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  1. Anonym
    ·
    14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Wie ein Rosenkranz…, 14. Mai 2016
    Von 
    Anonym – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Frauen.Geschichten. (Gebundene Ausgabe)
    Ein Bedürfnis, das nicht erfüllt sondern unterdrückt wird, kann sich zur Obsession auswachsen. Sagte ein Kollege von mir auf die Frage, warum er als Pazifist seinem Sohn Spielzeugwaffen kaufe. Und wer Altmanns Lebensgeschichte und dieses Buch kennt, wird ihm vollumfänglich Recht geben.

    Aufgewachsen in einem heuchlerischen, katholischen Wallfahrtsort im tiefsten Bayern, in der Familie des Rosenkranzkönigs, in der jeder Funken Lebensfreude im Keim erstickt wurde. Sexualität als deren Ausdruck erst recht – verteufelt, allenfalls als möglichst emotionsloser Akt zum Kinderkriegen noch geduldet. Was macht man da als hormongeplagter Teenager – so weit indoktriniert, dass nicht mal Selbstbefriedigung infrage kommt? Ausbrechen und die jahrelange Pein in einem herrlichen Buch verwursten: "Das Scheissleben…" war mein erstes Buch dieses Autors und hat mich tief beeindruckt.

    Das hier habe ich als zweites gelesen. Und kann ihm nicht viel abgewinnen. Die Sprache ist klar, einprägsam, und die Offenheit ist bemerkenswert. Aber es liest sich wie eine Aufzählung von Aufrissen, keine Spur einer "Ode an die Frauen".
    Wie ein Rosenkranz – eine Perle nach der anderen, ein Geschichtchen nach dem nächsten, alle ähnlich. Und dann von vorn. Es kommt weder Spannung noch Erotik auf. Die Frauenkörper sind alle wunderschön, der Geist idealerweise auch, Alter, Ort und Dauer der Liason variieren. Wie getrieben springt er von einer zur anderen, immer rastlos, immer auf der Suche nach noch mehr. Freie, gebundene, junge, noch jüngere, reiche, berühmte, gesunde, gestörte, Huren und eine Priesterin. Das könnte man verkürzen auf: "Ich habe mit 100/500/XXX Frauen geschlafen und es war toll". Ach ja, ein Mann war auch dabei. Und ein Transsexueller. Wenn’s Spaß macht…

    Mag ja sein, dass der Autor mit jedem Akt den Sieg über seine Erziehung und unschöne Jugend feiert – aber für jemanden, der nicht mit diesen Beschränkungen aufgewachsen ist, ist diese Jagd einfach nicht so interessant.

    Und ein letzter Stachel der katholischen Erziehung scheint noch in seinem Leib zu stecken: Sex und Liebe bringt er nicht unter einen Hut. Taucht Letztere am Horizont auf, verabschiedet sich die Erektion… An dieser Stelle hatte ich Mitleid mit dem Mann. Wäre mir zu wenig, aber sein Leben muss ihn allein glücklich machen, und das tut es wohl.

    Nur eines kann ich so nicht stehen lassen: dass eine Tantra-Technik zuverlässig vor Schwangerschaft schützt. Das zu verbreiten halte ich für gefährlich. Und eigentlich sollte ein erwachsener Mann doch wissen, dass auch vor dem Samenerguss Spermien austreten, z.B. im Lusttropfen. Und ein einzelnes reicht schon aus, um eine Schwangerschaft herbei zu führen. Es kann also durchaus sein, dass irgendwo auf dieser Welt ein Mini-Andreas oder eine Mini-Andrea herum rennt…

    Fazit: für Fans von Andreas Altmann sicher eine interessante Lektüre, aber weder literarisch noch inhaltlich weltbewegend.

    P.S.: die "Dezentrierung des Beckens" war wohl eher ein Deszensus – und dafür kann der Gatte nun wirklich nichts.

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  2. JuBee
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Lustvoll, provokant…dürftig, 21. August 2016
    Von 
    JuBee – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Frauen.Geschichten. (Gebundene Ausgabe)
    Zuerst: der Rezensent ist ein Mann und hat keine Ahnung, was diese Geschichten mit einer Frau machen, das vorab. Mich hat der Inhalt begeistert und provoziert, gleichermaßen. Nach der Hälfte des Buches dann hatte ich gute Lust, selbiges in die Ecke zu schmeißen: zu atemlos die Aneinanderreihung der Dates, zu endlos die Namen der Damen… worum geht es hier eigentlich? Selbstverherrlichung, Voyeurismus, Narzissmus? Das Buch ist – wie schon andere Bände des Autors, toll und lebhaft geschrieben, das ist das großes Plus.
    Glaubt man all die Geschichten, dann wird man als "normal" veranlagter Mann irgendwann vor der Frage gestellt, ob man etwas verpasst im Leben – oder einem Besessenen beim Treiben zuschaut.
    Andreas Altmann gibt vor, über die Liebe zu schreiben, etwas von den Frauen lernen zu wollen. Dieses Anliegen löst er meines Erachtens nicht wirklich ein: die Liebe ist bei weitem größer, vielfältiger als das, was er umkreist, sie hat auch Geduld, Dauer, Standhaftigkeit verdient. Sie kann auch das Älterwerden umarmen! Jeder, der eine Beziehung über viele Jahre führt, wird das wissen… Insofern erzählt dieses Buch zwar von der Leidenschaft, aber eben nur von der einen: der schnellen, geilen und kurzatmigen. Die wiederholten, moralischen Schelten auf die "bürgerlich" lebenslang Verbundenen sind überflüssig und gingen mir leider irgendwann auf den Sack (sorry, Mr Altmann).
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  3. l'Inconnue
    ·
    7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Ich muss gestehen,, 26. September 2015
    Von 
    l’Inconnue – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Frauen.Geschichten. (Gebundene Ausgabe)
    ich habe lange gebraucht, bis ich mit diesem Buch warm geworden bin. Ich fange mit dem geschilderten, eher beliebigen Sexualverhalten nichts an (dachte manchmal an McDonalds) und es gefiel mir auch nicht, dass eine Story die andere abriss, also Frauen.Geschichten. Ich vermisste einen Spannungsbogen.
    Doch da ich das E-Book auf meinem Laptop hatte, habe ich immer mal wieder gelesen. Eine einzelne Geschichte. So wie ich gerade Lust dazu hatte. Mit der Zeit habe ich dann alles gelesen. Plötzlich entstand aus den vielen Geschichten Eine. Und ein Gefühl von Schönheit. Und Wärme. Aus der Tiefe der Geschichten tauchte etwas auf, das dort verborgen schlummerte. Wie ein Blüte, die sich ganz langsam entfaltete.
    Aus dem fehlenden Spannungsbogen entstand ein französischer Film. Wie sie manchmal sind. Sie beginnen und blenden irgendwo aus. Und jeder weiß, die Geschichte geht weiter ohne dass sie im Film weiter erzählt wird. Doch für diese Weile darf der Zuschauer ein wenig dabei sein.
    Außerdem gefiel es mir immer besser, dass ein heterosexueller Mann so frei über seine sexuellen Erfahrungen, Techniken, Vorstellungen, Vorlieben und Abneigungen, Erfolge und Niederlagen, Verirrungen, Experimente und Momente voller Herzklopfen berichtet. Ich finde tatsächlich, das sollten mehr Männer tun. Ich finde es sehr informativ.
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