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  1. Katharina L.
    ·
    11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Brillant recherchiert, aber der Funke sprang einfach nicht über, 3. August 2012
    Von 
    Katharina L. – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Das Haus der verlorenen Düfte: Roman (Taschenbuch)
    Glaubst du an Wiedergeburt? Was wäre, wenn du bloß an einem Parfüm schnuppern müsstest, um dich an deine früheren Leben zu erinnern – und an deinen Seelenverwandten? Würde dies dein Tun verändern, deine Entscheidungen beeinflussen?

    "Das Haus der verlorenen Düfte" von Melisse J. Rose beschäftigt sich, wie unschwer zu erkennen ist, mit den Themen Reinkarnation und Parfüm. Klingt komisch, macht aber Sinn: Vor sehr langer Zeit soll der Hofparfümeur von Königin Kleopatra einen Duft kreiiert haben, der bereits Genanntes möglich werden lässt: sich an seine früheren Leben zu erinnern. Dieses Parfüm befindet sich im Roman auf Tonscherben, Erinnerungshilfen genannt, die der Parfümeur Robbie L’Etoile dem Dalai Lama schenken möchte – quasi als unabdingbaren Beweis für die Reinkarnation. Doch China, das Tibet unter seine Kontrolle bringen möchte, ist natürlich überhaupt nicht damit einverstanden und geht über Leichen, um ein Treffen zwischen Robbie und dem Dalai Lama zu vermeiden. Und auch andere Menschen haben großes Interesse an solchen Erinnerungshilfen …

    Irgendwo las ich, dass "Das Haus der verlorenen Düfte" eine Mischung aus "Das Parfüm" und den Thrillern von Dan Brown sei. Dies kann ich leider nicht bestätigen. Denn dieser Roman spielt auf drei verschiedenen Zeitebenen und enthält bereits zu Beginn fünf oder sechs verschiedene Handlungsstränge, die sich nach und nach miteinander verknüpfen. Da man anfangs kaum eine Ahnung hat, wie diese miteinander zusammenhängen, kommt erst zur Mitte des Buches eine gewisse Spannung auf.

    Ebenso verwirrend wie die vielen Orte und Handlungsstränge fand ich die große Anzahl von Personen: Robbie L’Etoile, seine Schwester Jac L’Etoile, ihr Exfreund Griffin, ihr Psychiater Malachai, der Panchen Lama Xie und seine Freundin Cong, die Triaden – das alles sind nur die wichtigsten Charaktere, die "Das Haus der verlorenen Düfte" bevölkern. Wer also kein Freund von vielen Personen, Handlungssträngen und -orten ist, sollte diesen Roman wohl eher nicht zur Hand nehmen.

    Leider war ich auch von der Zeichnung der Figuren enttäuscht. Es ist vielleicht irgendwo verständlich, dass in einem Roman, in dem so viele Personen auftauchen, nicht jede unvergesslich bleiben kann. Aber ich habe während des gesamten Lesens keine einzige Person richtig in mein Herz geschlossen, mit der ich mitfiebern konnte. Da dieser Aspekt für mich mit am wichtigsten ist, war ich auch hier unzufrieden. Von mir aus hätte die Autorin gerne einen Handlungsstrang und zwei, drei Personen weglassen können, und trotzdem wäre eine schöne Geschichte dabei herausgekommen – eventuell eine, bei der auch die Charaktere authentischer gezeichnet sind. Dadurch, dass ich die Charaktere alle so blass fand, ging für mich leider ein Großteil der Spannung verloren.

    Was Melisse J. Rose aber gut kann, ist schreiben. Der Schreibstil an sich hat mir nämlich sehr gut gefallen, ebenso wie die Verknüpfung von Rechercheergebnissen und Fiktion. Man hat das Gefühl, auf wenig anstrengende Art und Weise beim Lesen etwas dazuzulernen, was mir sehr gefallen hat. (Allerdings finde ich, auch hier, dass es dem Buch auch nicht geschadet hätte, den ein oder anderen, für die Handlung nicht wichtigen Mythos wegzulassen.)

