Die Seele von Sinnen im Garten der Lüste: Das Hauptwerk des Jheronius Bosch

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Malerei

In diesem Buch wird eines der faszinierendsten Geheimnisse der Kunstgeschichte gelüftet. Der Garten der Lüste von Jheronimus oder Hieronymus Bosch wurde bisher nur pauschal verstanden und interpretiert. In dieser Studie wird erstmalig das feine intellektuelle Gefüge des Bildes freigelegt. Im Grunde gehe ich den Weg weiter, den Reindert Falkenburg gezeigt hat, allerdings: viel weiter. Das Triptychon ist ein sinnlicher theologischer Traktat und eine freche, wenn auch konservative, Erkenntnislehre. Auf drei Tafeln und vier Bildern ist eine kunstreich komponierte Abhandlung über die Fünf Sinne und die Seele ausgebreitet. Das Bild präsentiert einen Traum, der sinnlicher kaum sein könnte. Der Traum enthält jedoch auch versteckte Drohungen und ein Verhaltensgebot. Gott lässt eine minnende Seele nicht allein und sie erwacht in einem Moment listig inszenierter Selbsterkenntnis.
In 59 kurzen Kapiteln werden etwa 25 Motive und Gruppen des Triptychons neu interpretiert und in einen engen Zusammenhang gestellt, nicht irgendwohin abgehoben, sondern historisch-kritisch vor dem Hintergrund der Theologie und Seelenlehre um 1500. Das Bild öffnet sich viel intensiver, als bisher überhaupt für möglich erachtet worden ist.
Die Rückseite der schönen Geschichte ist misogyn und antijüdisch. Die Hölle ist als kompakte Psalm-Vision antijüdisch dramatisiert. Nicht zu vermeiden ist die Schlussfolgerung, dass es gerade diese Adressierung ist, die Hieronymus Bosch zu den singulären ästhetischen Lösungen, zum Beispiel des Baum-Menschen, führte.
Das Buch ist kein Bilderbuch (aber mit vielen Bild-Links und 22 Abbildungen im Text), es lädt zu einer intellektuell abenteuerlichen Reise ein, den Garten der Lüste, der ein Wunderwerk und ein Machwerk ist, zu verstehen. Es bestätigt sich, dass der Garten der Lüste die letzte Blüte der frühen niederländischen Malerei ist und gleichzeitig in die Moderne weist – die Substanz des Bildes ist erst mit dieser Studie zu verstehen.


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