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  1. M. Lehmann-Pape
    ·
    84 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Bestens getroffene Atmosphäre, 19. April 2013
    Von 
    M. Lehmann-Pape – Alle meine Rezensionen ansehen
    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Bretonische Brandung: Kommissar Dupins zweiter Fall (Kommissar Dupin ermittelt) (Broschiert)
    Es ist nicht unbedingt „der Fall“, welcher die Lektüre dieses neuen Kriminalromans um den von Paris in die Bretagne versetzten Kommissar Georges Dupin zu einem Vergnügen macht.

    Auch wenn die Hintergründe um den Tod dreier Männer auf offener See und das Verschwinden eines weiteren Mannes sich als sehr verzweigt und vertrackt erweisen werden. Auch wenn die ganz eigenen, assoziativen Ermittlungsmethoden Dupins einen durchaus anspruchsvollen Kriminalfall mit nicht immer einfach zu treffenden moralischen Entscheidungen vor den Augen des Lesers entfalten.

    Was vor allem in den Bann zieht, ist die bildkräftige Sprache Bannalacs, der treffende Blick für die Menschen in ihren Eigenarten, für das Licht der Bretagne, die ganz eigene Atmosphäre auf der vor gelagerten Inselgruppe des Glenan und die, mit wenigen Strichen oft punktgenau skizzierten, Beziehungen Dupins.

    „Dupin war kein Mann von Geduld, ganz und gar nicht“.

    Was vor allem seine Kollegen zu spüren bekommen. Allen voran der (ebenfalls bestens dargestellte) ehrgeizige Kadeg (wie alle andren Nebenfiguren auch, selbst die, die nur „telefonisch zugeschaltet“ werden). Getragen vor allem wird Dupin als „Fremder“ von seiner Assistentin (und besten Verbündeten gegen Polizeipräfekten und jedem anderem Unbill) Nolwenn, die ein fast telepathisches Verständnis für ihren Chef entwickelt hat und ihn zudem, sachte, natürlich, mehr und mehr in das „innere“ Leben der Bretagne einführt. Ein Kunstgriff, der es Bannalac ermöglicht, auch dem Leser diese faszinierende, raue Gegend Frankreichs plastisch vor Augen zu führen und die hohe Individualität der Menschen dort herauszustellen.

    Ein intelligenter Mord, bei dem das Töten dem Meer überlassen wurde, ein Geflecht von Feindschaften und Unterstützungen, ein Kampf auch des Idealismus und Liebe zum eigenen, freien Leben in einzigartiger Natur gegen die Gier der Profitmacher, viele Verdächtige ohne wirklich konkret etwas in die Hand zu bekommen und die ständige Notwendigkeit für den koffeinsüchtigen Kommissar, ungeliebte Boote besteigen zu müssen und sich gar mitten im Meer gedankenverloren wiederzufinden, würzen diesen überzeugenden Kriminalroman.

    Ein Kommissar im Übrigen, der sich klar von anderen „Serienermittlern“ der Kriminalliteratur absetzt, dessen verkorkstes, schüchternes Liebesleben samt Beziehung zur eigenen Mutter ebenso humorvoll und charakterlich passend im Buch dargestellt werden, wie seine ganz eigene Ermittlungsmethode. Auch sein „Ausweichen“ durch einfaches „Vergessen“ von Anrufen stellt Bannalac ebenso glaubwürdig in den Raum, wie die individuellen Eigenarten der Segel- und Tauchgemeinschaft auf den Glenan-Inseln.

    Samt überzeugendem Fall bietet Bannalac eine unterhaltsame und intelligente Lektüre, die ganz nebenbei dem Leser große Lust auf die Bretagne macht. Und diesen besonderen Landstrich auch Lesern plakativ näherbringt, die noch nie dort waren.

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  2. Nabura
    ·
    23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Drei Tote auf den Glénan-Inseln – Dupin ermittelt wieder, 2. Mai 2013
    Von 
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    (TOP 1000 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Bretonische Brandung: Kommissar Dupins zweiter Fall (Kommissar Dupin ermittelt) (Broschiert)
    In aller Frühe und noch vor seinem dritten café wird Kommissar Dupin zu einem Leichenfund gerufen. Drei Leichen wurden am Stand einer Glénan-Insel gefunden. Die idyllische Inselgruppe liegt vor der Corcarneau im Meer. Das bedeutet für Dupin: Er muss auf ein wankendes Boot steigen. Und durch das kniehohe Wasser zur Insel waten. Für Dupin ein ganz und gar grauenhafter Start in den Tag. Zum Glück gibt es auch auf den Inseln ein kleines Restaurant, in dem er bei einem weiteren café mit den Ermittlungen beginnt. Wer waren die Toten? Wer hat sie zuletzt gesehen? Handelt es sich um einen Unfall oder einen Mordfall? Mit der Unterstützung seiner Inspektoren beginnt Dupin, den Geschehnissen auf den Grund zu gehen.

