Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen

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Medizin & Gesellschaft

Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer. Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab, und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.


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Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen

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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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  1. 222 von 246 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Wichtige Erkenntnisse, folgenschwere Ausblendungen und ein verstörter Autor, 12. September 2012
    Von 
    Gerhard Mersmann (Mannheim) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (TOP 1000 REZENSENT)
      
    (REAL NAME)
      

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen (Gebundene Ausgabe)
    Manfred Spitzer, Psychiater und Hirnforscher, der vor 10 Jahren mit seinem Buch Lernen den Deutschen den Mythos ausgetrieben hat, man müsse Kindern ihre Kindheit lassen und dürfe sie nicht zu früh ans Lernen führen, ein angesehener Vertreter seines Faches und eine mit Respekt gehörte Stimme der Wissenschaft, dieser Manfred Spitzer ist ins Schlingern geraten, obwohl er ein Buch geschrieben hat, das seinerseits wiederum wichtige Erkenntnisse erhält, die niemand ausblenden sollte. Aus der Perspektive des Arztes, der sich mit schwer geschädigten Kindern auseinandersetzt, hat sich Spitzer an den unkontrollierten und unreflektierten Umgang mit digitalen Instrumenten gemacht und aufgezeigt, welche Schäden des kognitiven Apparates und des Sozialverhaltens bei Kindern durch zu frühen und zu häufigen Kontakt mit diesen Geräten auftreten können.

    In seinem Buch Digitale Demenz. Wie wir unsere Kinder um den Verstand bringen, zeigt Spitzer zumeist überzeugend auf, was an Hirnbildung ausbleibt, wenn bestimmte Funktionen nicht trainiert, sondern nach außen verlagert werden und was nicht gelernt wird, wenn die soziale Isolation nur noch den virtuellen Spielplatz übrig lässt. Er geht viele der Phänomene durch, die uns allen so geläufig sind, die verheerende Wirkung der Navigationssysteme auf das eigene Raumempfinden und Orientierungsvermögen, das Schwinden der Merkfähigkeit, die schlechten Sozialstimulanzen der Computerspiele, das Schwinden von Fokussierungskompetenz und Konzentrationsfähigkeit durch Multitasking und die vielen, vielen psychosomatischen Reaktionen auf die Überdosis digitaler Kommunikation.

    Die Probleme, die Spitzer in diesem Buch anspricht sind durchweg existent und den meisten kritischen Zeitgenossen durchaus bekannt. Was verstört, ist der bei diesem Autor ungewohnte und misslungene polemische Ton, der aus dem respektablen Wissenschaftler doch häufiger einen Besserwisser macht, der durchaus in der Lage ist, der Leserin oder dem Leser auf die Nerven zu gehen. Hintergrund dieser bedauernswerten Entwicklung sind die Tiraden einer nahezu inquisitorischen Meute, die Spitzer seit seinen kritischen Äußerungen verfolgen wie einen Aussätzigen und die einerseits erklären, warum der Mann seine Gelassenheit verloren hat und andererseits belegen, welch gewaltige Lobby hinter der digitalen Industrie am Wirken ist.

    Was leider insgesamt in dem Buch keine Rolle spielt und in der Diskussion darüber viel zu kurz kommt ist die Frage, inwiefern die Erosion der Erziehung in vielen Schichten nicht die Ursache für die Überdosis digitaler Medien ist. Stattdessen wird das Medium oder Instrument an sich als Vehikel der Zerstörung oder heilsbringende Institution verteufelt oder gepriesen, ganz so, als wären wir noch auf dem historischen Niveau der Maschinenstürmerei. Das ist schade und armselig zugleich und wird durch Spitzers Buch nicht korrigiert.

    Die Digitale Demenz zeigt, was passiert, wenn jemand, der die Interessen von Lobbys verletzt und die harte Gangart des medialen Diskurses nicht kennt, plötzlich in einem Orkan des Unmutes gerät. Spitzers Ton ist ein Indiz dafür. Leider überstrahlt er manche richtige und wichtige Erkenntnis.

