3 Kommentare

  1. M.G.
    ·
    67 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ein Buch, das unter die Haut geht, 23. März 2010
    Von 
    M.G. (Bad Țlz) РAlle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Flüsterkind – Dein Mann hat mich missbraucht. Ein Brief an meine Mutter (Taschenbuch)
    Ich habe "Flüsterkind" gestern nachmittag bekommen und wollte es "kurz anlesen". Ich habe es erst spätabends wieder aus der Hand gelegt, als ich es zu Ende gelesen hatte, so hat es mich gefesselt.

    In aufwühlenden Worten beschreibt Frau Michaelsen auf den ersten 220 Seiten den grausamen Verlauf ihrer Kindheit. Als sie sich endlich traut, ihr Schweigen zu brechen und sich einem "Kindertelefon" anzuvertrauen, kommt es zur Konfrontation mit der Mutter. Sie wehrt sich zum ersten Mal gegen die Schläge und sagt der Mutter, wie sie sich in all den Jahren gefühlt hat. "Was ich gesagt habe, hat Dich nicht bewegt. Es ist gar nicht zu Dir vorgedrungen. Du warst einfach nur entsetzt über meine Frechheit, Dir solche Dinge an den Kopf zu werfen. Es war der Moment, in dem ich aufhörte, Dich zu lieben und als meine Mutter zu betrachten." Es war der Moment, der mir Tränen in die Augen getrieben hat. Nach diesem Erlebnis beschreibt Frau Michaelsen, wie sie es Schritt für Schritt schafft, aus ihrer Hölle zu fliehen.

    Nun bin ich hin- und hergerissen. Auf der einen Seite möchte ich das 5-jährige Mädchen in Mona Michaelsen in den Arm nehmen, auf der anderen Seite dem Stiefvater und v.a. der Mutter eine gerechte Strafe zukommen lassen. Aber wie soll man solche Verbrechen bestrafen, die die Vorstellungskraft jedes "normalen" Menschen übersteigen?

    Ich bewundere Frau Michaelsen für ihren Mut und ihre Kraft, dieses Buch zu schreiben, und hoffe, dass es ihr zumindest ein wenig hilft, sich von ihrer Vergangenheit zu befreien.

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  2. HEIDIZ
    ·
    16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Monas Aufschrei, 23. Juli 2010
    Von 
    HEIDIZ (Heyerode) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Flüsterkind – Dein Mann hat mich missbraucht. Ein Brief an meine Mutter (Taschenbuch)

    Ich finde es immer gut, wenn persönliche Geschichten in Literatur verfasst werden, sozusagen für die Ewigkeit festgehalten werden. Dieses Buch ist ein weiterer Beweis meiner Meinung, da diese Ausführung, die die Autorin im Buch aufschreibt und widergibt, so haarsträubend und schrecklich sind, dass man sie fast nicht glauben kann. Man hört so viel, vieles ist sooo weit weg, aber wie oft ist es auch ganz nah an einem dran und so schreibt Mona Michaelsen über ihre Erfahrungen …

    Untertitel des Buches: Dein Mann hat mich missbraucht – Ein Brief an meine Mutter

    Inhalt und Gliederung:
    =================

    Das Buch ist in 7 Kapitel untergliedert.

    Zeitreise
    Es geht weiter
    Nicht nur ich
    Gesellschaft
    Neues "Zuhause"
    Fluchten
    Danach

    Dieses Buch ist ein Brief in Romanform. Ein Brief an die Mutter von Mona, eine Mutter, die zugesehen hat, wie ihre Tochter mißbraucht wurde.

    Mona rechnet in diesem Buch, reist zurück in ihre Kindheit und Jugend und arbeitet auch auf. Es ist ein Aufschrei nachl anger Zeit, endlich herauszuschreien, was man ihr angetan hat, nachzuforschen, warum alles so gekommen ist und vorallem – warum ihre Mutter Irma so gehandelt hat – nicht gehandelt hat !!

    Im zarten Alter von 5 Jahren wurde Mona zum ersten mal von ihrem Stiefvater mißbraucht. Viele Jahre redete sie nicht und ließ einfach alles über sich ergehen, fraß das Leid in sich hinein…

    Es ist sicher ein befreiendes Aufschreien, welches aus diesem Buch hervorgeht. Klar, es kann nicht wieder rückgängig gemacht werden, aber einneues Leben kann vielleicht begonnen werden.

    kurze Leseprobe an dieser Stelle:
    ===========================

    Irgendwann, es kam mir wie viele Stunden vor, hast du mich leicht am Arm geschüttelt und mir bedeutet, das Antje und ich jetzt ins Bett gehen sollten. Ich schloss daraus, dass gleich der letzte Bus kommen müsste, um Deinen Mann an der Haltestelle bei der Arztpraxis auszuspucken. Wir gingen in die Kammer, legten uns aber nicht ins Bett. Wir blieben hinter der Tür stehen und schauten abwechselnd durch den Schlit, um ja nichts zu verpassen. Lange mussten wir nicht warten, da hörten wir ihn grölen, Er wankte in die Wohnküche, eine Sektflasche in der Hand, und ließ sich damit plump auf einen Stuhl fallen. Er versuchte, Dich auf seinen Schoß zu ziehen, ignorierte Deine Eismiene und steckte sich eine Zigarette an. "Was denn los, mein Schatz? …

    Schon aus diesen Wort geht hervor, wie genau sich Mona erinnert, wie viele Details im Buch zum Tragen kommen, wie sie ihren Stiefvater als grölenden und tyrranisierenden Menschen kennengelernt hat, vor dem jeder einfach nur Angst hatte.