    "Das Haus der verlorenen Düfte" von Melisse J. Rose dürfte vor allem Leser anziehen, die sich für Reinkarnation, Buddhismus und die Welt der Parfüms interessieren. Sie können sich auf eine brillant recherchierte Story und einen tollen Schreibstil freuen. Wer nichts mit vielen verschiedenen Charakteren, Handlungsorten und -zeiten anfangen kann und authentische Charaktere zum Mitfiebern sucht, sollte hier lieber nicht zugreifen.

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  2. T. Jannusch
    ·
    6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Barbara Cartland und Dan Brown – kann das gut gehen?, 31. Juli 2012
    Von 
    T. Jannusch (Velbert) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (REAL NAME)
      

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Das Haus der verlorenen Düfte: Roman (Kindle Edition)
    "Das Haus der verlorenen Düfte" – Titel und Klappentext lassen den geneigten Leser zunächst aufhorchen. Eine Geschichte um Parfums und deren Geheimnisse also? Eine Dynastie von Parfumeuren, die einem historischen Duft, der angeblich die Erinnerung an frühere Leben ermöglicht, auf die Spur kommen will? Ja und nein. Ja, denn es geht durchaus um Düfte und deren Herstellung, sowie um einige Anteile von Historie. Nein, denn die Autorin hat gleichzeitig noch andere Bücher und Genres in diesem Rahmen unterbringen wollen. Wir finden hier genauso Anteile einer eher schwülstigen Liebesgeschichte à la Barbara Cartland, Thriller und Verschwörung nach dem Vorbild von Crichton, Dan Brown & Co., sowie – man glaubt es kaum – einen Ausflug in die politischen und religiösen Wirren rund um Tibet. Ob man das alles nun als gelungen betrachtet, wird sehr von den persönlichen Vorlieben des einzelnen Lesers abhängen.

    Ich persönlich war eher verwirrt. Ich hatte mich überwiegend auf die Handlung rund um Düfte gefreut. Im Verlauf des Buches stellte sich aber heraus, dass die anderen Anteile genauso ihren Raum einnahmen. Doch innerhalb von ca. 400 Seiten (in der Print-Ausgabe) konnte man wohl keine gleichmäßige Bearbeitung aller dieser Ansätze erwarten. Ich finde, die Autorin hat in diesem Buch "zu viel gewollt". Sie hätte sich lieber für "weniger" entscheiden sollen, dann hätte mich die ganze, eher kuriose Mixtur mehr überzeugt.

    Robbie und Jac L’Étoile streiten sich permanent, ob sie nun lieber den historischen Duft rekonstruieren und dem Geheimnis auf den Grund gehen, oder doch lieber die Firma retten und nüchtern denken sollen. Gleichzeitig dreht sich ein anderer Handlungsstrang um die politischen Wirren rund um Tibet: der seit zwanzig Jahren verschwundene Panchen Lama sinnt darauf, wie er sich dem bald in Paris weilenden Dalai Lama zu erkennen geben kann. Dann sind da noch die chinesische Regierung und die Triaden, die ebenfalls begehrlich auf den möglichen Zauber-Duft schauen – sie haben verständlicherweise keinerlei Interesse daran, dass Reinkarnationen "bewiesen" werden könnten. Und zu allem Überfluss kämpft Jac an allen möglichen, emotionalen Fronten – sie wehrt sich gegen Visionen von früheren Leben, die sie als "psychotische Schübe" abtut, und droht gleichzeitig ihrer alten Faszination für den Ex-Geliebten Griffin North zu erliegen… Klingt kompliziert? Ist es auch.

