinen ersten Norwegen-Urlauben gelesen, wäre ich vielleicht auf die Idee gekommen, doch lieber in eine andere Gegend zu fahren. Ein Reiseführer, und gerade einer aus dieser ansonsten immer lesenswerten Reihe, sollte doch solche Wirkungen eher nicht beabsichtigen wollen. Oder doch?

    Die Autorin, die einen Teil ihrer Kindheit in Norwegen verbrachte, fremdelt ganz offensichtlich etwas mit diesem Land oder vielmehr mit seinen ursprünglichen ethnischen Einwohnern. Sie versteckt das zwar gekonnt hinter Ironie, kann es aber letztlich doch nicht ganz verbergen. Insbesondere kommt sie in Verständnisschwierigkeiten, wenn es um den Stolz der Norweger und gewisse Übertreibungen im norwegischen Nationalgefühl geht.

    Warum wohl fährt man aus Deutschland nach Norwegen in den Sommerurlaub? Entweder man möchte das norwegische Angelparadies erleben und gehörig tiefgefrorenen Fisch mit nach Hause nehmen oder aber man will die wunderbare norwegische Natur genießen und dabei möglichst nicht von Massenurlaubern gestört werden. Während man beim Fischexport wohl eher weniger mit den Sympathien der Norweger rechnen kann, kommt man der norwegischen Seele beim Wandern oder besser beim In-der-Natur-sein sehr nahe. Das jedenfalls habe ich aus diesem Buch gelernt.

    Für die norwegische Innenpolitik interessiert sich ein Norwegenurlauber in der Regel wohl nicht. Doch gerade dort liegt ein Schwerpunkt dieses Buches. Kauft man sich deswegen eine "Gebrauchsanweisung für Norwegen"?

    Als geistig reger Urlauber erwartet man Einblicke in die Seele des Landes, in Gewohnheiten oder Gebräuche, vielleicht erklärt aus der Perspektive der Norweger. Und schließlich sucht man nach dem, was im norwegischen Alltagsleben anders ist als in Deutschland. Man möchte wissen, was einen erwartet und vielleicht in das Leben der Norweger eintauchen, es aus ihrer Sicht kennenlernen. Das leistet dieses Buch nur zum Teil und dann aus einer etwas distanzierten Perspektive. Andererseits kann man doch viel über Norwegen aus dem Text lernen, allerdings mehr aus politischer und soziologischer Sicht, jedoch weniger als Vorbereitung auf eine Urlaubsreise.

    Die überarbeitete Version dieses Buches beginnt nach ein paar Impressionen vom Osloer Flugplatz mit den Geschehnissen am 22. Juli 2011, streift das norwegische Parteinspektrum mit eindeutigen Sympathien und kommt dann nach einigen Betrachtungen zu Trachten zur Rolle der Frau in der norwegischen Gesellschaft und entsprechenden Quotenregelungen. Erstaunt liest man da, dass Norwegen zu einer Gesellschaft geworden sei, die "mitunter geradezu geschlechtslos anmutet". Dann folgt lustigerweise ein Kapitel mit der Überschrift "Das Emirat am Golfstrom". Emirat scheint für die Autorin ein Synonym für Ölreichtum zu sein und weniger eins für die Unterdrückung von Frauen.

    Das norwegische Erdöl hat das Land reich gemacht. Und es bildet einen Katalysator für eine Entwicklung gegen die sich die norwegische Tradition zwar kräftig stemmt, die sie aber nicht verhindern werden wird. In einem armen Land mit ungünstigen klimatischen Verhältnissen, wenig industriellem Potential und einer geringen Bevölkerungsdichte kommt es selten zu einer differenzierten Bevölkerungsstruktur. Daraus resultiert offenbar die traditionelle Vorstellung von der Gleichheit aller Norweger vom König bis zum einfachen Bauern, die inzwischen mit der Realität nicht mehr viel zu tun hat, aber dennoch trotzig gepflegt wird.

    Die Frauenquote, so lernt man aus diesem Buch, ist übrigens nur ein Aspekt staatlicher Umerziehungspolitik. Urlauber merken das an saftigen Preisen für Alkohol und den ruinierenden Strafen bei Verkehrdelikten. Norwegischen Männern droht Knast, wenn sie auch nur irgendwo auf der Welt die Dienste kommerzieller Liebesdienerinnen in Anspruch nehmen. Und jeder Norweger kriegt eine Identitätsnummer zugeordnet. Ostdeutsche kennen das aus ihrer Vergangenheit. In Norwegen spielt diese Nummer jedoch eine viel bedeutendere Rolle, denn sie taucht überall auf. Auf diese Weise können Verhaltensweisen und Gewohnheiten leicht zugeordnet werden.

    Das ist nur ein Beispiel für Erkenntnisse, die man aus diesem Buch gewinnen kann, aber vielleicht gar nicht wissen wollte. Immerhin aber findet man auch einige praktische Hinweise, etwa zur fast ungenießbaren norwegischen Küche. Und schließlich begegnen dem Leser…

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