3 Kommentare

  1. parden
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Bittersüße Gangsterkomödie…, 31. Oktober 2014
    Von 
    parden – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Am Ende des Tunnels: Der Roman zum Steglitz-Coup (Kindle Edition)
    Mein Interesse an dem Buch war geweckt, als ich las, dass dieses Buch auf einem wahrhaftigen Tunnel-Bankraub beruht, der sich in den Jahren 2012 und 2013 in Berlin-Steglitz ereignete. Ein 40 Meter langer Bankraub-Tunnel blieb unerklärlicherweise über ein Jahr lang völlig unentdeckt. 10 Millionen Euro Beute sind bis heute verschollen, von den Tätern fehlt jede Spur.
    Wie würde ein fiktiver Roman über dieses Verbrechen wohl aussehen?

    Tobias Klatt wählt keine Helden, die sich zu dem Bankraub entschließen. Ganz im Gegenteil. Gestrandete, Verlierer, Randfiguren der Gesellschaft sind es, die hier im Zentrum des Geschehens stehen. Erzählt wird aus der Perspektive von Frank, gescheitert als Selbständiger im Gewürzhandel, nun Flaschen sammelnd, um einen kleinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er trifft am Hauptbahnhof in Berlin zufällig auf Ben, einen volltrunkenen Amerikaner mit Weltschmerz. Später stößt noch Mozdeh hinzu, ein von Skinheads überfallener Iraner, den Frank nach dem Überfall verarztet.
    Ohne dass Frank wirklich weiß wie ihm geschieht, wird aus einer Unterhaltung über die Ungerechtigkeit der Welt plötzlich etwas anderes…

    Weil wir nichts haben. Kein Geld, keine Freiheit, keine Perspektive.

    Freiheit scheint den Dreien das höchste aller Güter, wobei jeder der drei etwas anderes darunter versteht. Einig ist man sich jedoch darüber, dass man in jedem Fall Geld benötigt, um die Pläne von der Freiheit zu verwirklichen. Und schnell kommt man auch darauf, dass das Geld wohl am wahrscheinlichsten in einer Bank zu finden ist.
    Ben, am ehesten ein Mann der schnellen Entschlüsse, weiß auch gleich, welche Bank dafür in Frage kommt. Die Frage nach dem ‚wie‘ bereitet noch kurz Kopfzerbrechen, bis die wahnwitzige Idee eines Tunnels auftaucht. Als die drei die Ortschaft erkunden wird klar, dass der Tunnel tatsächlich kein Hirngespinst bleiben muss, und so begeben sich die Freihentsstrebenden an die Umsetzung ihrer Pläne. Drei Hobbystrategen und später noch ein irrer Obdachloser – kann das nicht nur im Chaos enden? Frank hat da so seine Zweifel.

    Einfacher wird das ganze auch nicht, als plötzlich Skrupel auftauchen, weil eine hübsche Bankangestellte ins Spiel kommt, oder als sie es unerwartet mit Subjekten der polnischen Mafia zu tun bekommen. Selbst in den eigenen Reihen bleibt es kompliziert, denn immer wieder ist es Mozdeh, der sensible Iraner, den moralische Bedenken plagen…

    ‚Wir können das nicht machen‘, sagte er leise (…) ‚Sie glauben an uns. Sie vertrauen uns. Sie geben uns eine Perspektive. Und wir betrügen die letzten Menschen, die nicht nur an sich, sondern auch an etwas Größeres glauben.‘

    Die Katastrophen häufen sich, der Druck wird immer größer, ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Aussichtslos?

    Sehr gespannt war ich darauf, wie diese Geschichte letztlich ausgehen würde. Immer wieder musste ich lachen oder auch den Kopf schütteln angesichts des plumpen Vorgehens der drei oder auch der Hindernisse, die sich ihnen unerwartet in den Weg stellten. Ganz klar eine Gangsterkomödie mit durchaus sympathischen Antihelden, dabei immer wieder kleine Gedankenanstöße beinhaltend bezüglich Wertvorstellungen, Sinnfragen und moralischen Einwänden. Die Balance zwischen ‚komisch‘ einerseits und ’nachdenklich‘ andererseits ist für mich gelungen.
    Das Ende: durchaus überraschend, besonders die Entscheidung Franks. Letztlich hat er genau sein Fazit aus den Geschehnissen gezogen…

    Der Schreibstil ist flüssig, das ganze flott zu lesen und der Spaß steht hier ganz klar im Vordergrund, weniger die Spannung. Zeitweise hatte ich richtige Bilder vor Augen, so anschaulich waren die Szenen beschrieben.
    Insgesamt ein durchaus empfehlenswertes Lesevergnügen, aufgrund der geringen Seitenzahl ideal für Zwischendurch.

    © Parden

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  2. Corinna
    ·
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    3 Männer planen Banküberfall in Berlin, 6. Mai 2014
    Von 
    Corinna (Braunschweig) – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Am Ende des Tunnels: Der Roman zum Steglitz-Coup (Kindle Edition)
    Ein Berliner, ein Amerikaner und ein Iraner treffen mehr oder weniger zufällig aufeinander und wollen ihr altes Leben hinter sich lassen. Dazu brauchen allerdings ein Startkapital – und da hat der Ami die passende Idee: Er wüsste genau, wie man eine bestimmte Berliner Bankfiliale knacken könnte. Die anderen beiden sind zunächst skeptisch, doch sie lassen sich überzeugen. Zu groß ist der Traum von Freiheit.

    Trotz aller Gegensätzlichkeiten stellen sie sich gemeinsam den Schwierigkeiten und Rückschlägen, die so ein Bankraub mit sich bringt.

    Eine spannende Gangster-Komödie und schlagfertigen Dialogen, die zum Nachdenken anregen.

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  3. ebook reader
    ·
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Okay, auch wenn vorhersehbar, aber kein Top Buch, 19. August 2014
    Von 
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    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Am Ende des Tunnels: Der Roman zum Steglitz-Coup (Kindle Edition)
    Vielen ist die Sache mit dem Tunnel noch im Gedächtnis.
    Und gerade weil diese Idee so klasse war, wurde ich auch dieses ebook neugierig.

    Es lässt sich gut lesen und man versteht es auch wirklich lücklos.
    Aber von der großen Spannung habe ich jetzt nicht wirklich viel gemerkt.

    Okay, der Höhepunkt, ob sie es schaffen,oder nicht, der bleibt natürlich!
    Wen der Ablauf und die Planung dieser Aktion interessiert, der sollte dieses Buch lesen.

    Wer aber Spannung, falsche Spuren und Taktik sucht,
    der sollte sich was andres suchen :o)

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