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  1. Rolf F. Katzenberger
    ·
    579 von 612 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Der "Arbeitnehmer" als Auslaufmodell, 28. März 2008
    Von 
    Rolf F. Katzenberger – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben (Broschiert)
    Tim Ferriss‘ Buch ist schwer verdaulich: weil die meisten Menschen nicht hoffen können, als Arbeitnehmer den größten Teil ihrer Arbeitszeit auf wirklich erfüllende Aufgaben zu verwenden, sollte man die Zeit fürs reine Geldverdienen auf das nötigste beschränken – daher der Buchtitel. De gewonnenen Freiheiten kann man dann in etwas investieren, was einen wirklich begeistert.

    Anders als viele denken geht es also nicht darum, 4 Stunden / Woche zu arbeiten und dann am Stand zu liegen. Im Gegenteil: was man mit seiner Freiheit/Freizeit anfangen will, das herauszufinden und umzusetzen kann wesentlich anstrengender werden als ein Routinejob.

    Tim Ferriss schlägt 4 Phasen vor, mit dem Merkwort DEAL:

    *D*efinition: finde heraus, was Du (nicht) willst, was Du befürchtest und mit welchen Ängsten Du notfalls leben kannst

    *E*limination: eliminiere beim reinen Geldverdienen alle Zeit- und Produktivitätsfresser, sonst kannst Du Deine reine Arbeitszeit nie vernünftig minimieren

    *A*utomatisierung: konzentriere Dich auf Deine Stärken und lasse andere das machen, was Zeit kostet und worin Du selbst nicht gut bist und auch nicht gut sein willst; koordiniere alles so, dass Du es möglichst unabhängig von zeit und Ort managen kannst (Outsourcing ist nicht nur für Unternehmen gedacht)

    *L*iberation: Nutze Deine neuen Freiheiten, finde preiswerte Möglichkeiten, neue Orte auf der Welt kennen zu lernen und investiere Zeit in die Dinge, die Dich wirklich begeistern; tu Gutes.

    Das Buch ist nicht wirklich als Konsumgut oder Zwischendurch-Lektüre gedacht, denn Ferriss fordert seine Leser. Wer gute Geschäftsideen (Goldesel) oder ein Lobpreis des reinen Nichtstuns erwartet, wird sicher enttäuscht. Alle anderen werden anfangen, über das Arbeitnehmerdasein nachzudenken. Nicht nur über oft sinn-lose Arbeit, sondern auch über scheinbare Sicherheiten, die sich mehr und mehr in Luft auflösen.

    Schönes Plus der deutschen Ausgabe, verglichen mit der englischen (habe beide gelesen): alle Online-Links (und es gibt viele!) wurden durchgesehen und wo immer möglich mit deutschen Äquivalenten ersetzt.

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  2. Gründgens
    ·
    372 von 393 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Unbedingt weitergeben – mit Anmerkungen, 13. Dezember 2009
    Von 
    Gründgens – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben (Broschiert)
    Ein Buch, aus dem sich großer Nutzen ziehen läßt, wenn man folgendes beachtet:

    1. Den "Amerikaner" einfach reden lassen. Soll heißen: Ferriss in eben den Punkten nicht allzu ernst nehmen, in denen die amerikanische Mentalität die Oberhand gewinnt. Das sind Textstellen, an denen ein Bewohner Old Europe’s sich gezwungen sieht, alle Hühneraugen zuzudrücken, um nicht aufzuschreien. Es sind nicht viele, aber ein paar. Die muß man tapfer ignorieren können, die tun dem Buch an sich jedoch keinen Abbruch.

    2. Ferriss hält Fernreisen für eine allein seligmachende Freizeitaktivität. Man sollte da ganz einfach eigene Ziele einsetzen und Ferriss" Fernreisen-Wahn ignorieren.

    3. Das Buch ist ganz klar ein Gewinn für Selbständige; der konkrete Nutzen für Angestellte wirkt etwas konstruiert.

    Erwähnenswert ist vielleicht noch, daß die deutsche Version des Buches eine tatsächliche deutsche Version ist. Alle Hinweise (Links, Adressen und und und) sind entsprechend "eingedeutscht".

    Ich habe das Buch inzwischen mehrfach verschenkt – die Beschenkten waren durchwegs begeistert. Ich habe das Buch allerdings noch nie ohne die oben gemachten Anmerkungen weitergegeben. Und würde das auch nicht tun.

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  3. O. Teichmann
    ·
    639 von 676 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Lebe deine Träume, 24. August 2008
    Von 
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    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben (Broschiert)

    Das Buch "Die 4-Stunden Woche" von Tim Ferriss ist eine interessante Mischung aus

    * (teils fernöstlichen) philosophischen Erkenntnissen über Leben und Glück
    * Extrakten modernen Zeitmanagements mit angewandter Prozessoptimierung und Indien-Integration
    * Anleitung für ein Internet-Start-Up mit geringstem Aufwand und
    * eine gute Portion augenzwinkernder "Smartheit" vermengt mit gesundem Menschenverstand.

