Der Briefwechsel: Eine Auswahl (Fischer Klassik Plus)

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Briefwechsel

Ausgewählt und mit einer Einleitung versehen von Rüdiger Safranski.

Gegensätze ziehen sich an – was für Physik und Liebe gilt, trifft auf Freundschaften nur in Ausnahmefällen zu. Einer dieser wunderbaren und Epoche machenden Ausnahmefälle ist die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller, deren Lebenselixier gerade im Gegensätzlichen der Positionen und Temperamente bestand. Wenn Bildung heißt: sich selbst zu entdecken und weiterzuentwickeln in der Begegnung mit dem Anderen und Fremden, dann ist der Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller die praktische Probe aufs Exempel dieser klassischen Bildungsidee. Herausgegeben und eingeleitet von Rüdiger Safranski, dokumentiert die hier vorliegende Briefauswahl eines der glücklichsten Ereignisse der deutschen Literaturgeschichte, dessen enorme produktive Kraft bis heute spürbar ist.


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Der Briefwechsel: Eine Auswahl (Fischer Klassik Plus)

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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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3 Kommentare

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  1. 4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Freundschaft oder "nur" fruchtbare Beziehung ???, 13. Juni 2012
    Von 
    HEIDIZ (Heyerode) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Der Briefwechsel: Eine Auswahl (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
    Goethe und Schiller, diese beiden Klassiker faszinieren mich immer wieder, und so hat mich auch das vorliegende Buch fasziniert, welches ich aus der Reihe der Fischer-Klassiker entdeckt hatte.

    Es beschäftigt sich mit dem Briefwechsel der beiden Herren, zeigt zwar ’nur‘ eine Auswahl, aber diese gibt sehr gut das Verhältnis wieder zwischen beiden und gezeigte Briefwechsel drückt aus, was beide denken und fühlen und spiegelt die Zeit wieder, in der der Briefwechsel statt fand.

    Es sind Briefe aus den Jahren 1794 bis1805. Der Herausgeber Rüdiger Safranski hat das Buch mit einer erklärenden Einleitung versehen. Danach folgen die Briefe und zum Schluss die editorischen Notizen.

    Goethe und Schiller waren vom Sommer des Jahres 1704 bis zu Schillers Tod 1805 im Mai befreundet. War es Freundschaft? War es vielleicht auch nur eine Zweckgemeinschaft? Der vorliegende ausgewählte Briefwechsel gibt zu bedenken, macht nachdenklich und fördert zu Tage ‚ deckt auf ‚. Sicher kann das nie komplett sein, aber die ausgewählten Briefe zeigen sehr intensiv und ehrlich, wie sich beide Personen gegenüberstanden.

    Goethe und Schiller waren sehr gegensätzliche Persönlichkeiten, das wird klar und es wird weiterhin klar, das gerade dieses Gegensätzliche die beiden so großartig weiter- und vorangetrieben hat. Der Eine hat sich am Anderen bereichert, auch, wenn sie nicht immer einer Meinung waren, bzw. gerade, weil sie nicht immer einer Meinung waren. Eine Beziehung ‚ egal welcher Art ‚ ist immer nützlich und bildet, das sagen Goethe und Schiller so ‚ und so kann man das auch heute noch immer sehen.

    Die ‚ so heißt es im Buch ‚ produktive Kraft ‚ wird im Briefwechsel sehr gut deutlich. Aber nicht nur das, sondern auch die Zeit, in der der Briefwechsel stattfand, kann sehr gut nachvollzogen werden.

    Natürlich lässt sich der Briefwechsel nicht immer ganz einfach lesen, weil er geschrieben ist, wie Goethe und Schiller ‚redeten‘ ‚ in damaliger Sprachform also, aber nichts desto trotz ist er sehr gut verständlich und keinesfalls als schwierig zu bezeichnen. Er sagt sehr viel aus, ist abwechslungsreich und informativ. Die Auswahl der Briefe ist super gewählt, weil gerade sie perfekt das wiedergeben, was der Herausgeber dem Leser sagen möchte.

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  2. 1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Der Briefwechsel: Eine Auswahl, 19. Juli 2011
    Von 
    Helga K̦nig РAlle meine Rezensionen ansehen
    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)
      
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Der Briefwechsel: Eine Auswahl (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
    "Es ist mir sehr lieb zu hören, dass ich Ihnen meine Gedanken über jene zwei Punkte habe klar machen können und dass Sie Rücksicht darauf nehmen wollen. Dass, was Sie Ihren realistischen Tic nennen, sollen Sie dabei gar nicht verleugnen. Auch das gehört zu Ihrer poetischen Individualität und in den Grenzen von dieser müssen Sie ja bleiben, alle Schönheit in dem Werke muss Ihre Schönheit bleiben."(Auszug aus einem Brief von Schiller an Goethe, vom 9 – 11. Juli 1796), siehe S. 139) Diese Sätze sind ein Beispiel für Respekt und Toleranz, die so manchem Intellektuellen ein Lehrbeispiel im Umgang mit den geistigen Produkten seiner Kollegen sein könnten. Finden Sie nicht auch?

