Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist

Google Anzeigen

Theologie, Ethik & Philosophie

Sind Kirchen und christliche Religion tatsächlich moralisch so kompetent, wie sie immer behaupten? Ist das nicht Wunschdenken? Denn wie kann es sein, dass zu fast jeder moralisch wichtigen Frage durchaus gläubige wie kompetente Christen so gut wie jede mögliche Antwort ernsthaft vertreten und vertreten haben: Christen plädieren für Pazifismus und Kriegsbereitschaft, für Sozialismus und Kapitalismus, für die Gleichberechtigung und die Unterordnung der Frau, für und gegen gleichgeschlechtliche Liebe und homosexuelle Ehe, Empfängnisverhütung und Sterbehilfe. Wie ist diese moralische Orientierungslosigkeit einer Religion zu erklären, die sich hartnäckig immer wieder selbst als Hüterin der Moral versteht? Andreas Edmüller kommt in seinem Buch zu einem überraschenden Ergebnis: Eigentlich verfügt das Christentum über keinerlei ernstzunehmende Morallehre. Denn was man findet, ist lediglich ein in sich unstimmiges und unsystematisches Konglomerat an Geboten und Verboten, Gleichnissen und biblischen Erzählungen, sind Appelle an Autoritäten, antike Präzedenzfälle, Missverständnisse und oft kaum haltbare Interpretationen der angeblich heiligen Schriften. Und selbst wenn da mehr wäre – es ließe sich nicht vernünftig begründen. Das ganze Gebilde der christlichen Moral hängt wie eine esoterische Pseudo-Lehre in der Luft. Edmüllers Fazit: Die moralische Relevanz des Christentums ist im Rahmen verantwortungsvoller und vernünftiger Diskussion vernachlässigbar, ja oft genug sind christliche Positionen sogar schädlich.


Mehr auf Amazon:

Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist

Facebook Like
  1. Wolfgang Wagemann Wolfgang Wagemann sagt:
    23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Flüssig geschrieben, fundiert recherchiert, mit guten Beispielen angereichert: Kurz: ein Genuß beim Lesen, 13. Dezember 2015
    Von 
    Wolfgang Wagemann – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist (Kindle Edition)
    Ich habe selten so viel über Möglichkeiten der Bibelauslegung gelernt wie in diesem Buch,

    Aber völlig losgelöst davon ist es Edmüllers Verdienst, verschiedene Facetten christlichen Denkens und deren Widersprüchlichkeit aufzuzeigen. Dabei geht er weit in die Geschichte zurück. Seine Aussagen belegt er gut mit Quellen.

    Sehr nachvollziehbar zeigt er, dass es nicht EINE christliche Moral gibt, sondern vielmehr viele, die man allesamt aus der Bibel herleiten könnte.

    Außerdem kann man en passant viel über Philosophiegeschichte lernen. So enthält das Buch beispielsweise viel Material zum sogenannten Theodizee-Problem (also der Frage, ob es Gott geben kann angesichts des vielen Leids in der Welt.).

    Ich fand das Buch so spannend, dass ich es fast nicht mehr aus der Hand legen konnte.

    Das einzige, was man in einer künftigen Auflage noch besser machen könnte: Noch etwas mehr Ausführungen zur säkularen Moral hätte ich mir gewünscht. Aber das tut der hohen Qualität des Buches keinen Abbruch.

    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

  2. Jeffrey Kress Jeffrey Kress sagt:
    19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Hervorragend argumentiert, 20. Januar 2016
    Von 
    Jeffrey Kress – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist (Kindle Edition)
    Andreas Edmüller untersucht anhand der Mindestkriterien, die ein ethisches System haben muss, um die grundlegenden Bedürfnisse des Menschen wie Sicherheit, Frieden und Freiheit zu befriedigen, mit der Ethik der Bibel. Dabei zeigt sich, dass weder der Umfang der ethischen Gebote, noch deren Widerspruchsfreiheit, noch deren Nachvollziehbarkeit bei der christlichen Moral gegeben ist. Vieles davon war mir schon bewusst, doch jetzt habe ich ein Gedankengerüst, anhand dessen ich sehr gut und schnell erkennen kann, ob ein System zur Ethik taugt oder nicht.
    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

  3. friedel wolf friedel wolf sagt:
    16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    durchaus überzeugend, 12. Dezember 2015
    Von 
    friedel wolf (wien) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist (Taschenbuch)
    Seit Jahrhunderten haben Forscher, Philosophen und Dichter das unlogische Konzept der christlichen Lehre mit fug und Recht kritisiert.
    Das hier vorliegende Werk scheint diese Tradition in gelungener Weise fortzusetzen. Vor allem sollte es helfen, nicht nur die aktuellen Entgleisungen des Islam im Fokus zu behalten, sondern zu zeigen, dass das Christentum im Prinzip um nichts besser ist, sondern bloß "alt und müde" geworden. Und daher aufgehört hat "Andersgläubige" zu verfolgen und zu töten.
    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentare (6)

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.