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  1. Vivi
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Loslassen – mit Melodie im Kopf / Absolute Leseempfehlung, 8. Oktober 2014
    Von 
    Vivi – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Claras Melodie: Roman (Gebundene Ausgabe)
    Ein Unfall, eine Komapatientin, ein hoffnungslos verliebter Ehemann, allein gegen die Welt. Nichts neues in der Literaturgeschichte der Neuzeit, nicht wahr?
    Obwohl Aurore Guitrys Tagebuch-Roman mit einem schockierenden und traurigen Grundton startet, entfaltet sich aus der anfänglich hoffnungsloser Tragödie eine überdurchschnittlich romantische Liebesgeschichte. Diese beeindruckt nicht nur auf der Gefühlsebene, sondern sie überzeugt mit einem klaren und geschliffenen Schreibstil und bedient sich nebenbei der Eleganz der klassischen Musik.
    Die Themen sind wechselhaft: Liebe und Schuldgefühle, Zuneigung und selbstloses Loslassen, Vater-Sohn-Konflikt, nicht zuletzt werden die Grenzen zwischen Leben und Tod und die moralische Verantwortung der künstlichen Lebenserhaltung berührt. Erwartungsgemäß müsste es folglich äußerst trockene Diskussionen um medizinisch-juristische Fragen geben. Derart langweilige Allüren bleiben dem Leser jedoch völlig erspart.
    Stattdessen verwandelt sich der Lauf des Geschehens in ein spannendes Suchspiel nach Geheimnissen, die seit dem Mittelalter bis in die Gegenwart wirken, die dabei hoffnungsvoll und gleichzeitig zerstörerisch zu sein scheinen: Eine verschollene Partitur, die Generationen von Sängerinnen in den Wahnsinn treibt, aber Kranken helfen kann.

    Die Hauptfigur und Tagebuch-führender (Ehe-)Mann, der so sehr an seiner Liebe und an seiner Partnerin glaubt und sie so verzweifelt zu retten versucht ist sehr sympathisch. Mit all seinen Taten strebt er nur ein Ziel an: Seine Éléonore aus dem Koma zu erwecken und mit ihr ein glückliches Leben zu führen. Verbissen und unausweichlich, voller Wut und ohne Kompromisse. In stürmischen Etappen – nach einer Reihe von Tragödien, selbstzerstörerischen Gewissensbissen und Missverständnissen – gelangt er zu einem besseren Verständnis des Lebens und zum inneren Frieden. Das gewiss nicht auf einem gewöhnlichen Weg: Nach einer lebenslangen Streitigkeit mit seinem Vater, nach der „römischen“ und „sizilianischen Affäre“ und einer Reihe von mystischen, afrikanischen Ritualen.

    Sein Leben wird – selbst, wenn er sich stark dagegen wehrt – stark von der Musik beeinflusst. Seine Gefühlswelt spiegelt sich in Sinfonien, die ihn wie eine innere Stimme begleiten und sich nur durch die afrikanische Spiritualität kurzzeitig ablösen lassen.

    Dieses Buch ist mystisch, verrückt, romantisch und musikalisch und seine fesselnde Ruhe ist einzigartig: Absolute Leseempfehlung.

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  2. Ira W.
    ·
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Distanziert, deprimierend und leider wenig romantisch, 9. Oktober 2014
    Von 
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    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
    (TOP 1000 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Claras Melodie: Roman (Gebundene Ausgabe)
    Oh, mit diesem Buch habe ich leider etwas gekämpft und es hat auch gdauert, bis ich mich entschieden habe, wieviele Sterne ich geben soll, letztlich sind es für mich 2,5 Sterne geworden.

    Die eigentliche Idee gefiel mir, nur die Umsetzung und ich kommen nicht wirklich zueinander.
    Der Schreibstil ist eher distanziert, so dass sich trotz der teilweise dramatischen, tragischen, berührenden Ereignisse, die geschildert werden, bei mir wenig Gefühl für die Protagonisten entwickelte. Das passiert mir eigentlich eher selten und besonders selten in einer so extremen Form.

    Ich empfand das Buch leider gar nicht als romantisch, sondern eher als ziemlich depremierend. Der Protagonist überzeugte mich leider auch nicht davon, dass es ihm wirklich rein um die Liebe zu seiner Frau geht, auch wenn dies immer wieder so formuliert wird, sondern er hat eher etwas getriebenes, geradezu besessenes. Es wird immer wieder deutlich, dass nicht erst der Unfall, der seine Frau, Eleonore, ins Krankenhaus brauchte, der Wendepunkt im Leben und auch in der Beziehung der Beiden war. Sein verzweifeltes Streben, ihr helfen zu wollen, ungeachtet dessen, was das für ihn, sie oder auch die Menschen um sie herum bedeutet, hat eine sehr rücksichtslose Komponente, die mir nicht gefallen hat.
    Die einzige Person, die mir wirklich sympathisch war, ist Claras Tochter Giovanna, die allerdings zu selten auftrat und dabei auch zu distanziert geschildert wurde, um mich wirklich nachhaltig für sich einzunehmen.

