Dement, aber nicht bescheuert: Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken

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Sozialwesen

Worum geht es?
Demenzkranke wollen als Menschen wahrgenommen werden. Aber wir "Gesunden" können nicht ertragen, einen geliebten Angehörigen ins Vergessen gleiten zu sehen – wir therapieren, beschäftigen und medikamentieren, damit wir uns nicht hilflos fühlen. Doch hilft das den Dementen? Nein, im Gegenteil. Die Kranken möchten in ihrem So-Sein angenommen werden. Dafür plädiert Michael Schmieder, und dieses Konzept praktiziert er im Pflegeheim Sonnweid – mit beeindruckendem Erfolg.

Was ist besonders?
Michael Schmieder ist ein Mann der Praxis: Er lebt das, was er schreibt. Er nimmt die Demenzkranken und ihre Bedürfnisse ernst und behandelt jeden Kranken als Individuum. Die Dementen bestimmen die Bedingungen, unter denen sie leben möchten. Wenn das bedeutet, dass eine Patientin nur noch Torte isst und ein anderer am besten im Flur schläft, so ist das in Ordnung. Hauptsache, es geht den Patienten gut. Und das tut es: Sonnweid gilt als eines der besten Pflegeheime für Demenzkranke.

Wer liest?
– Angehörige von Demenzkranken
– alle, die mit Demenzkranken arbeiten
– alle, die sich mit dem Thema beschäftigen


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Dement, aber nicht bescheuert: Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken

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Autor: Martin Osman Hamann »

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3 Kommentare

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  1. 5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Hier gibt es viele Denkanstöße, 26. März 2016
    Von 
    T.Geyer, lesenundmehr.wordpress.com – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Dement, aber nicht bescheuert: Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken (Broschiert)
    Ich arbeite selber im Bereich der Betreuung demenzkranker Bewohner, daher bin ich immer an neuen Sichtweisen interessiert, die mich mein Denken und Handeln anders sehen und bewerten, sowie ggf. umstrukturieren lassen. Mit diesem Buch ist das durchaus gelungen, denn es ist ein Plädoyer für ein menschenwürdiges Altern und ein Umdenken in der Pflege/Betreuung.
    Vieles ist nicht nur für den beruflichen Bereich geschrieben, auch wenn es zum Teil um die Alzheimerforschung und ihre Entwicklung, sowie um die Arbeit des Pflegepersonals geht. Es thematisiert ebenso Probleme, die die Angehörigen betreffen. Sie haben auf Grund der veränderten Lebensumstände oft eine große Last zu tragen, müssen viel Verständnis zeigen und den einst vertrauten Angehörigen neu kennen- und annehmen lernen, was durchaus zur Mammutaufgabe werden kann.

    „Wenn es um Nächstenliebe geht, braucht es kein Diplom, keinen Master in Soziologie oder gar Theologie.Der Wille, sein Herz in die Wagschale zu werfen, genügt.“ (S. 220)

    Hr. Schmieder übernahm 1985 das Haus Sonnweid in der Schweiz, und schreibt über die Veränderungen, die er im Laufe der Zeit dort durchgesetzt hat.
    Was anfangs etwas nach Selbstbeweihräucherung aussieht, ist in Wirklichkeit die überaus plausible Konsequenz, einer bis dato schlechten Pflege/Betreuung mit Abschiebemanier entgegen zu wirken. Die Arbeit in Sonnweid wird im Folgenden anhand von Fallbeispielen sehr anschaulich beschrieben. Dabei wird immer wieder Wert darauf gelegt, dass hier das Individualkonzept greift und nicht nach allgemein verfassten Richtlinien gehandelt wird. Es war wirklich interessant zu lesen, wie die Lösungsstrategien erarbeitet und umgesetzt wurden. Immer unter ethischen Gesichtspunkten, immer menschlich und ausnahmslos bewohnerorientiert, ohne dabei die Bedürfnisse der Angestellten aus dem Auge zu verlieren. Vorbildhaft…

    Auch wenn man manchmal den Eindruck haben könnte, dass andere Einrichtungen der Altenpflege hier abgekanzelt werden, so ist der erhobene Zeigefinger eher eine Seltenheit. Vorherrschender ist die leichte Resignation, dass manches in Deutschland nicht oder nur schlecht umsetzbar ist. Das dürfte zum Teil an den Richtlinien des MDK liegen, die in diesem Buch nur als Randerscheinung erwähnt wurden, ebenso aber auch an Hygienerichtlinien und anderen Barrieren. Hinzu kommt aber entscheidend das, was im letzten Kapitel angesprochen wurde: Profitorientierung. Zu viele Heime werden von privaten Investoren geführt.
    Die Autoren sprachen mir mit vielen Sätzen aus der Seele. Nicht nur, aber auch was die Pflege betrifft. Es geht z.B. um Ruhe im Umgang untereinander, das richtige Maß an Anregung für die Bewohner und den Stellenschlüssel in Deutschland. Besonders letzterer ist es, der gute Pflege und Betreuung oft verhindert.

