Kommentare

3 Kommentare

  1. J. Lenz
    ·
    37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Sehr amüsante Pflichtlektüren für Australien-Interessierte – insbesondere Auswanderer-Kandidaten, 19. Mai 2007
    Von 
    J. Lenz – Alle meine Rezensionen ansehen
    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Ein Jahr in Australien: Reise in den Alltag (HERDER spektrum) (Broschiert)
    Auswanderer-Geschichten sind ja in letzter Zeit im deutschsprachigen TV in Mode gekommen. Interessant an diesem Buch ist, dass es über die üblichen Zutaten wie Umzugsstress, Abschiedstränen, Wohnungssuche und andere Eingewöhnungsschwierigkeiten weit hinausgeht. Erfreulich ist auch, dass die Autorin eine ordentliche Portion an Selbstironie hat und recht offen darlegt, dass sie wohl weder die ganz grosse Lebensplanerin ist aber eine Alles-muss-seine-Platz-haben-Frau – immer im Spagat zwischen "ein bisschen Deutsch bleiben" und doch den "Aussie Lifestyle" zu leben. Zu präsent scheint der typische Vorwurf an deutsche Einwanderer in Australien die ungeduldigen "Alles-Besserwisser" zu sein. Reizvoll ist, dass einem der typischen Australien-Klischee-Träume nachgespürt wird: Dem Luxus morgens vor der Arbeit und abends nach der Arbeit surfen zu gehen. Und der Frage ob ein "Traumleben" dann sich etwas blasser darstellt, wenn man dieses erst einmal erreicht hat. Interessant ist es mal eine Perspektive zu erfahren, die eben über die Backpacker-Brille hinaus geht. Die professionelle Schreibe macht das Buch umso lesenswerter und es verleitet dazu es in einem Zug zu "inhalieren".

    Kleine Kostprobe aus dem Werk: "Sandrinde, Jasmin, Monique – Makler heißen in Sydney nicht nur, als wollten sie unbedingt für eine schlechte Vorabendserie gebucht werden. Sie liefen auch herum, als müssten sie später noch zur Oscar-Verleihung. Für ihren Namen konnte Ramona vermutlich nichts und Kleidung ist Geschmackssache, aber wir zwei hatten eindeutig ein Verständigungsproblem: "Hell, groß und mit Holzfußboden" so hatte die High-Heel-Prinzessin das Loch mit Mülleimer-Anschluss und verfilztem Teppich beschrieben. Dann hatte sie mit azurblau lackierten Fingernägeln den Schlüssel von einem der hundert Haken in ihrem Büro genommen und mir noch ein "You‘ ll love it" nachgeflötet. Nein, Ramona-Schatz I "love it" überhaupt nicht. Ich schlug die Tür zu, steckte den Schlüssel ein und schüttelte mich. Mein Kopf dröhnte, mir fehlte frische Luft und ein Kaffee. Genau, mehr Kaffee. Der vierten Wohnungsfolter an diesem sonnigen Freitag zum Trotz musste ich grinsen…."weil es in Sydney den besten Macchiato gibt". Diese Antwort war Junghülsings Standard auf die Frage, was sie denn nach Australien gezogen habe. Man sollte sich nicht mit dieser Antwort zufrieden geben sondern sich dieses höchst lesenswerte Werk einfach mal zu Gemüte führen. Dann wird man erst recht grinsen – des öfteren.

    Was das Buch erstaunlicherweise gar nicht en Detail verrät ist, dass man Julia Jungehülsing auch im Internet gut begegnen kann. So erfährt man, dass ihre journalistische Laufbahn 1983 in Münster bei den Westfälischen Nachrichten begann. Im Buch gibt es auch den einen oder anderen Querverweis dazu. In Hamburg studierte sie anschließend Slavistik und arbeitete 15 Jahre lang als freie Autorin und Redakteurin. Seit 2001 lebt

    sie als freie Journalistin in Sydney, einer Stadt, der sie in einer Brigitte-Kolumne 2002 eine fulminante, wenn auch nicht unkritische Liebeserklärung schrieb.