    Der Philosoph Dr. Rüdiger Safranski ist der Herausgeber dieser Auswahl des Briefwechsels zwischen Goethe und Schiller. Er auch hat das umfangreiche und erhellende Vorwort verfasst, in das man sich zwingend vertiefen sollte, um die Beziehung der beiden Briefschreiber besser zu verstehen.
    Bei den Briefen handelt es sich um solche aus den Jahren von 1794 bis 1805.

    Safranski berichtet eingangs wie mühsam sich die Freundschaft zwischen diesen beiden Geistesgrößen entwickelte und er fragt ein wenig ketzerisch gleich zu Beginn: "War es wirklich Freundschaft, was Goethe und Schiller vom Sommer 1794 an bis zu Schillers Tod am 9. Mai 1805 miteinander verband?" (Zitat: S.7).

    Mich hat nie wirklich interessiert, ob die die Beziehung, die Goethe oder Schiller miteinander pflegten, wirklich Freundschaft war, sondern immer nur, wie sehr die beiden durch ihre Beziehung in ihrem Tun beeinflusst wurden. Goethe schrieb an Herders Sohn- Safranski lässt es uns wissen -,dass es besser wäre, wenn man sich mit Freunden "nur von einer Seite verbände, von der sie wirklich mit uns harmonieren und ihr übriges Wesen weiter nicht in Anspruch nähmen", (vgl. Seite 8/9). Eine typische Aussage für den alten Pragmatiker und Nützlichkeitsdenker Goethe, (das meine ich keineswegs negativ). Beziehungen sollten beiden etwas bringen und das tun sie dann, wenn man die Berührungspunkte kreativ nützt und sich nicht in idiotischen Grabenkämpfe aufreibt, die sich oftmals dort einstellen, wo Gegensätzliches aufeinander trifft.

    Wenn zwei Alphatiere am gleichen Ort leben, können sie sich bekriegen – dann aber sind sie töricht – oder wie Goethe und Schiller es taten aufeinander zu gehen und ihre Fähigkeiten für eine höhere Sache in eine gemeinsame Waagschale werfen. Safranski analysiert zu recht, dass die beiden sich halfen, ihre eigenen Möglichkeiten zu entfalten und genau dies kann man den vorliegenden Briefen entnehmen. "Man wollte sich nicht einander angleichen, sondern jeweils das eigene in Bestform bringen", (Zitat Safranski: S.9). Nicht uninteressant, dass Schiller die Beziehung zu Goethe als ein "auf wechselseitige Perfektibilität gebautes Verhältnis" beschrieb. Die beiden Dichter waren sich also einig, wohin die Reise ihrer "freundschaftlichen Beziehung" hingehen sollte. Dass Schillers Gemahlin mit Goethes gesellschaftlich unpassender Lebensgefährtin gewisse Probleme hatte, ist dabei unerheblich.

    In den Briefen erfährt man von dem intellektuell fruchtbaren Miteinander der beiden großen Dichter, die den Lesern zeigen, wie viel Kreatives sich aus einer guten intellektuellen Beziehungen ergeben kann, auch wenn man ideologisch nicht immer einer Meinung ist und sich zudem im Wesen sogar sehr voneinander unterschiedet. Der gute Wille, voneinander zu lernen und sein Ego nicht im Vordergrund zu sehen, macht es möglich, dass sich produktive Kräfte potenzieren, wie dieses Weimarer Beispiel zeigt.

    Von Goethe und Schiller zu lernen, heißt sich zu bemühen, klug zu werden. Das kann nicht das Schlechteste sein, oder ?
    Empfehlenswert.

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  3. 1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Spannender als deren Werke selbst!, 20. Mai 2015
    Von 
    Krs. – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Der Briefwechsel: Eine Auswahl (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
    Sehr empfehlenswert. Die Lebensgeschichte der beiden großen deutschen Dichter ist um ein vielfaches spannender als deren Dramen, Gedicht, etc.
    Dies liegt nicht zuletzt an der fesselnden Art und Weise mit welcher Safranski schreibt. Durch die stets eingefügten Originaltexte aus Briefwechseln usw. ist es nicht immer einfach zu lesen (und zu verstehen), aber es belebt das Buch ungemein.
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