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  1. Gidon Marx
    ·
    569 von 585 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ein brillantes Buch, 18. April 2007
    Von 
    Gidon Marx (Martinsried) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern (Taschenbuch)
    Hier hat ein Medizinerkollege ein wirklich brillantes Buch geschrieben! Neidlose Anerkennung! Das sehr verständlich geschriebene Buch zeigt, wie die Biologie des Menschen beeinflusst wird durch das, was ein Mensch erlebt und das, was sich in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen ereignet. Das Buch bietet dem Leser einen neuen Zugang zum Verständnis verschiedener Erkrankungen, insbesondere zu depressiven Erkrankungen und zu Krankheiten, die Folge eines Traumas (z. B. von Gewalt, Verbrechen etc.) sind.

    Doch warum können seelische Erlebnisse die Gesundheit des Körpers beeinflussen? "Gene sind keine Autisten", so der Autor dieses Buches, das mittlerweile als ein "Klassiker" gilt. Joachim Bauer war selbst jahrelang im Bereich der Genforschung aktiv und hat in anerkannten internationalen Zeitschriften publiziert, er weiß wovon er spricht. Jedes der rund 30.000 Gene hat zwei Arten von "Genschalter" (so die sehr verständliche und gute Bezeichnung durch Bauer), Fachleute bezeichnen die eine Art des Genschalters als "Promoter", die andere Art als "Enhancer" (Bauer erwähnt in seinem Buch beide Arten und weist darauf hin, daß sie unterschiedlich funktionieren. Entscheidend ist, dass Gene in ihrer Aktivität durch Umweltfaktoren gesteuert werden.

    Zu den Verdiensten dieses Buches gehört, dass es die in der Medizin üblichen Übertreibungen über den Einfluss von (genetischen) Erbfaktoren mit Blick auf die Entstehung von Krankheiten korrigiert. Hunderte, ja tausende von Genen sollen an irgendwelchen Krankheiten beteiligt sein, das Meiste sind unbewiesene Hypothesen. So wurde behauptet, die Alzheimer-Krankeit sei überwiegend erblich. Falsch. Nur 2% der Kranken leiden an einer erblichen Form. Es wurde behauptet, Brustkrebs sei überwiegend erblich. Falsch. Weniger als 5% der an Brustkrebs erkrankten Frauen leiden an der erblichen Form der Erkrankung. Alleine diese Richtigstellungen machen die Lektüre dieses Buchs lohnend.

    Joachim Bauer gehört zu den wenigen Medizinkollegen, die sowohl molekularbiologisch als auch als klinisch tätige Ärzte über Kompetenz verfügen. Wenige Bücher sind derart wichtig und verdienstvoll wie dieses! Dieses Buch ist ein Buch für alle, die mehr über die Zuammenhänge von Lebensstilen, Seele und medizinischer Gesundheit lernen wollen.

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  2. Miss K.
    ·
    251 von 258 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Nicht die Gene steuern uns, sondern auch wir selber steuern unsere Gene, 30. Juli 2007
    Von 
    Miss K. (Oberhausen, Germany) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern (Taschenbuch)
    Was für ein spannendes Thema, das der Autor Prof. Dr. med. Joachim Bauer in diesem Buch darstellt, nämlich, daß die Gene nicht starr festgelegt sind und somit unser gesamtes Leben steuern, sondern daß wir selber unsere Gene regulieren können. Diese Genaktivierung unterliegt situativen Einflüssen und wird überwiegend nicht vererbt, d.h. bestimmte Erfahrungen, die wir machen, bilden im Organismus Reaktionsmuster aus und haben einen Einfluß darauf, wie die Regulation der Genaktivität sich in bestimmten Situationen verhält.

    So werden gute zwischenmenschliche Beziehungen im Gehirn abgebildet und gespeichert und wirken sogar gegen seelischen und körperlichen Streß. Dort, wo sich die Quantität und Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen vermindert, erhöht sich auch das Krankheitsrisiko, da seelische Vorgänge in biologische Signale umgewandelt werden, welche an der Regulation der Genaktivität mitwirken. Wie Gene auf Streß reagieren und das Streß auch das Gehirn so schädigen kann, daß Nervenzellen absterben, wird in Kapitel 4 genau erläutert. Bei Todesgefahr oder extremen seelischen Qualen z.B. reagiert das Gehirn mit schweren Gedächtnisstörungen und einer Verminderung der Hirnsubstanz (War Sailor Syndrome, Concentration Camp Syndrome).