    „Bretonische Brandung“ ist der zweite Fall für Kommissar Dupin nach „Bretonische Verhältnisse“, das im letzten Jahr erschien. Zeitlich sind seit dem ersten Fall einige Monate vergangen. Obwohl es ein Wiedersehen mit den aus Band eins bekannten Polizeimitarbeitern gibt, wird über die Handlung des ersten Buches nichts verraten, sodass interessierte Leser auch mit „Bretonische Brandung“ einsteigen können.

    Kommissar Dupin hat von seiner eigenwilligen Kratzbürstigkeit nichts eingebüßt. Sein Charakter und Verhalten konnten mich stetig zum Schmunzeln bringen. Mit seiner unverwechselbaren Art konnte er mich innerhalb weniger Seiten wieder ganz für sich einnehmen – man kann einfach nicht anders, als mit ihm mitzufühlen und gleichzeitig über sein Verhalten immer wieder den Kopf zu schütteln. Auch die aus „Bretonische Verhältnisse“ bekannten Inspektoren sowie seine treue Assistentin Nolwenn sind wieder mit von der Partie und sorgen für unterhaltsame und – in Bezug auf die Ermittlungen – aufschlussreiche Interaktionen.

    Die Ermittlungen gestalten sich als vielschichtig, raffiniert und gut durchdacht. „Bretonische Brandung“ kommt ohne spektakuläre Zuspitzungen aus, vielmehr überzeugt das Buch mit seinen ruhigen, ausgeklügelten Dialogen in klarer Sprache. Jean-Luc Bannalec versteht es außerdem, verschiedene Spuren auszulegen und den Leser in die Irre zu führen. Die überraschende Auflösung des Falles erfolgt schließlich in ebenso ruhigen und nachdenklich stimmenden Tönen und lässt den Leser ohne weitere Fragen zurück.

    Wen die Bretagne landschaftlich und kulturell interessiert, der wird an diesem Buch seinen Gefallen finden. Die Schauplätze des Buches werden ausführlich und anregend beschrieben und entführen den Leser an die stürmische Küste Frankreichs. Weil Dupin selbst nicht in der Bretagne aufgewachsen ist und so für alle Zeit als „der Neue aus Paris“ gelten wird, wird er von seiner Umgebung immer wieder über Eigenarten, Bräuche und Sprichwörter belehrt. So werden Informationen zu Land und Leuten geschickt mit der Handlung verbunden.

    „Bretonische Verhältnisse“ ist der zweite Fall für Kommissar Dupin, der mir noch besser gefallen hat als der Vorgänger. Mit seinem unverwechselbaren Charakter kann Dupin den Leser für sich einnehmen. Der Verlauf der Ermittlungen konnte mich inhaltlich und sprachlich voll überzeugen. Ich kann diesen Kriminalroman allen Liebhabern der Bretagne und solchen, die es werden wollen, sehr weiterempfehlen!

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  3. Girdin
    ·
    5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Leider nur Mittelmaß, 4. September 2015
    Von 
    Girdin (Erkelenz) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 1000 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Bretonische Brandung: Kommissar Dupins zweiter Fall (Kommissar Dupin ermittelt) (Broschiert)
    In „Bretonische Brandung“, dem zweiten Band der Krimiserie um den bretonischen Kommissar George Dupin, werden auf Le Loc’h, einem Eiland das zu den Glénan-Inseln gehört, nach einem heftigen Sturm drei Leichen angeschwemmt. Zunächst sieht alles danach aus, als ob die anfangs noch nicht identifizierten Männer bei einem Bootsunfall infolge des Unwetters ums Leben gekommen sind. Schließlich stellt sich heraus, dass einer der Toten ein Freund des Präfekten ist und so bekommt die Aufklärung des Vorgangs Priorität. Die folgende Obduktion zeigt zum Leidwesen von Dupin, dass es Mord war. Die Ermittlungen bringen den Kommissar zu unterschiedlichen Mordmotiven, denen er nur mit der Hilfe seiner Assistenten nachkommen kann, zumal er sich hauptsächlich auf den Inseln aufhält.

    Das Buch zeigt, wie bereits der erste Band, die Liebe des Autors zur Bretagne. Da ich das Buch vor Ort in Concarneau gelesen habe, kann ich bestätigen, dass er Land und Leute treffend beschrieben hat. Leider konnte mich die Story nicht fesseln. In Gedanken habe ich Dupin über die Inseln gehen gesehen, während er telefonisch seine Anweisungen erteilte, aber es fehlte mir an Spannung. Auch in Sachen Liebe gibt die Geschichte sehr wenig her. Natürlich ist das Buch ein Kriminalfall, aber etwas mehr Entwicklung hätte ich mir für den Kommissar gewünscht.

    Die Charaktere sind gut beschrieben, jeder mit besonderen Eigenarten. Durch die kurze Aufklärungsdauer des Falls, die Ermittlungen dauern nur drei Tage, haben sie aber keine Zeit sich zu entwickeln. Allerdings erfährt der Leser in Verbindung mit dem Fall Wissenswertes aus der Historie der Glénan-Inseln der letzten 50 Jahre. Aufgrund der fehlenden Spannung bleibt der Krimi für mich leider nur Mittelmaß.

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