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  1. melanie perfetto
    ·
    9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Wunderschöner Roman mit sehr viel Tiefgang-sehr viel Humor und sehr vielen moralischen Fragen, 9. August 2016
    Von 
    melanie perfetto – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Ein ganzes halbes Jahr (Taschenbuch)
    Mal wieder ein Buch, welches ich nicht weglegen konnte-was aber für mich immer ein Zeichen ist, daß es mich auch wirklich erreicht hat!

    Ich denke, die Handlung ist inzwischen bekannt und es wurde viel darüber geschrieben.
    Was ich hervorheben möchte, ist die Schreibweise dieser Autorin. Wirklich ein eigener Stil, mit sehr schönen Beschreibungen und wirklichem Talent, etwas auszuschmücken und auszukleiden.

    Auch der Wechsel der Sichtweisen der Beteiligten hat mir gut gefallen (nur kurze Kapitel)- denn letztendlich geht es in dem Buch genau darum.
    Die Sicht des betroffenen Will-der nie wieder sein Leben in freiem Willen und Tun führen können wird.
    Die Sicht der Mutter-die in einen furchtbaren Gewissenskonflikt gerät.
    Und die Sicht des Vaters-die wirklich überraschend ist.
    Die Sicht des Pflegers-der zu einem Freund geworden ist.
    Und letztendlich die Sicht von Louisa-deren Leben sich durch die Brille von Will ändert.
    Die ganze Tragik des Buches ist, daß Louisa durch Will zu ihrem wahren ICH findet-und auch ihre große Liebe findet-und ihn dann aber doch AUS LIEBE frei geben muss.
    Man fragt sich automatisch:
    ist das richtig?
    reagieren die Eltern richtig?
    wie würde ich reagieren/ entscheiden?

    *************************************************************
    Selbst wenn man weiß, um was es in dem Buch geht-es packt einen trotzdem!!
    Der Schreibstil ist neu und für mich einzigartig-und die Geschichte bleibt durch die Personen lebendig.
    Jetzt habe ich mir den nächsten Teil bestellt-obwohl ich eigentlich die Geschichte auch hätte enden lassen können.
    Trotzdem möchte ich gern wissen wie es weiter geht:)

    Nur den Film spare ich mir-da viele meiner Bekannten sehr enttäuscht waren. Der Film würde die Bilder im Kopf kaputt machen-und die bewahre ich mir.

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  2. Stephie87
    ·
    1.005 von 1.110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Das wahrscheinlich wunderbarste Buch, welches ich dieses Jahr bisher gelesen habe, 16. April 2013
    Von 
    Stephie87 – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Ein ganzes halbes Jahr (Broschiert)
    Lou und Will könnten kaum unterschiedlicher sein. Lou ist eine 27-jährige Frau, die in sämtlichen Bereichen ihres Lebens festgefahren ist. Sie hat einen Job in einem Café, wohnt seit ihrer Geburt in dem gleichen Dorf bei ihren Eltern, ist seit sieben Jahren mit dem gleichen Mann zusammen und ihr Dasein beschränkt sich im Moment einzig und allein auf diese Elemente. Die tägliche Busfahrt wird zur Routine und selbst die Besucher in ihrem Café gehören inzwischen zur alltäglichen Langeweile. Doch sie ist scheinbar zufrieden… bis zum Tag ihrer Kündigung, mit welcher ihr Leben eine Kehrtwende vollführt…
    Will hingegen ist das Abbild eines erfolgreichen Geschäftsmannes. Er steht in der Blüte seiner Jahre, hat keinerlei Geldsorgen, eine schicke Freundin zu Dekorationszwecken und ein Leben geprägt von Reisen, Abenteuern und Eindrücken jeglicher Art. Er ist lebenslustig und glücklich bis ihn eines Tages ein Motorradfahrer ergreift und in einen Rollstuhl befördert…

    Die Geschichte von Lou und Will ist keine gewöhnliche. Liest man den Klappentext und betrachtet das Buchcover, so freut sich die Mehrheit der Leserschaft zunächst bestimmt auf eine Liebesgeschichte mit „erschwerten“ Umständen. Doch weit gefehlt, wird der Rezipient nicht mit einer klischeelastigen Romanze unterhalten, sondern sieht sich plötzlich mit schweren Themen wie Behinderung oder Freitod sowie der Lust am Leben konfrontiert. Dabei verfolgt er die Protagonistin auf ihrem Weg zu einem neuen Ich, glaubt sich eng an ihrer Seite, zeichnet Jojo Moyes ein derart liebevolles und einfühlsames Bild der jungen Frau, dass der Leser das Gefühl entwickeln wird, Lou persönlich zu kennen.

    Die Autorin versteht es den Leser auf eine geschickte Art und Weise zu fesseln und bewirkt mit ihren teilweise witzigen aber auch immer ernstgemeinten Worten, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es ist ein seltsames Gefühl, dieses Werk zu lesen. Ich möchte dabei nicht allzu viel von der Geschichte verraten, aber es sei gesagt, dass der Roman widersprüchliche Gefühle weckt. Einerseits möchte man die Seiten eine nach der anderen umblättern und im Buch voranschreiten, hat man jedoch gleichzeitig Bedenken, dem unumgänglichen Ende entgegenzusehen aus Angst vor dem Finale. Es hilft nichts, man muss es einfach gelesen haben!