    Hatte ich mich zu Beginn noch auf die Duft-Handlung gefreut, musste ich bald feststellen, dass diese nur einen vergleichsweise kleinen Teil einnimmt. Sie wirkte eher verworren und verquer auf mich. Wesentlich überzeugender dargestellt fand ich die ganze Situation rund um den Panchen Lama, China und Tibet. Hier hat die Autorin erfreulich genau recherchiert, und ein recht getreues Bild der politischen und religiösen Situation abgeliefert. Die Szenen rund um diese Thematik sind glaubwürdig, und nicht zu ausufernd gehalten. Wesentlich "unschwülstiger" als der Rest.

    Ich gebe allerdings zu, dass die Autorin eine recht blumige Sprache und Darstellungsweise hat, sowie offenbar Jahre mit der Recherche der Duft-Thematik zubrachte. Das schlägt sich schon recht überzeugend im Text nieder. Allerdings strengte mich der Schreibstil schon im ersten Drittel des Buches ein wenig an, da sich die Autorin nicht verkneifen konnte, komplizierte persönliche Vorgeschichten der Figuren in komplexen, eingeschobenen Nebensätzen zu erläutern.

    Von der rein schriftstellerischen Technik her ist ferner zu erwähnen, dass sich die Autorin eher kurzschrittige Sequenzen ausgedacht hat. Teilweise sind die Kapitel nur wenige Seiten lang, und die verschiedenen Handlungsstränge werden wie in einem Hefezopf flott miteinander verschränkt. Zudem gibt es oft "Cliffhanger" gegen Ende, die erst ein oder zwei Kapitel später aufgelöst werden. Das diente der Spannung, ging aber wiederum zu Lasten der glaubwürdigen Charakterisierung der Hauptfiguren.

    Ich möchte das Buch nun nicht komplett aburteilen. Allerdings finde ich, dass es Autoren gibt, die einen solchen Genre-Mix wesentlich überzeugender hinbekommen als Melisse J. Rose. Ich kannte sie bislang nicht, und mir scheint, ihr eigentliches Gebiet sind Familien- und Liebesgeschichten. Im Thriller-, Historien- und Abenteuer-Milieu ist sie noch nicht recht "zu Hause". Doch das mögen andere Leser anders beurteilen. Ich gebe letztlich drei mehr oder weniger ratlose Sterne – für ein Buch, das ich in keiner Weise wirklich einordnen kann, und bei dem mir über weite Strecken die Identifikation mit den Hauptfiguren fehlte.

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  3. Books and Senses
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Ein träumerisches Abenteuer 🙂, 28. Juli 2012
    Von 
    Books and Senses – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Das Haus der verlorenen Düfte: Roman (Taschenbuch)

    Getreu dem Motto ‚den Horizont erweitern‘ habe ich mich bei Lovelybooks für die Leserunde von Das Haus der verlorenen Düfte beworben, denn es fällt ja nicht unbedingt in die Genres, die ich sonst so lese. Es wurde erwähnt, es sei wie eine Mischung aus Das Parfum und den Abenteuergeschichten von Dan Brown. Da ich die Bücher von Dan Brown früher verschlungen habe und auch die Filme klasse fand, war mein Interesse an dem Buch damit geweckt.

    Das Haus der verlorenen Düfte hat es mir am Anfang wirklich nicht leicht gemacht. Nach einem sehr spannenden ersten Kapitel wurde ich mit so vielen Personen, Orten und Handlungssträngen konfrontiert, dass ich erst mal überhaupt nicht verstanden habe, worum es eigentlich genau geht. Da sind die L’Étoiles Geschwister Jac und Robbie, Griffin (ein Bekannter von Robbie und Ex von Jac), Xie (ein chinesischer Student mit einem Geheimnis), der stockschwule Francois (angehöriger der chinesischen Mafia), der Dalai Lama und der Panchen Lama und viele weitere mehr‘ dazu kommen die Schauplätze Ägypten, Paris, New York, London und Tibet. Es ist auch nicht nur die Menge der Personen und Orte, die mich verwirrt hat, sondern auch die Beziehungen untereinander. Jeder scheint jeden irgendwie über 3 Ecken zu kennen.