    Klingt etwas verrückt? Ist es zunächst auch, aber nichts anderes suggeriert ja auch der Titel. Von einer 4-Stunden-Woche dürften die meisten durchschnittlichen Arbeitnehmer und auch Unternehmer so weit entfernt sein wie Tim Ferris von einem 9-to-5-worker.

    Ferriss ist 1977 geboren, Self-made-Unternehmer, Weltenbummler und Bestseller-Autor. Der Klappentext sagt zu Ferris Initiation: "Während er fünfzehn Monate durch die Welt reiste merkte er, dass er seine Firma nebenbei in 4 Wochenstunden führen kann. Die gewonnene Zeit nutzte er u.a., um in Berlin Deutsch zu lernen und in Argentinien bis zur Guinness-Buch-Reife Tango zu trainieren." Außerdem erfährt man im Buch, dass Ferriss diverse Kampfsportarten beherrscht, boxt, Motorradrennen fährt und in Mini-Auszeiten die Welt bereist und dabei Sprachen und alles mögliche andere lernt. Eins wird recht schnell klar: Ein Durchschnittstyp, der gern auf dem Sofa liegt und ein Buch liest, ist das bestimmt nicht. Eher jemand, der sein Leben schon immer aktiv selbst in die Hand genommen und dabei einige wichtige Erfahrungen gesammelt hat.

    Im Buch wird erklärt, wie man sich in den Schritten
    D efinition
    E liminieren
    A utomation
    L Liberation
    aus dem Joch eines in einem Job festgezurrten, unbeweglichen und langweiligen Leben befreit. Wer will schon jahrelang unzufrieden und unglücklich buckeln, um dann in der Rente festzustellen, dass er entweder zu wenig Geld oder gar keine Lust mehr hat, sein Leben zu genießen? Und wer unternimmt WIRKLICH etwas dagegen, anstatt nur darüber zu jammern oder es schweigend hinzunehmen, dass es ja nun mal irgendwie so sein muss?

    Darum geht es Ferriss – es gibt nur dieses eine Leben, und es ist einfach zu schade, es für etwas zu opfern, das man eigentlich gar nicht machen will. Es gibt so viele andere schöne Dinge im Leben, man muss sich nur trauen, seine Träume überhaupt wieder zuzulassen und aus dem Traum mit einer konkreten Vorgehensweise Realität zu machen. Und das ist die zweite wichtige Botschaft des Buches: Yes you can. Dafür hat Ferriss sich wirklich bemüht, nicht nur auf einer abstrakt philosophischen Ebene eines Standard-Motivationsbuches zu predigen, sondern konkrete Vorgehens-Ideen (natürlich anhand seiner eigenen noch gar nicht so langen Lebensgeschichte) zu liefern.

    Es steht viel Richtiges in diesem Buch: Sein Leben muss man selbst in die Hand nehmen, und der richtige Zeitpunkt dafür ist jetzt. Es gibt nichts Gutes außer man tut es. E-Mails, Meetings, Telefonate sind häufig überflüssige Zeitfresser. Produktivität lässt sich mit einem konsequent eingesetzen Pareto-Prinzip um Größenordnungen erhöhen (z. B. konzentriere dich auf die 20% Kunden die 80% deines Umsatzes machen). Nach dem Parkinson-Gesetz dauert das Projekt immer exakt so lange wie Zeit dafür ist. Die wirklich wichtigen Dinge sind selten bequem, also raus aus der Komfortzone. Was ist das Schlimmste was Ihnen passieren könnte. Wenden Sie Sandwich-Kritik an. Und so weiter. Das ist alles nichts bahnbrechend Neues – Tim Ferris hat es nach 15-Stunden-Tagen als Unternehmer und einem Nervenzusammenbruch aber für sich in der Praxis entdeckt.

    Es sind auch interessante Ideen dabei, die sich nach mehrmaligem Nachdenken durchaus als nützlich erweisen können. Die Idee, einen persönlichen Assistenten in Indien anzuheuern, an den man für 10 Dollar die Stunde unangenehme Arbeiten delegiert, könnte eine davon sein. Die recht radikalen Ansichten zur "Informationsdiät" könnten eine Rettung für alle sein, die in E-Mails, Telefonaten und Meetings ertrinken und dabei eigentlich gar nichts mehr schaffen.

    Für alle, die das Gefühl haben, in ihrem Bürojob langfristig absterben zu müssen und eigentlich viel lieber in den Alpen Fallschirm springen, einen Weltrekord im Bäumesägen in der Schweiz erringen oder in China ein gemeinnütziges Unternehmen gegen Umweltverschmutzung gründen wollen, ist dieses Buch eine Bereicherung und vielleicht auch der Anstoß, endlich den Sprung zu wagen.

    Der für mich größte Kritikpunkt an dem Buch sind die Annahmen, die im stillschweigend getroffen werden:

    * Jeder sollte Unternehmer werden und sein Unternehmen so gestalten,…

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