Kommentare

3 Kommentare

  1. Dietrich Marquardt
    ·
    27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Eine gelungene Einführung zum Thema 68er Bewegung, 1. Dezember 2002
    Von 
    Dietrich Marquardt (Frankfurt/M) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Die 68er Bewegung: Deutschland, Westeuropa, USA (Taschenbuch)
    Auf ca. 120 Seiten kann man keine umfassende Darstellung erwarten. Die Autorin (Professor in Bielefeld) hat aber durch eine kluge Auswahl einen sehr informationshaltigen Übersichtstext erstellt. Er ist als erster Einstieg auf jeden Fall geeignet und bietet im Detail wohl auch denjenigen etwas, die schon länger mit dem Thema befasst sind. Die Konzentration auf die Länder USA, Großbritannien, Frankreich und Bundesrepublik Deutschland ist gerechtfertigt. Es werden wichtige Akteure genannt und beispielhafte Aktionen. Interessant auch der Austausch an Ideen zwischen den Ländern, der einen Gutteil der Faszination dieser Bewegung und ihrer Lebendigkeit erklären mag. Die politisch-theoretischen Ansichten der Akteure werden skizziert. Ein umfassende Einbettung in die sozialen Umgestaltungen der westlichen Länder am Ende der 60er Jahre wäre von diesem Text zu viel verlangt. Ein Reihe von Literaturhinweisen, auch auf eigene Veröffentlichungen der Autorin, machen eine Weiterlektüre möglich und nach Lesen dieses Textes sicherlich auch reizvoll.
    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

  2. S. Schilling
    ·
    7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Den Einstieg in die Materie…, 20. Mai 2009
    Von 
    S. Schilling (Hannover) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Die 68er Bewegung: Deutschland, Westeuropa, USA (Taschenbuch)
    …macht Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey dem Leser allerdings nicht ganz leicht; ist ihre Herangehensweise an das Thema doch – was will man erwarten – eine sehr wissenschaftliche. Der Schwerpunkt dieses Werkes liegt auf der Frage (und letztlich Beantwortung derselben) ob es sich bei der "68er Bewegung" um eine soziale Bewegung im (offenbar) wissenschaftlich-soziologischen Sinne handelt, oder nicht.
    Für mich als geschichtlich interessierten Laien ist eine solche Fragestellung eher weniger relevant.

    Nichtsdestotrotz habe ich die "Die 68er Bewegung" in einem Zug durchgelesen, das eine oder andere Fremdwort mal nicht nachgeschlagen und meinen Lesespass daran gehabt. In schneller Folge schildert die Autorin hier die Entstehung der Bewegung auf der Basis der Neuen Linken, die maßgeblichen Ereignisse der späten 60er Jahre, die Verflechtungen der Bewegung in Europa und den USA, den Zerfall der tragenden Organisationen (SDS) und die Reaktion der westlichen Demokratien auf die Rebellion der Studenten. Das geht runter wie Öl.

    Also alles in Allem ein klasse Buch, das gerade mit seinem weit über Deutschland hinausgehenden Blickwinkel extrem interessant und spannend ist, mich bisweilen aber auch anstrengte. Dennoch werde ich es sicher später mal wieder aus dem Regal ziehen.

    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

  3. A. Leipold
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    In gewohnter Kürze konzise Informationen, 7. September 2011
    Von 
    A. Leipold (Berlin) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Die 68er Bewegung: Deutschland, Westeuropa, USA (Taschenbuch)
    In gewohnter Kürze bietet auch dieser Band der Reihe "Beck Wissen" einen profunden Überblick zu einem Thema, das ja nicht nur von zeitgeschichtlichem Belang ist, sondern noch heute die politisch-praktische Arbeit und Theorie berührt und betrifft. Gilcher-Holtey gelingt dabei auch die Überwindung einer bloß chronologischen Nacherzählung, hin zu einer eher strukturgeschichtlichen Beschreibung und auch Interpretation der Vorgänge. Politikwissenschaftlich interessant wird es insbesondere zu Beginn der Kapitel, da dort allgemeine und definitorische Aussagen über die Formen, Funktionen und Folgen politischer Organisationen (NGOs) als solcher gegeben werden. Somit weist das Buch auf andere Forschungsfelder im Bereich der Sozialen Bewegungen, auf die die vertretenen Thesen angewandt werden könnten. Dadurch erlangt das Werk auch einen theoretisch anspruchsvolleren Zugang zur Thematik, die ja auch vierzig Jahre nach dem Schlüsseldatum "1968″ kontrovers und bisweilen äußerst undifferenziert abgehandelt wird (vgl. z.B. das Buch von G. Aly und dessem unsäglichen Vergleich zwischen Vertretern der Studentenbewegung und einer akklamierenden Bevölkerung kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten).

    Überdies ist hervorzuheben, dass der im Titel durchklingende Anspruch des Buches, eine internationale Geschichte der Bewegung zu verfasssen, auch konsequent durchgehalten wird. So werden die unterschiedlichen Ausgangskonstellationen, die Trägergruppen und politischen Ziele in Deutschland, Frankreich, England, Italien und den USA parallel dargestellt und damit dem Bild einer "nationalen Studentenbewegung", das von neokonservativer Seite gezeichnet wird, entgegengetreten. Vertieft werden können die hier gewonnen Einblicke mit dem ebenfalls von Gilcher-Holthey herausgegebenen Sammelband "Mythos 1968″ (Suhrkamp, Frankfurt a.M.) sowie Norbert Freis Darstellung der Ereignisse ("1968″, Dtv, München).

    Ich vergebe insgesamt vier Sterne, was nicht auf mindere Qualität oder gar politische Werturteile zurückzuführen ist, sondern schlicht auf die Tatsache, dass eine Fünfstern-Vergabe nur für außerordentliche Arbeiten der Forschung vorgesehen werden sollte. Eine solche Arbeitsleistung ist bei einer Überblicksdarstellung sachlich nicht gegeben, spricht aber nicht gegen das Werk, das vor allem interessierten Laien ebenso einen schnellen Einstieg ermöglicht, wie auch Studierende und Wissenschaftler aus Politik-, Sozial- und Geschichtswissenschaften auf ihre Kosten kommen sollten.

    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

doFollow