    Es kommt bei Büchern vom Aufbau Verlag sehr selten vor, dass sie mir nicht gefallen, aber dies ist leider so ein Buch. Offensichtlich spaltet dieses Buch die Gemüter mal wieder, von daher kann ich nicht einmal sagen, dass ich davon abraten wüde, es zu lesen, ich kann nur sgen – findet selbst heraus, ob es Euch gefällt!

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  3. Lunas Leseecke
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Die Melodie einer Liebe, 13. September 2014
    Von 
    Lunas Leseecke – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Claras Melodie: Roman (Kindle Edition)
    Seit einem schweren Autounfall liegt Éléonore im Koma. Als die Ärzte die Hoffnung aufgeben, erfährt ihr Mann Nicolas von seinem todkranken Vater etwas über eine Partitur, die in der Lage sein soll, Éléonore zu retten. Getrieben von der Hoffnung macht sich Nicolas auf den Weg nach Rom, um Clara, die Sängerin der Partitur zu finden. Doch dort angekommen muss er feststellen, dass Clara ihm nicht mehr helfen kann. Sie ist wahnsinnig geworden und verschanzt sich in einem Zimmer, in dem sie Musik sammelt und die Wände mit weiteren Noten bemalt. Immer auf der Suche nach der Partitur, die sie verloren zu haben scheint. Nicolas hofft, dass Claras Tochter Giovanna ihm helfen kann und macht sich mit ihr auf die Suche nach der Partitur. Doch die Partitur vermag nicht nur zu heilen, sondern treibt auch ihren Sänger zu Wahnsinn und Tod. Wie weit wird Nicolas gehen, um Éléonore zu retten?
    Die Geschichte ist in einer Art Briefform geschrieben, in der Nicolas seine Suche nach der Partitur für Éléonore niederschreibt. Zunächst war es etwas verwirrend, vor allem, da viele Zeitsprünge vorkommen, die nicht deutlich markiert sind. Denn Nicolas erzählt nicht nur von seinen Erlebnissen in Rom, sondern erinnert sich auch an Geschehnisse, die vor dem Unfall geschahen. Uns so erfahren wir langsam mehr über die Beziehung von Nicolas und Éléonore.
    Ich muss sagen, Nicolas war mir zunehmend unsympathisch. Am Anfang ging es noch, aber man lernt ihn nach und nach kennen und das macht es leider eher schlimmer. Er ist ein feiger, launischer Zeitgenosse und wirkte in seiner Suche nach der Partitur schon fast fanatisch. Doch auch seine Frau ist nicht nur die schöne, liebende Ehefrau, als die er sie am Anfang beschreibt, und nach und nach, entdecken wir, wie es wirklich um ihre Beziehung stand.
    Die Personen, die mir am sympathischsten waren, sind Giovanna und Nicolas Herbergsvater Felipe. Felipe begegnet Nicolas immer sehr freundlich und war irgendwie ein kleiner Anker Normalität ist Nicolas verrückter Geschichte. Und Giovanna sprühte förmlich vor Leben und ist bereit, einem völlig fremden bei einer völlig durchgeknallten Idee zu helfen. Das verdient schon einiges an Respekt.
    Ein ganz wichtiger Teil des Buches ist natürlich auch die Musik. Nicht nur die geheime Partitur mit ihren heilenden Kräften, sondern auch klassische Stücke. Da Nicolas Vater ein berühmter Pianist war, und sich wünschte, das Nicolas in seine Fußstapfen tritt, ist Nicolas mit der Welt der Musik wohl vertraut und beschreibt immer wieder die Lieder, die seine Erlebnisse begleiten. Ich hätte es sehr schön gefunden, wenn es eine Playlist für das Buch gegeben hätte, welche die erwähnten Stücke zusammenfasst.
    Das Ende fand ich sehr gelungen, auch wenn für meinen Geschmack auf dem letzten Stück alles ein bisschen zu schnell ging.

    Fazit

    Trotz des unsympathischen Nicolas ist „Claras Melodie“ eine bezaubernde Geschichte über Tod und Verlust, aber auch über Hoffnung und die heilende Kraft der Musik. Schön geschrieben und gefühlvoll erzählt.

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