    Das nächste Kapitel erklärt, wie äußere Situationen vom Gehirn bewertet werden und aus welchem Grund Menschen völlig unterschiedlich auf Streß reagieren. Das darauffolgende Kapitel widmet sich den Synapsen (Nervenzellen) und das der Auf- und Umbau der Nervenzell-Verschaltungen im Gehirn abhängig davon ist, was wir im zwischenmenschlichen Bereich erleben.

    Ein Kapitel widmet sich dem Thema Depression: Wie sie entsteht, was eine Depression ist und wie sich eine Depression verselbständigen kann und was der Grund dafür ist, daß einige Menschen für eine Depression anfällig sind und andere wiederum nicht und wie man sie behandeln sollte. Welche körperlichen Auswirkungen Streß und Depression haben und welche Verbindungen hier bestehen, liest sich außerordentlich spannend. Genauso wie das Kapitel der körperlichen Risiken von Streß und Depression, nämlich der Immunabwehr und dem Tumorrisiko. Sehr gut fand ich auch den Teil bezüglich der Behandlung mit Psychopharmaka und den Auswirkungen auf die Gene, nämlich das nicht nur prägende Ereignisse, sondern auch solche Substanzen im Gehirn Gene aktivieren können, die nachhaltige Spuren hinterlassen, was ebenso für Drogen (auch für THC = Haschisch) gilt. Auch sehr spannend in diesem Zusammenhang ist das Thema der Medikamentenunverträglichkeit und der richtigen Dosis.

    Was hinter Schmerzerfahrungen ohne organischen Befund steht, nämlich das hier bei Auftreten eines häufigen Reizes sich nicht nur die Synapsen des Nervenzellen-Netzwerkes, sondern auch das Netzwerk an sich, vergrößern und sich somit diese Reize verselbständigen, wird erläutert. Weitere Themen sind: PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und die Narben in der Gehirnsubstanz", die durch ein Trauma ausgelöst werden; seelische und neurobiologische Folgen von Gewalt und Mißbrauch bei Kindern (Borderline-Störung, Dissoziation, wie Binge Eating); Körperliche Spuren bei Problemen am Arbeitsplatz (Burnout-Syndrom); Auswirkungen der Psychotherapie auf neurobiologische Strukturen, sowie eine Übersicht über die Wirkungsweise der Gene. Ein sehr spannendes und gut zu lesendes Buch, mit vielen neuen Einsichten. Unbedingt empfehlenswert!

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  3. Leonard_K
    ·
    204 von 212 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Was Menschen erleben, veraendert den Koerper, 5. Juni 2006
    Von 
    Leonard_K (Gruenwald, Bayern) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern (Taschenbuch)
    Ein faszinierendes, anspruchsvolles, dabei aber gut zu lesendes Buch: Was der Koerper eines lebenden Organismus erlebt, hinterlaesst im Koerper Spuren. Der biologische Hintergrund: Gene steuern nicht nur, sie weden auch -und zwar hinsichtlich ihrer Aktivitaet- gesteuert. Signale, die der Koerper aus der Umwelt aufnimmt (das meiste laeuft dabei ueber das Gehirn), regulieren die Aktivitaet von Genen und veraendern den Koerper. Bauers Buch erklaert, was das fuer den Alltag bedeutet, warum Menschen nach Trauma-Erfahrungen krank werden koennen oder warum eine bestimmte Lebensgeschichte das Risiko fuer eine Depression erhoeht. Vor allem aber zeigt das Buch, welche Behandlungswege etwas taugen und wovor man sich besser schuetzen sollte. Nicht alles was die Medizin (bzw. die Psychiatrie) anbietet, ist offenbar gut. Ein wertvolles, serioeses, exzellentes Buch.
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