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  1. marielan
    ·
    4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Mit grellen Fingernägeln in ein anderes Leben, 17. Dezember 2005
    Von 
    marielan – Alle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      

    Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenuhr (Taschenbuch)
    Als Roos an einem Sonnenstich stirbt, tritt Leonie, Übersetzerin und nicht besonders begütert, das Erbe ihrer Freundin an, die daran die Bedingung geknüpft hat, dass Leonie für die drei Katzen zu sorgen hat. Leonie, die immer mehr in Roos‘ Rolle aufgeht, ihre Kleider und dieselbe Frisur trägt, ihre Sprechweise imitiert, kommt durch seltsame Begegnungen und Vorkommnisse dahinter, dass Roos wahrscheinlich keines natürlichen Todes starb. Ob ihre Arbeit in einem Chemielabor oder ihr Sexualleben Auslöser für einen besonders raffinierten Mord war?
    Auch eine Handvoll großartiger Romane bewahrt einen Schriftsteller nicht davor, auch einmal ein schwächeres Buch zu schreiben – dieses Buch beweist es. Von der dichten Atmosphäre und der fesselnden Geschichte, die ‚t Harts Romane auszeichnen, ist hier wenig zu spüren. Nichts von dem, was Leonie unternimmt, scheint zwingend, um hinter Roos‘ plötzlichen Tod zu kommen.
    Dabei hat ‚t Hart sich eine gute Vorlage gegeben: Was geschieht, wenn ein Mensch beginnt, in die Haut eines anderen zu schlüpfen? Wenn er nicht nur Wohnung, Kleidung und den restlichen Besitz übernimmt, sondern sich auch individuelle Charakteristika und Angewohnheiten zu eigen macht, wie Sprechweise, Gang oder das Aufkleben überlanger grell lackierter Fingernägel? Leider verflacht diese Problematik völlig zugunsten der Nachforschungen, die sehr spannungsarm geschildert werden.
    Glücklicherweise hat der Autor es nicht verlernt, originelle Personen und Situationen zu zeichnen, so dass man mit der Langeweile ein wenig versöhnt wird und sich Hoffnung auf die nächsten Bücher bewahrt.
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  2. nageil
    ·
    10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Auf dass der Tod uns nicht scheide, 29. Dezember 2006
    Von 
    nageil (G̦ttingen) РAlle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenuhr (Taschenbuch)
    Leonie und Roose sind beste Freundinnen, aber so unterschiedlich, wie sie nur sein können. Als Roose unvermittelt verstirbt, hinterlässt sie Leonie mehr, als nur ihr Vermögen.

    Leonie, die am natürlichen Tode ihrer Freundin zweifelt und versucht, zu ermitteln, beginnt allmählich, sich in Roose mehr und mehr zu verlieren und erfährt (dadurch) mehr über das Leben ihrer Freundin, das von Moment zu Moment mysteriöser zu werden scheint. Letztlich sind sich die beiden durch Roose’s Tod näher, als je zuvor. Ganz allmählich, je mehr Leonie das große Geheimnis um ihre tote Freundin lüftet, desto mehr löst sie sich wieder von ihr, um zu sich selbst zurückzufinden.

    Mit großer Liebe zum Detail und zu den kleinen, neckischen Momenten des Alltagslebens, die jeder von uns erfährt, stolpert Leonie zuerst unbeholfen, dann immer selbstsicherer durch das verlorene Leben ihrer Freundin, um deren Geheimnis zu lüften.

    Eine große Hommage an das Leben und unbedingt lesenswert.

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  3. isy3
    ·
    19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Geistvoller Roman – leider zwischen den Stühlen gelandet, 30. Januar 2006
    Von 
    isy3 (lebt nun am Bodensee) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenuhr (Taschenbuch)
    Es ist schon ungerecht: Wäre der Autor nicht so berühmt, sondern ein unbekannter Neuling; dann hätte ich dem Buch wahrscheinlich einen Stern mehr gegeben. Lese ich die anderen Kritiken, finde ich, daß das Buch verhältnismäßig hart bewertet wurde. Ich kann aber auch erklären, woran das liegt: Immer dann nämlich, wenn ein Starautor es wagt, von seinen schweren und ernsten Themen abzurücken und einen Ausflug in ein leichteres Genre zu unternehmen, hagelt es herbe Kritiken. Von vorneherein wird ein strenger Maßstab an das neue Buch angelegt. Liebhaber der früheren Romane nehmen das Unterhaltsame daran übel und brandmarken es als "seicht". Die eingefleischten Krimikonsumenten dagegen finden, daß das Buch zuwenig "Action" hat, weil sie den Geist und das Sensible darin nicht so schätzen.
    Unglücklich auch, daß das Ganze vom Verlag so marktschreierisch als Krimi beworben wurde. Hier hätte eine augenzwinkernde Untertreibung wahrscheinlich besser gewirkt. Ja, es gibt in dem Buch einen Kriminalfall, aber eben keinen klassischen Kommissar, und der Schluß ist recht ungewöhnlich und überraschend. Ich fand das Buch abwechsend komisch und spannend und sehr geistvoll. Es ist gespickt mit Bibelzitaten und schönen Verweisen auf Werke der klassischen Musik. Die Frauen im Roman finde ich durchaus realistisch und glaubhaft beschrieben. Jede noch so kleine Nebenfigur hat mich amüsiert und gefreut; es gibt sie bestimmt irgendwo im weiteren Bekanntenkreis des Autors. Und seien wir ehrlich – im richtigen Leben geht es noch tausendmal banaler zu. Ich jedenfalls mochte das Buch, fand es spannend und las es gern.
    Übrigens – daß Fingernägel für Frauen tatsächlich wichtig sind, kann ich jedem Mann nur bestätigen. Schon mein Großvater, der Chemiker war, machte in den fünfziger Jahren einen Riesenfehler, als er den Auftrag eines Kunden ablehnte, einen Klebstoff für Kunstnägel zu entwickeln. Das Ganze schien ihm einfach zu albern, und so schickte er den Kunden zu einem Kollegen. Der verdiente sich dann eine goldene Nase an dem überaus erfolgreichen Patent. Hätte mein Großvater bloß damals meine Großmutter gefragt!
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