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  2. 202 von 232 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Wie man sich wehren kann gegen eine Tendenz, die die Grundlagen unserer Gesellschaft zu gefährden in der Lage ist, 3. August 2012
    Von 
    Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen (Gebundene Ausgabe)
    Manfred Spitzer, einer der profiliertesten Hirnforscher der Gegenwart, bleibt seinem Thema treu. Schon vor vielen Jahren hat er in "Vorsicht Bildschirm!" vor den verheerenden Folgen des frühen und missbräuchlichen Konsums elektronischer Medien auf die Gehirnentwicklung von Kindern hingewiesen. In unzähligen Artikeln und Vorträgen hat er seitdem, mit immer neuen Forschungserkenntnissen belegt, seine Warnung vor allem vor Computerspielen und der schnellen, für das Gehirn schädlichen Bildfolge vieler Fernsehserien für Kinder wiederholt.

    Nun legt unter dem Titel "Digitale Demenz" eine vertiefte Darstellung seiner Thesen vor. Ausführlich zeigt er auf, "wie wir uns und unsere Kindern um den Verstand bringen", indem wir immer mehr und immer öfter elektronische Medien nutzen, oft mehrere gleichzeitig. Nicht nur das Gehirn verkümmert, wie er aufzeigt, sondern auch die Sprache.

    Wenn Kinder mit diesen Medien insgesamt mehr Zeit verbringen als in der Schule, muss man sich nicht wundern, dass dort immer mehr über Sprach- und Lernstörungen, über Aufmerksamkeitsdefizite, Stress und zunehmenden Gewaltbereitschaft geklagt wird.

    Der Philosoph Christoph Türcke hat unlängst in seinem Buch "Hyperaktiv!" (C.H. Beck 2012) darauf hingewiesen, dass die Menschen unter einer konzentrierter Zerstreuung leiden, die er als Kulturstörung bezeichnet. Die Menschen sind ständig zwanghaft damit beschäftigt, sich zu zerstreuen, was nicht zur Entspannung führt, sondern zum Stress.
    Dies hat Folgen für die Art und Weise, wie diese Menschen mit ihren neugeborenen Kindern kommunizieren. ADS und ADHS sind für ihn Folgen dieser Störung. In einem Interview hält er es sogar für möglich, dass die zunehmende Altersdemenz mit diesem Phänomen etwas zu tun haben könnte. Sein Vorschlag, wieder die Lebensrituale mehr zu beachten, geht in die gleiche Richtung, die Spitzer am Ende seines an vielen Stellen zugespitzten, vielleicht auch aus seiner Sorge heraus, manchmal polemischen Buches macht.

    Denn, so sagt er, man kann sich wehren gegen eine Tendenz, die die Grundlagen unserer Gesellschaft zu gefährden in der Lage ist. Seine Ratschläge, wie man sich gegen die digitale Demenz wehren kann, erinnern mich doch sehr an die Wege von spirituellen Lehrern:

    * man soll sich gesund ernähren
    * man soll sich täglich mindestens eine halbe Stunde bewegen
    * man soll weniger in Gedanken sein als im Hier und Jetzt
    * man soll sich nur Dinge vornehmen, die machbar sind
    * man soll anderen helfen, selbstlos und ohne finanzielle Interessen
    * mit Geld wird man nicht glücklich. Man soll es lieber für Ereignisse aus geben als für Sachen
    * man soll gelegentlich bewusst Musik hören und auch singen
    * man soll lächeln und damit seine für guten Gefühle zuständige Gehirnareale unterstützen
    * man soll aktiv sein und Hindernisse aus dem Weg räumen
    * man soll sein Leben vereinfachen, wo es nur geht
    * statt mit Freunden auf Facebook zu chatten, gehen Sie einmal mit realen
    * Freunden essen
    * man soll mit allen Sinnen viel Zeit in der freien Natur verbringen, erst recht dann, wenn man Kinder hat
    * man soll, wo es nur geht, die digitalen Medien meiden, vor allem die Kinder

    Manche dieser Ratschläge sind so alt wie die spirituellen Traditionen der Menschheit, andere hören sich für junge Menschen an wie Tipps aus einer anderen Welt. Sagen Sie einmal einem jungen Menschen, er soll nicht dauernd an seinem I-Phone rumfummeln.

