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Geschichte

Berliner Brücken

Die Stadt hat mehr davon als Venedig. Sie überspannen kleinere und größere Gewässer, Bahnanlagen und Straßen: die Berliner Brücken. Viele davon haben eine lange Geschichte und zieren das Stadtbild. Man darf nicht in erster Linie an schmucklose Autobahnbrücken denken, die oft unästhetisch in der Landschaft stehen. Der Straßenbau hat in den seltensten Fällen zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen.
Die Vielzahl an Gewässern: Flüssen, Seen und Kanälen ließen sie entstehen, noch lange bevor es Autoverkehr gab: Kleinere und Größere, Eisen oder Steinbrücken – Brücken, die wie Brunnen oder Statuen zu Denkmälern wurden mit kunstvollen Sockeln oder Ziergeländern, mit Laternen und Standbildern schließlich. Durch den Verkehr, der auf ihnen zirkulierte oder unter ihnen durchführte, wurden sie erst lebendig.

…zum Beispiel die Jannnowitzbrücke. Schon im letzten Jahrhundert stiegen hier die Berliner von Straßenbahn und S-Bahn auf den Dampfer um. Der Autoverkehr -damals "Kraftverkehr" genannt- ist fast noch nicht vorhanden. Es gab vor 100 Jahren viel mehr Fußgänger, die über die Brücken zur Arbeit hasteten oder in der Freizeit gemütlich darüberspazierten als heute. Mechanische Verkehrsmittel wir Droschken, Pferdebusse oder -Straßenbahnen überwanden sie gemächlich. Unter ihnen stöhnten derweil die dampfbetriebenen Schiffe . Nicht nur der beginnende Dampfer-Ausflugsverkehr fand auf dem Wasser statt, sondern in viel größeren Umfang der Lastverkehr per Schiff oder Kahn – denn die Straßen waren noch schlecht und die Verkehrsmittel unzureichend.

Berliner Verkehr, insbesondere der Transport von Waren, fand zum größten Teil auf dem Wasser statt. Der Transport schwerer Güter zu Lande war aufwendig und kompliziert. Das Eisenbahn-netz war erst im Entstehen. Die große Anzahl der Schiffe und die zahlreichen Anlegeplätze am Ufer zeugen von der Bedeutung dieses Verkehrszweiges. Die Brücken, unter denen er verlief, gehörten zur Regulierung genauso dazu wie die vielen Schleusen, die wiederum mit Brückenbauten in Verbindung standen. Nicht nur Spree und Havel schlängelten sich durch die Stadt, sondern auch viele Kanäle, die gebaut wurden, um dem steigenden Schiffsverkehr gerecht zu werden. Über diese mussten natürlich wiederum Brücken gebaut werden – und später auch über die dazukommenden Eisenbahnanlagen und Autostraßen.

Es gab unscheinbare und herausragende Brücken. Eine der ältesten und bedeutendsten ist zweifellos die Schlossbrücke. Seit 1823 war sie Bestandteil eines architektonischen Ensembles, welches wegen des abgerissenen Schlosses so nicht mehr vorhanden ist. Aber die von Schinkel entworfene Brücke ziert auch heute noch das Stadtbild mit den Figuren aus weißem Carrara Marmor: Sie wurden von so bedeutenden Meistern wie Schadow und Rauch geschaffen und zeigen Helden der Antike. Die meisten Berliner waren noch zu Fuß unterwegs. Nur die wenigsten konnten sich den Luxus eines eigenen Gefährts leisten.
Die Schlossbrücke ist auch Verkehrsweg, aber in erster Linie Ausblickspunkt auf die Sehenswürdigkeiten: Man sieht auf den Dom. Früher blickte man auch auf das Stadtschloss. Sie lädt nach wie vor ein zum Promenieren und Verweilen.
Ein Kuriosum der Nachkriegszeit: Die im Westberliner Lapidarium befindlichen Figuren wurden erst 1981 an den damaligen Magistrat von Ost-Berlin zurückgegeben. Bis dato waren dort nur die leeren Sockel zu sehen.

Prächtige Geländer und dekorative Laternen schmücken die Weidendammer Brücke. Die zwischen 1895 und 1897 erbaute Brücke in der Nähe des Bahnhofes Friedrichstrasse war auch die erste mit elektrischer Beleuchtung. Ist die Schlossbrücke weitgehend (bis auf die metallenen Geländer) aus Stein, so finden wir hier eine Eisenbrücke. Sie wurde originalgetreu rekonstruiert. Früher rollten hier die mechanischen Pferdebahnen und die ersten Elektrobusse. Nostalgisch wirken heute nur noch die schmiedeeisernen Laternen und Geländer, während …


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