    Niemand mocht ihn, man ertrug ihn einfach und hielt den Mund zu all den schrecklichen Greueltaten, die er tagtäglich in der gesamten Familie und vorallem an Mona tat.

    Und was ist mit ihrer Schwester???

    meine Meinung:
    =============

    Ich finde, dass dieses Buch sehr aus dem Bauch und Herzen heraus geschrieben ist, man spürt die Sehnsucht, alles von der Seele zu schreiben, der Mutter zu sagen, was man von dem ganzen hält und was man über die vielen Jahre erdulden musste und den Mund gehalten hatte um des lieben Friedens willen und weil es halt zu schrecklich war, um es zu erzählen.

    Man kann sich nicht vorstellen, was ein 5jähriges Mädchen durchmachen muss. Die Autorin – nun um einige Jährchen älter – erzählt von ihrer Kindheit, die eigentlich keine Kindheit war und von ihrer Jugendzeit in einer Familie, die auch keine Familie war, sondern für alle einfach nur die Hölle.

    Sehr zu Herzen gehend und äußerst detailliert schildert sie alles, was ihr widerfahren ist. Bis ins kleinste Detail erinnert sie sich an einzelne Szenen, die ihr besonders im Gedächtnis geblieben sind und ich finde es sehr gut zu lesen, dass sie dieses Buch, diesen Brief, diese Zeilen, an ihre Mutter richtet, mit der sie so lange nicht über dieses Schreckliche hatte reden können.

    Mit diesem Buch ist das Schweigen beendet, Mona rechnet ab und erzählt was ihr widerfahren ist. Warum hat ihre Mutter zu all dem geschwiegen. Man kann sich das nicht vorstellen, dass eine Mutter zuschauen kann, wie ihrem Kind so etwas angetan werden kann. Kann man mit einem solchen Mann zusammenleben, der die Familie und seine ihm anvertrauten Kinder, auch wenn es "NUR" Stiefkinder sind, so schändlich mißbraucht?

    Ich finde, dieses Buch ist ein perfektes Zeugnis eines mißbrauchten Menschen. Man sollte es gelesen haben, nicht nur wegen der Gefühlswelt der Mona, die hier sehr gut zum Ausdruck kommt, sondern auch wegen der Mutter und ihrer…

    Weitere Informationen

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  3. Lady`s Lit
    ·
    37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Absolut empfehlenswert!, 7. August 2010
    Von 
    Lady`s Lit – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Flüsterkind – Dein Mann hat mich missbraucht. Ein Brief an meine Mutter (Taschenbuch)
    Mona Michaelsen schildert in Flüsterkind" ihre Kindheit, die nie eine war. Als ältestes Kind wird sie in Familienverhältnisse hineingeboren, die für sich allein genommen schon eine einzige Katastrophe sind. Mit einem trinkenden, gewalttätigen Stiefvater und einer sich selbst bemitleidenden, lethargischen Mutter lernt Mona schon früh, sich um Haushalt und Geschwister zu kümmern. Die halbe Kindheit verbringt sie in einer Kammer, wird meist nur zur Verrichtung ihrer umfassenden Pflichten und zum Essen herausgelassen. Sie bemüht sich, der ständig klagenden Mutter möglichst alle Arbeit abzunehmen, in der Hoffnung auf ein wenig Zuneigung. Vergeblich.

    Im Armenhaus lebend erfahren sie und ihre Geschwister nur Verachtung, Unterdrückung und körperliche Gewalt. Im zarten Alter von fünf Jahren beginnen die sexuellen Übergriffe des Stiefvaters. Nicht heimlich nachts im Dunkel, nein! Am Abend darf Mona sich auf Papas Schoß setzen, um der Familie ein Ständchen zu singen. Und während Mona singt, beginnt der Stiefvater, lediglich durch den Tisch vor den Blicken der anderen geschützt, die Fünfjährige unsittlich zu berühren. Und das ist erst der Anfang.

    Unvorstellbar ist, was Mona Michaelsen da beschreibt. Man spürt die Hilflosigkeit, die Unsicherheit des Kindes, das instinktiv spürt, dass Unrechtes mit ihm geschieht, dem aber weißgemacht wird, alles sei in Ordnung. Nicht zuletzt, da die Mutter wegsieht. Als Mona den Mut aufbringt und sich der Mutter endlich anvertraut, erntet sie nichts als Schläge für ihre unverschämten Lügen. Doch selbst das ist nicht das Schlimmste, was der Heranwachsenden widerfährt. Auch ihre Schwester Ulla ist vor dem pädophilen Stiefvater nicht sicher.

    Das Buch macht betroffen, man möchte die Kinder in den Arm nehmen, ihnen sagen, wie wertvoll sie sind, dem Treiben ein Ende bereiten.

    Bleibt die Frage, warum dieses Buch jedem Leser zu empfehlen ist? Es gibt viele Spielarten von Missbrauch, beginnend mit abschätzigen Bemerkungen, Schlägen, Einfordern von Mitleid, die die Kinderseele schädigen.

    In Mona Michaelsens Buch wird deutlich, welch umfassenden Einfluss Mutter und Vater ausüben. Kinder vertrauen dem Urteil der Eltern mehr als sich selbst auf der Suche nach Zuneigung und einem Platz in der Welt. Umso wichtiger ist es, Eltern zu sensibilisieren, im Umgang mit ihren Kindern achtsam zu sein.

    Mona Michaelsen hat mit diesem Buch einen Befreiungsschlag vollzogen. Ihr ist es als einziges Kind der Familie gelungen, ein relativ normales Leben zu führen. Und dennoch kann keiner die Kindheit ganz hinter sich lassen.

    (m)

    Der Lesetipp von Lady`s Lit

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