    Um es kurz zusammenzufassen: Alle Charaktere haben einen unterschiedlichen Ausganspunkt in der Geschichte, der von den jeweiligen Absichten und Zielen dieser Personen bestimmt ist und die auf den ersten Blick alle nichts miteinander zu tun haben.

    Umso erstaunlicher und aufregender ist dann, als diese scheinbar zusammenhangslosen ‚Einzelschicksale‘ sich langsam aber sicher zu einer gemeinsamen Geschichte verbinden, im Vordergrund immer Jac, Robbie und Griffin. In jedem der ziemlich kurz gehaltenen Kapitel kommen neue Erkenntnisse zum Vorschein, lernt man immer mehr über die Charaktere und ihre Absichten. Insofern war es schon ein Abenteuer, die Geschichte zu verfolgen, wenn die Spannung auch erst so gegen Ende des Buches wirklich stark wird. Vorher spürt man sie zwar auch schon, aber durch den außergewöhnlich beruhigenden und träumerischen Schreibstil der Autorin sticht sie nicht so stark heraus.

    Zum Glück befindet sich im Anhang des Buches ein Glossar, dass man auch ohne Bedenken vor der eigentlichen Geschichte lesen kann und auch sollte. Darin werden wichtige Begriffe und Theorien erklärt, die für Das Haus der verlorenen Düfte von entscheidender Rolle sind. So zum Beispiel das Thema Reinkarnation, das Thema Nummer 1 im Buch. Ich persönlich hatte davon keine Ahnung und so war es gut, vor Lesen des Buches etwas über die Reinkarnation und ihre Bedeutung in verschiedenen Ländern und Religionen zu lernen. Ganz wichtig ist dabei auch der Dalai Lama und der Panchen Lama, sowie ihre Rolle für Tibet und die Meinung Chinas darüber. Wer sich also vor dem Buch scheut, weil er davon nichts weiß: Keine Sorge; ich bin mit absolutem Null-Wissen an das Buch gegangen und habe trotzdem alles verstanden! Zudem kommt, dass das Thema nicht ‚trocken‘ abgehandelt wird, sondern einerseits einen politischen, besonders aber auch einen romantischen Touch bekommt, wodurch die Bedeutung stärker, und das Interesse am Thema geweckt wird.

    Liebe, die die Schranken der Zeit überwinden kann ‚ und das ganz ohne Zeitreise ‚ das macht Das Haus der verlorenen Düfte zu einem Buch mit einem schönen, aber auch traurigem Thema. Es fängt mit einer Liebesgeschichte in Ägypten an und endet‘ nun, das ist die Frage: Kann eine solche Liebe jemals enden? Gemeinsam mit Jac geht man dem ganzen auf die Spur und was man dabei lernt, ist nicht immer zufriedenstellend, aber doch emotional und auch auf seine eigene Art und Weise schön.

    Ja, die Geschichte ist sehr komplex und ja, es hat etwas gedauert bis ich alles verstanden habe, aber nach dem ich mich einmal in das Buch reingefunden hatte, hat die Geschichte mich mitgerissen.

    Was mich allerdings durchweg am Buch ‚gestört‘ hat, waren die Charaktere. Es ist nicht so, dass ich sie alle blöd oder unglaubwürdig fand, nur leider konnte ich mit keinem von ihnen so richtig warm werden. Mir hat ein ‚Sympathieträger‘ gefehlt, eine Figur, mit der ich lachen und weinen kann und die mich emotional an die Geschichte bindet. Keiner der Charaktere vermochte das zu tun. Dadurch war ich die ganze Zeit eher Beobachter, als mittendrin.

    Trotzdem: Jac, ihr Bruder Robbie, der gemeinsame ‚Freund‘ Griffin und das Geheimnis dieses außergewöhnlichen Parfums haben mir ein paar sehr schöne Lesestunden bereitet, in denen ich bis zum Schluss mit vollem Eifer mitgerätselt habe.

    Fazit

    Es lohnt sich manchmal wirklich, den eigenen Horizont zu erweitern 🙂 Ich weiß nun eine Menge…

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