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  1. Gerhard Mersmann
    ·
    16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ein Schattenjournal der amerikanischen Geschichte, 5. Dezember 2015
    Von 
    Gerhard Mersmann (Mannheim) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (VINE®-PRODUKTTESTER)
      
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    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Amerikas ungeschriebene Geschichte: Die Schattenseiten der Weltmacht (Gebundene Ausgabe)
    Es ist schon eigenartig. Während sich die europäische und insbesondere die deutsche Geschichtsschreibung in den letzten Jahren mit einer verstörenden Konsequenz von ihrem eigentlich Auftrag verabschiedet und Kurs auf die ideologische Untermauerung der Gegenwartspolitik kapriziert hat, offenbart sich in den USA eine Tendenz der Revision von dieser Irrfahrt. Dass auch dort ausgerechnet ein Regisseur zusammen mit einem Historiker die Wende deutlich machen, kommt nicht von ungefähr. Oliver Stone, längst bekannt durch Filme, die sich mit der Rolle des Mythos in der Selbstdefinition der zeitgenössischen USA befasste und Peter Kuznick, der für die neuere amerikanische Geschichte einen Lehrstuhl an der American University zu Washington innehat, machten sich daran, ein Werk zu verfassen, das die Diskrepanz und Widersprüchlichkeit des Mythos mit dem machtpolitischen Pragmatismus zum Zentrum hat. Herausgekommen ist ein sachliches, von Fakten durchdrungenes Buch, das handwerklich keine Zweifel lässt und viele Positionen der offiziellen amerikanischen Politik entschlüsselt.

    Amerikas ungeschriebene Geschichte. Die Schattenseiten der Weltmacht ist der Titel dieses Werks, das mit dem Aufbruch der USA zur Weltmacht während des I. Weltkrieges beginnt und im gegenwärtigen Debakel im Nahen Osten, das in alle Zivilisationen zurückwirkt, endet. Es beschreibt die Ablösung der alten Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien durch die junge, dynamische USA, durchleuchtet die entscheidenden Jahre während und nach dem II. Weltkrieg und skizziert die Protagonisten der Politik und ihre Strategien. Roosevelt, Wallace, Truman, Eisenhower, Kennedy, Nixon, Reagan, Clinton, Bush und Obama werden nach ihren jeweiligen Handlungsspielräumen innerhalb einer reserviert staatlichen Struktur und einer immer herrschenden Dominanz des Big Business analysiert. Die Ergebnisse sind bis auf wenige Ausnahmen nicht schmeichelhaft. Zu viele übergriffige Interventionen in allen Teilen der Welt markieren die Kluft, die zwischen der Propaganda des amerikanischen Exzeptionalismus und den immer sehr eindimensionalen Interessen der Wirtschaftsstrategen existiert.

    Die wenigen Augenblicke, in denen die Nation hätte zu sich und ihrem Mythos von Demokratie und Selbstbestimmung führen können, wurden zielstrebig unterlaufen von Machtinstrumenten wie den Geheimen Diensten, die von den Finanzmagnaten personell infiltriert waren. Die politischen Morde im eigenen Land bezogen sich auf die Symbolfiguren des Mythos, die an der Schwelle zu einer Realisierung zum Erliegen kamen. John F. Kennedy und später sein Bruder Bobby sowie Martin Luther King sind die bekanntesten, aber nicht die einzigen traurigen Dokumente dieser Strategie.

    Die Chronologie der heutigen Weltmacht führt demnach von der Rolle eines Hoffnungsträgers nach den verheerenden Kriegen der alten imperialen Mächte zu einer neuen Form des Imperialismus, der teilt und herrscht, der interveniert, der Bündnisse schmiedet, die hinterher selbst zu gefährlichen Bedrohungen auswachsen und in erneuten destruktiven Eskalationen enden. Auch Obama, das vorerst letzte Kapitel, hat den Kampf im eigenen Land verloren. Wenn seine Amtszeit zu Ende geht, bleibt das, was er zu Beginn verändern wollte. Die USA stehen da als ein von partikularen Interessen geleiteter Kriegstreiber, der sich weiter und weiter strategisch überdehnt und damit zunehmend gefährlicher für den Weltfrieden wird.

    Trotz des Faktenreichtums ist Amerikas ungeschriebene Geschichte ein sehr gut lesbares Kompendium und ein Dokument von Geschichtsschreibung, die ihren Namen verdient hat. Die Autoren vereinfachen nicht und sind dennoch in der Lage, komplexe Interessenlagen zu illustrieren. Wer sich mit der Rolle der USA als einer Regiekraft des Weltgeschehens kritisch befassen will, der sollte Amerikas ungeschriebene Geschichte unbedingt gelesen haben.

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  2. John-Louis Pastor
    ·
    5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Das sollten vor allem unsere Politiker lesen, 5. Januar 2016
    Von 
    John-Louis Pastor – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Amerikas ungeschriebene Geschichte: Die Schattenseiten der Weltmacht (Gebundene Ausgabe)
    Die von der Regierung gefördete unkritische Betrachtung der US – Politik wird unsere Welt noch zerstören. Die US Waffenhersteller werden weiter für Unruhe in der Welt sorgen, wenn nicht endlich die Russen und Chinesen gemeinsam den Waffen strotzenden "Polizisten" in die Achranken zu verweisen.
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  3. Makro
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Gelungener Überblick über die Ereignisse in den USA, made by Oliver Stone, 12. Juni 2016
    Von 
    Makro – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Amerikas ungeschriebene Geschichte: Die Schattenseiten der Weltmacht (Gebundene Ausgabe)
    lch finde das Buch wirklich gut. Es ist interessant und verständlich geschrieben. Man bekommt richtig Lust, sich mehr zu informieren und weiter zu recherchieren. Das einzige Manko ist meiner Meinung nach, dass die Geschichte sich an manchen Stellen nur an der Oberfläche bewegt, an anderen Stellen hätte ich mir mehr Informationen gewünscht.
    Ein wichtiger Schritt zur Revision der „Geschichte“. Lesen!
    Leider haben die Autoren nicht immer sehr „sauber“ und tiefgründig gearbeitet, sich manche Ungenauigkeiten erlaubt oder Ereignisse vergessen zu erwähnen (Z. B auf Seite 60 Rumänien, Ungarn, Jugoslawien erwähnt, aber Bulgarien und Griechenland vergessen.)
    Seite 65: Hitler wollte slawische Völker eliminieren, aber war im Bündnis mit einem ("unreinen und minderwertigen") Slawenvolk.
    Seite 108: Roosevelt sei an Kinderlähmung erkrankt – in Wahrheit war er nach aktuellen Erkenntnissen an einer Nervenkrankheit namens Guillan-Barré-Syndrom erkrankt, die zu Lähmungen führen kann – so auch bei Roosevelt.
    Oliver Stone und sein Co-Autor neigen leider zu starken Verallgemeinerungen und Vereinfachungen, was leider durchaus typisch für die Literatur aus den USA ist.
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