    Unzureichend angesprochen wurde die Finanzierung. Eine Einrichtung wie Sonnweid ist teurer als andere Pflegeeinrichtungen, wenn man die Leistungen in vollem Maße in Anspruch nehmen möchte. Das erklärt sich allerdings nahezu von selbst, und es bleibt die Frage, was uns ein menschenwürdiges Altern wert ist bzw. wert sein sollte, und ob hier ein grundlegendes Umdenken, auch von Seiten der Politik, notwendig wäre.

    Dieses Buch zeigt am Beispiel der Demenzeinrichtung Sonnweid auf, wie ein menschenwürdiges Altern gestaltet werden kann. Stärken stärken, Schwächen schwächen und den Menschen so annehmen wie er ist. Ein Vorbild, dem man nacheifern sollte.

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  2. 14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Der Titel gibt dem Buch Recht. Ein wichtiges und verständliches Werk zum Thema Demenz!, 31. Oktober 2015
    Von 
    Floh – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 1000 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Dement, aber nicht bescheuert: Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken (Broschiert)

    Das Thema Pflege, Demenz, Alzheimer, Pflegeheim, Altern, Sterben… gerne verschließen wir uns davor, doch hier sprechen nicht nur zwei Experten, die ihr Fach verstanden haben, nein, hier sprechen wahre Geschichten, aktuelle Forschung, Beobachtung und Erfahrung. Und diese einfühlsamen Erlebnisse und Erzählungen öffnen die Augen, bieten einen Blickwinkel und regen zum Umdenken an. Autor und ambitionierter Pfleger Michael Schmieder hat sich in "Dement, aber nicht bescheuert" mit seinen gesammelten Eindrücken, Erfahrungen und Berichten, gerade auch aus dem Pflegeheimalltag und seinem erfolgreichen Konzept im Pflegeheim Sonnweid zur Aufgabe gemacht zu informieren und aufzuklären. Zusammen mit der Co Autorin Uschi Entenmann ist dieses wirklich fundierte und sehr wichtige Buch entstanden.
    Ein lohnendes Buch, welches mit Wissen, Hintergründen, Offenheit und Wahrheit trumpft!
    Erschienen im Ullstein Verlag ([…..]

    Inhalt / Beschreibung:
    "Worum geht es? Demenzkranke wollen als Menschen wahrgenommen werden. Aber wir "Gesunden" können nicht ertragen, einen geliebten Angehörigen ins Vergessen gleiten zu sehen – wir therapieren, beschäftigen und medikamentieren, damit wir uns nicht hilflos fühlen. Doch hilft das den Dementen? Nein, im Gegenteil. Die Kranken möchten in ihrem So-Sein angenommen werden. Dafür plädiert Michael Schmieder, und dieses Konzept praktiziert er im Pflegeheim Sonnweid – mit beeindruckendem Erfolg. Was ist besonders? Michael Schmieder ist ein Mann der Praxis: Er lebt das, was er schreibt. Er nimmt die Demenzkranken und ihre Bedürfnisse ernst und behandelt jeden Kranken als Individuum. Die Dementen bestimmen die Bedingungen, unter denen sie leben möchten. Wenn das bedeutet, dass eine Patientin nur noch Torte isst und ein anderer am besten im Flur schläft, so ist das in Ordnung. Hauptsache, es geht den Patienten gut. Und das tut es: Sonnweid gilt als eines der besten Pflegeheime für Demenzkranke. Wer liest? – Angehörige von Demenzkranken – alle, die mit Demenzkranken arbeiten – alle, die sich mit dem Thema beschäftigen."

    Meinung:
    Dieses Buch zeigt uns schonungslos den Ist-Zustand unserer Ressourcen und die Schwierigkeiten mit dem Umgang des Sterbens und Alterns. Hier berichtet der Autor von seinen Erfahrungen und Kenntnissen, aber er berichtet nicht allein, denn Autor Michael Schmieder lässt die Betroffenen und seine Erfahrung als Pfleger sprechen. Zusammen mit der Autorin Uschi Entenmann hat er ein Buch erschaffen, welches aufklären soll, und welches sein Konzept und seine Erfahrungen und seine Einstellung zum Thema missionieren soll. Dem Autor liegt sehr viel an seiner Arbeit. Das spürt und liest man und es kommt an! Sehr sehr bewegende und auch mutmachende Geschichten, Anekdoten, Fallbeispiele, Erfahrungen und Fortschritte werden hier verarbeitet, die aus dem wahren Leben stammen und die den Umgang mit dem Vergessen und das Leben mit der Krankheit und dem Verfall in einem Pflegeheim darstellen, sich aber auch auf den Alltag daheim adaptieren lassen. Das Gelesene geht nahe, bewegt und informiert. Offen, ehrlich und schonungslos erläutert der Autor hier die Fakten, den Ist-Zustand, die Moral und die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten, Versäumnisse und Tücken der Regierung, der Gesellschaft und der Lobby. Der Autor durchkämmt das gesamte Spektrum, welches das Thema mit sich bringt und zeigt Erfahrung und Wissen. Der Leser hat die Möglichkeit zu verstehen, und seinen Blickwinkel zu verstellen. Pluspunkt ist, dass der Autor nicht in üblicher Sachbuchmanier informiert, sondern überwiegend die Menschen sprechen lässt. Somit erreicht er den Leser und weckt eine Spirale aus Gedanken und Hoffnung und Tatendrang.

    Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, auf welchem innerlichen Widerstand der Autor wohl gestoßen sein mag, als er die Realität zu Papier brachte. Und ob der Autor je Zweifel oder Ängste an und mit seinem Werk hatte. Denn hier werden alle Karten offen gelegt und der Leser darf sich selbst ein Bild schaffen und auch das eigene Verhalten überdenken. Aber es gibt auch Beispiele die Hoffnung bringen und Erfolge zeigen. Ein Miteinander und Füreinander.

    Einen Stern ziehe ich leider ab, da ich persönlich auch gerne mehr über die gesetzliche Lage erfahren hätte. Denn hier werden den Helfern, Einrichtungen und dem Personal dicke Steine in den Weg gelegt. Mich hätte dieser Stolperstein intensiver interessiert.

    Großes Lob geht aber an die Idee, die Sicht aus den Augen der Betroffenen darzustellen. Ich bin sehr bewegt und wurde sehr intensiv mit dem Thema vertraut gemacht. Ein Umdenken und eine neue Sicht der Dinge werden dem Leser hier geschenkt. Ein schonungsloses "Draufstoßen", was aber auch Mut und…

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  3. 3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Denkanstöße für einen respektvollen Umgang (nicht nur) mit dementen Menschen, 21. Februar 2016
    Von 
    Ulrike_R – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Dement, aber nicht bescheuert: Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken (Broschiert)
    Zum Glück war Demenz bislang in unserer Familie kein Thema. Vielleicht hat mich "Dement, aber nicht bescheuert ‚ Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken" deshalb so angesprochen.

    Mein Bild von der Unterbringung dementer Menschen sieht eher trostlos aus. Verwahrt in muffigen Heimen. Pflege- und Betreuungspersonal, das permament unter extremem Zeitdruck steht und dabei noch schlecht bezahlt wird. Eine Sozialgesetzgebung, der die Verwaltung der Kranken wichtiger ist als ihre sinnvolle Förderung.

    Michael Schmieder geht das Thema wohltuend anders an. Weil er erfahren hat, dass jede und jeder Demenzkranke trotz ihrer oder seiner Erkrankung ein Individuum bleibt. In seinem Haus Sonnweid, in der Schweiz, setzt man nicht auf isolierende Einzel- oder Doppelzimmer, sondern auf Gruppenstrukturen, die entsprechend der Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst werden. Auslöser dafür war die Erfahrung, dass demente Menschen ruhiger sind, wenn sie unter Menschen sind. Dabei wird auf ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre geachtet.

    Ein weiterer, in meinen Augen sehr wichtiger Punkt, ist generell die Haltung der Heimleitung und ihrer Belegschaft, demente Menschen nicht mit dem Maßstab der ‚gesunden‘ Welt zu messen. Egal, ob für einen Bewohner ein Matratzenlager auf dem Boden ausgelegt wird, weil er sich nur auf dem Boden wohlfühlt und vorher immer versuchte, aus dem Bett zu klettern, was ein erhöhtes Sturzrisiko bedeutet hat. Oder ob man sich äußerst intensiv mit der Vergangenheit eines Menschen auseinandersetzt und feststellt: Er isst deshalb nichts am Tisch, weil er aus einem streng katholischen Elternhaus kam, in dem vor dem Essen gebetet wurde. Setzt man diese Tradition fort, ist plötzlich die Ernährung kein Problem mehr.

    Alles Punkte, die mir beim Lesen so absolut selbstverständlich und logisch erscheinen. Mir ist klar, dass jetzt viele argumentieren: Mit unserem Pflegeschlüssel hier in Deutschland klappt das nie. Ja, stimmt. Aber das ist ein anderes Thema. Da müsste man sich mal Gedanken mach, wie es mit weniger Verwaltungsaufwand wäre.

    Ich jedenfalls fand "Dement, aber nicht bescheuert" ungemein inspirierend und sollte mich Demenz je erwischen, wünsche ich mir ein Heim wie Sonnweid. Ich finde das Buch eine Bereicherung für alle, die privat oder beruflich mit Demenz beschäftigen.

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