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  3. The_little_Things
    ·
    802 von 926 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Eine berührende Geschichte, ein heikles Thema, 20. April 2013
    Von 
    The_little_Things – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Ein ganzes halbes Jahr (Broschiert)

    Inhalt:

    Louisa Clark ist mehr als geschockt als sie quasi über Nacht ihren Job verliert. Nicht nur wegen des Geldes, was sie und ihre Eltern zweifelsfrei dringend benötigen, sondern auch weil sie ihn gern gemacht hat. Sie mochte es in einem Cafe zu stehen, mit Leuten zu reden und Wünsche zuerfüllen. Und wenn es auch nur kleine waren, nach Tee und Gebäck. Und sie mag den Ort in dem sie lebt. Eine Kleinstadt die nicht viel zu bieten hat, außer einer Burg die eher Touristen als Einheimische begeistert.
    Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Jobcenter ihr auch nicht viel bieten kann. Nicht mehr als eine Stelle als Pole-Dancerin oder in einer Hühnerfabrik. Letzteres probiert sie sogar aus, mit Alpträumen als Folge.
    Mit ein paar Umwegen und einigen Überredungskünsten landet Louisa schließlich im Haushalt der Traynors. Ihre Aufgabe besteht darin den Sohn der "Hausherrin" zu betreuen, oder vielmehr zu beobachten. Will Traynor. Will ist Tetraplegiker. Er kann sich nicht bewegen, während er bei vollem Verstand ist. An den Rollstuhl gefesselt müssen andere alles für ihn übernehmen. Zunächst versteht Louisa, Lou…ihre Aufgabe nicht. Denn die pflegerischen Notwenigkeiten werden vom medizinisch geschulten Nathan übernommen. Und Will scheint eindeutig kein Interesse an ihr, oder ihrer Gesellschaft zu haben. Im Gegenteil, er ist ziemlich unausstehlich und es dauert eine ganze Weile bis die beiden sich halbwegs aneinander gewöhnt haben.
    Eher durch Zufall erfährt Louisa schließlich weshalb sie wirklich da ist. Sie ist nicht Beschäftigung für einen Behinderten, sondern der Babysitter eines Suizidgefährdeten. Denn Will hat eine Entscheidung getroffen, die ihn…wenn Lou es nicht verhindern kann…am Ende in die Schweiz führen wird. In ein Land, in dem ärztlich unterstützter Suizid legal ist. Und wie alle um Will herum, beginnt sie zu überlegen wie sie ihn umstimmen kann. Sie versucht sein Leben besser zu machen, ihm lebenswerte Augenblicke zu bescheren und ihn nicht nur an das Leben, sondern auch an sich zu binden. Denn innerhalb ihrer 6 Monate Dienstzeit…innerhalb eines ganzen halben Jahres….kommen die beiden sich so nah, physisch wie psychisch, dass Louisa sogar ihre 7jährige Beziehung beendet in dem Gedanken an ein Leben mit Will. Detailliert informiert sie sich über Möglichkeiten und Wege, Wünsche und Ziele, Gefühle und Gedanken….über alles was eine Tetraplegie anders oder schwieriger macht, einzig mit dem Ziel Will umzustimmen. Und als sie ihm schließlich ihre Liebe gesteht und ihm die Zukunft schildert wie sie sie sieht, mit all den Dingen die sie für ihn und für sich tun will, bittet er sie um etwas das ihre ganze Welt auf den Kopf stellen wird.

    Meinung:

    Als ich das Buch gekauft habe wusste ich nur zwei Dinge darüber. Das es ein Spiegelbestseller ist und was der Klappentext sagt. Ich wusste nicht auf was ich mich einlasse.
    Ich fing an zulesen und war ziemlich schnell enttäuscht, weil es sich im ersten Augenblick anfühlte wie "Zwei ziemlich beste Freunde" und ich dachte der einzige Unterschied wird sein, dass diese Freunde sich am Ende lieben werden. Weit gefehlt… Es ging um viel mehr als Freundschaft oder Liebe, um etwas weitaus wichtigeres. Es geht um das Leben. Um den freien Willen. Um Entscheidungen und das Sterben. Um das was die Menschen ausmacht und die Dinge die der Geist will und der Körper einem verwehrt. Es geht um Zwischenmenschlichkeiten die tiefer gehen als Ozeane und um eine die Bitte die für den einen das Größte und für den anderen das Schrecklichste bedeuten.
    Dieses Buch zwingt einen sich damit auseinander zusetzen was Leben ist. Und was unser eigenes, ganz persönliches Leben ausmacht. Auf was wären wir bereit zu verzichten und wo ist unsere Grenze zwischen lebenswert und nicht auszuhalten. was würde uns brechen? Und wenn wir an die denken die wir lieben, oder die uns lieben…. Wären sie genug zu bleiben, wenn uns sonst nichts bleibt?
    Das Thema mit dem Moyes sich befasst ist schwere Kost und polarisiert mit Sicherheit. Aber sie hat es nicht als eine einzige Provokation verpackt. Sie bietet jeder Meinung Raum. Sie beschreibt Will’s Wunsch und gleichzeitig die Gedanken all jener die damit leben müssten, wenn er es wirklich tun würde. Aber es findet zum Beispiel auch seine Mutter Gehör, die nicht will das ihr Sohn stirbt und aber dennoch nur das Beste für ihn will. Und muss nicht jeder selbst entscheiden was am besten für ihn ist? Moyes lässt nichts außer Acht und schreibt sogar Gedanken die man sich selbst verbieten würde. Denn einen Behinderten, vollkommen auf Pflege angewiesenen Sohn Zuhause zu haben, stellt Familien vor Herausforderungen…

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