    Dennoch und bei aller Kritik: das was Spitzer da in seinem Buch an die Wand malt an Szenarien, ist zu Teilen schon Realität geworden. In meinem persönlichen Umfeld mehren sich Begegnungen und Erfahrungen, wo ich Menschen treffe, die etwa im Verein beim geselligen Beisammensein neben mir sitzen, aber zu keinem wirklichen Kontakt fähig sind, weil sie dauernd mit ihren Mails etc. beschäftigt sind. Und ich erlebe immer öfter Zeugnisse eines erschreckenden Niedergangs der schriftlichen Kultur. Menschen können keine richtigen und vor allen Dingen vollständigen Sätze mehr formulieren, wie die Steinzeitmenschen kommunizieren sie über Zeichen, die sie in ihre rudimentären schriftlichen Zeugnisse einbauen, von der Rechtschreibung einmal ganz zu schweigen.

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  3. 32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Pflichtlektüre für Eltern und jeden, dem die nachfolgenden Generationen nicht egal sind, 21. Dezember 2014
    Von 
    Florian Hilleberg (G̦ttingen) РAlle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (TOP 1000 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen (Kindle Edition)
    Manfred Spitzer, seines Zeichens Psychologe, Mediziner und Philosoph, führt seinen einsamen Feldzug gegen das digitale Zeitalter tapfer fort. Und nach der Lektüre kommt man nicht umhin, sich dabei zu ertappen, ihn nach Kräften darin zu unterstützen. Sofern man über die Fähigkeit der Selbstreflektion verfügt. Ich für meinen Teil habe meinen Laptop, meinen Fernseher und vor allen Dingen mein Smartphone anschließend sehr viel skeptischer betrachtet. Erschreckend, aber leider immer fundiert und mit detaillierten Quellenangaben versehen, sind die vielen Untersuchungen und wissenschaftlichen Statistiken, mit denen der Autor seine Behauptungen untermauert. Dabei bedient er sich einer fachlich korrekten, aber dennoch sehr unterhaltsamen Sprache und lockert den Lesefluss auch mit persönlichen Anekdoten auf. Teilweise ist der Tenor des Buches sehr düster, bedauerlicherweise nicht ganz unbegründet, und ich finde es besser, rechtzeitig und eindringlich zu warnen, als die Sachlage zu verharmlosen. Es ist beinahe beschämend und ein Anachronismus, dass diese Rezension im Internet erscheint und es wundert mich geradezu, dass es das Buch als Ebook gibt, obwohl dieses Medium nicht explizit erwähnt oder madig gemacht wird. Tatsächlich wird in dem Buch schnell der Eindruck erweckt, dass alle Bildschirmmedien hier, auf Teufel komm raus, verunglimpft werden sollen, doch es sollte jedem klar sein, dass es in erster Linie um den übermäßigen Konsum und Missbrauch dieser Medien geht. Es geht nicht darum, Fernsehen, Smartphones oder soziale Netzwerke zu verbieten, sondern den Umgang mit ihnen kritisch zu hinterfragen und sie gezielt einzusetzen. Manfred Spitzers populärwissenschaftliches Buch ist nicht nur uneingeschränkt empfehlenswert, sondern in meinen Augen auch Pflichtlektüre für alle Eltern und jeden Menschen, dem die nachkommenden Generationen nicht egal sind. Dass der Autor sehr provokant vorgeht ist hilfreich, um die Brisanz der Thematik zu verdeutlichen. Leider wird es wie immer, nur diejenigen erreichen, die es am wenigsten betrifft, denn jene, die gefährdet sind, lesen in den seltensten Fällen Bücher.
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