    Man ist hocherfreut beim googeln festzustellen, dass Jungehülsing bloggt -also immer wieder kleine Schnipsel des australischen Alltag bei Weltreporter.net auch ins Netz stellt. Beispiel:

    Und es gibt Julica Jungehülsing sogar ein Interview zum Buch zum Nachhören – auf SBS (sbs.com.au > Deutsche Sendungen), einem Sender der erfreulicherweise immer mehr seiner Berichte als MP3-Dateien zum Herunterladen anbietet.

    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

  2. divingmaus
    ·
    10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Ein Jahr in Sydney, 3. Januar 2008
    Von 
    divingmaus (Dresden) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Ein Jahr in Australien: Reise in den Alltag (HERDER spektrum) (Broschiert)
    Ein nettes gut geschriebenes Buch, dass sich leicht liest. Vielleicht sollte man nicht -ein Jahr in Australien- als Titel wählen, sondern eher – 1 Jahr in Sydney/Bondi Beach. Die Autorin gibt einiges über die australische Mentalität preis, bringt jedoch das Australien Flair nicht so ganz rüber.
    Wer bereits in Australien war, kann dem sicher zustimmen.
    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

  3. Anne
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    2.0 von 5 Sternen
    Wohl eher ein Jahr in Bondi Beach, 24. Juli 2013
    Von 
    Anne – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Ein Jahr in Australien: Reise in den Alltag (HERDER spektrum) (Broschiert)
    Worum geht es:

    Julica Jungehülsing erfüllt sich ihren Traum, den sie seit einem Surferurlaub auf den Kanaren hegt: Sie will dort leben wo andere Urlaub machen, und wie selbst verständlich sich morgens ihr Surfbrett schnappen und zu Fuß die paar Meter, mit dem Brett unterm Arm, zum Strand laufen, um noch die ersten Wellen auskosten zu können. Da sie freiberufliche Journalistin ist, wagt sie den Schritt und geht nach Bondi Beach um dort ihr neues Leben auf der Sonnenseite zu starten.

    Meine Meinung:
    Oh, oh, oh, das Buch war leider wirklich mit Abstand das schlechteste Buch aus der "Ein Jahr in…" – Reihe das ich bisher gelesen habe. Der Titel des Buches ist auch irgendwie komplett falsch gewählt, denn anstatt das Buch "Ein Jahr in Australien" zu nennen, hätte man es lieber "Ein Jahr in Bondi Beach, mit kurzen Abstechern nach Sydney, aber eigentlich hat mich der Rest Australiens, abseits von meinem tollen Bondi Beach, nicht interessier" nennen sollen. Es hat einfach so gut wie gar nichts mit dem großen Kontinent Australien zu tun, der so viel zu bieten hat und von dem sie so wenig sieht – wodurch wir als Leser natürlich auch nicht in den Genuss kommen, andere Ecken Australiens zu entdecken.

    Im Prinzip verbringt sie ihre Tage ausschließlich zwischen Beachbar und Meer, und lässt nicht selten unerwähnt wie uuuuuuuunheimlich cool sie jetzt ist, und wie uuuuuuuunheimlich nervig diese Touris an ihrem Strand sind.

    Und auch von Sydney, obwohl in unmittelbarer Nähe, erleben wir nichts. Aha, gut wir wissen jetzt wie man in Australien Bus fährt, aber es gibt keine Tipps zu tollen Parks, Aktivitäten, kleine Geheimtipps. Nichts.

    Und auch die Wüste wird nur kurz, in weniger als 5 Seiten angerissen. Hat sie gemacht. Fertig – zurück an Strand.

    Man erfährt nichts über andere Städte wie Perth oder Canberry, liest nichts über Tasmania oder das Great Barrier Reef. Nichts.

    Alles in allem sollte man sich das Geld für dieses Buch absolut sparen, und sich vielleicht einen richtigen Reiseführer kaufen.

    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

doFollow