Die ungeheuerliche Geschichte vom ungeheuer ungeheuerlichen Ungeheuer: Das Märchen vom friedlichen Miteinander, von Freundschaft unter den Arten

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(…) Das hatte die Sonne auf ihren unzähligen Reisen um die Erde in all ihren Berufsjahren nicht erlebt. Tiere der unterschiedlichsten Art, auch solche, die, wie es hieß, schon von Natur aus verfeindet waren, hockten friedlich nebeneinander und sogar übereinander. Sie hatten offensichtlich Freundschaft geschlossen. (…) Die Sonne erschrak fürchterlich, als sich unter dem großen Ungeheuerohr etwas zu regen begann, die Arme eines Menschenkindes sich herausreckten, dann ein blonder Lockenschopf folgte. (…) Tinosarius hatte gerade die großen Ungeheueraugen geschlossen, da schreckte ihn ein seltsames Klappern und Klirren auf. Das seltsame Klappern und Klirren kam näher. Nun sah er ihn, den Held, auf einem seltsamen Pferd. Gefährlich sah er aus. Eine Uniform hatte er an und etwas Schwarzes umhängen, wahrscheinlich die Waffe. Das seltsame Pferd wackelte furchterregend. Der Held zitterte wie die großen Fichten im Zauberwald, wenn Tinosarius schrecklich war. (…) Zweieinhalb Kilometer von Obertrutzenhausen entfernt stand ein aufgeregt wirkender korpulenter Zirkusdirektor mit schwarzen Künstlerlocken und großem gezwirbeltem matt glänzendem Schnurrbart auf der Landstraße. Es war gleich Abendvorstellung und noch kein einziger Zirkusbesucher in Sicht. (…) Der Raubtierkäfig schlotterte, ächzte scheppernd. Ein grüner gezackter unendlich scheinender Ungeheuerhals, mit bedrohlich schwankendem schuppigem Ungeheuerkopf, schob sich aus der dunklen Höhle. Schwarze Rauchwolken stoben zischend aus den Ungeheuernasenlöchern. Die Gitterwände des Raubtierkäfigs schwankten. Ebenso die Bäume, mit ihnen die Äste, mit ihnen die Vögel. Kinder klammerten sich an die Eltern. Eltern an Eltern. Der gezackte Ungeheuerrücken streifte mit einem grässlichen Geräusch die Höhlendecke. Felsbrocken krachten polternd herunter. Bei jedem Schritt des Ungeheuers bebte der Boden, bebte die Tribüne, bebte das ganze Zirkuszelt. Das Klirren der Käfigwände übertönte fast das Gebrüll des Untiers. …


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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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