Kommentare

3 Kommentare

  1. R Opelt
    ·
    10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ein bibliophiles Meisterwerk…, 18. Oktober 2016
    Von 
    R Opelt (Salzburg) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Abenteuer Archäologie: Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte (Gebundene Ausgabe)

    …legt hier der Prähistoriker Hermann Parzinger vor. Ähnlich wie in den "Kindern des Prometheus" spricht da einer, der sein Handwerk versteht und sich durch einen umfassenden Überblick über die vielen archäologischen Fakten auszeichnet. Wenn der Mitrezensent das Buch als oberflächlich bezeichnet, so trifft er nicht den Punkt. Vielmehr ist es eine Kunst, die Fülle der Daten so zu präsentieren, dass jeder den Verlauf der Menschheitsgeschichte versteht und dabei noch auf den neuesten Stand der Wissenschaft gelangt. Überdies hat der C.H.Beck Verlag sein ganzes Geschick darauf verwendet, ein wunderschönes Buch zu gestalten: wunderschöne Fotografien, Zeichungen, Leineneinband und bestes Papier machen das Buch nicht nur zu einem geistigen, sondern auch zu einem haptischen Erlebnis.
    Parzinger beginnt mit der Geschichte der Archäologie seit Winkelmann und Schliemann und meint, dass diese als einzige Geisteswissenschaft sich mit allen Naturwissenschaften verbindet, deren Erkenntnisse (Radiokarbonmethode, Dendrochonologie, Eisbohrkerne, Klimaforschung) nutzt, aber auch auf die Erdkunde zurückwirkt, weil menschliche Artefakte wie Schlüsselfossilien den Klimawandel belegen (So war der Aralsee bereits im Mittelalter weitgehend ausgetrocknet, weil auf seinem Seeboden menschliche Siedlungsreste gefunden werden.)
    Der Autor fährt fort mit der Entwicklung des Menschen und zeichnet die Stammeslinie von Sahelanthropus, Australopithecus, über Homo rudolfensis, erectus, antecessor, heidelbergensis bis zum Neanderthaler und Homo sapiens. Er schildert das gesicherte Wissen: Die Ausbreitung der Savanne bringt Australopithecus zum aufrechten Gang, Homo habilis wird Aasfresser und verwendet Werkzeuge zum Knochenbrechen, Homo erectus entwickelt den Speer und die Treibjagd, breitet sich nach Europa und Asien aus. Homo sapiens macht sich über Arabien in den mittleren Osten auf, vermischt sich dort mit Neanderthalern, erreicht vor 50000 Jahren Australien und rottet dort in kurzer Zeit die Megafauna aus, u.a. durch Brandrodung. Der Neanderthaler kennt bereits Bestattungen und Sprache. Die Speere von Homo heidelbergensis gleichen schon vor 300000 Jahren modernen Sportspeeren in Effizienz und Flugeigenschaften, in der Jungsteinzeit wird die Speerschleuder zu einer präzisen Waffe mit größter Wucht, vor 12000 Jahren gibt es Pfeil und Bogen. Vor 35000 Jahren wandert Homo sapiens nach Europa ein, beeindruckt durch seine realistischen Höhlenmalereien, die auf Kultplätze hindeuten sowie durch weibliche Fruchtbarkeitsstatuen. Im Mesolithikum ernährten sich die Europäer neben Fleisch vor allem von Haselnüssen (Haselnusszeit)
    In Göbleki Tepe vollzieht sich der Übergang zur Sesshaftigkeit, zu Ackerbau und Viehzucht, zu Bevölkerungswachstum aber auch zu geringerer Lebenserwartung auf Grund einseitiger Ernährung und Krankheiten durch Tierviren. Spekulationen wie das Bier als Wurzel des Ackerbaus und die Umdeutung der Tempelsäulen als profane Dachträger weist Parzinger als unbewiesen zurück.
    In Catal Höyük lebten bereits 7500 v Chr. 6000 Menschen in zweistöckigen Lehmhäusern. Die Bandkeramiker brachten den Ackerbau nach Mitteleuropa und verdrängten die dortige Jägerbevölkerung, was durch die Mitochondrien-DNA belegt ist. Sie bauten erste Brunnen und wohnten in Langhäusern oder in Pfahlbauten am Rande von Gewässern. 4500 begannen die Menschen in Südosteuropa, Kupfer und Gold zu verhütten. Der Handel mit diesen Gütern führte zu ersten Führungsstrukturen in einer sonst noch egalitären Gesellschaft.
    Um 3500 wurden erste Zugtiere vor Pflüge gespannt, gab es erste Wagen mit Scheibenrädern, und erste Bohlenwege.
    Im fruchtbaren Halbmond erzwingt die Ausbreitung der Wüsten die Besiedelung des Zweistromlandes. Tonstempel sprechen für individuelles Eigentum, 6000 v Chr wird die künstliche Bewässerung erfunden. Eridu ist die erste Stadt, im 4. Jtsd folgt Uruk (Töpferscheibe, Paläste, erstes Zikkurat)
    Ägypten übernahm um 3000 v Chr. die Erfindungen Mesopotamiens, profitierte aber auch von der Zuwanderung von Viehhirten aus der austrocknenden Sahara (dort war das Rind schon um 8000 v Chr domestiziert worden.) 3150 v Chr vereinigte die Dynastie von Abydos Ober- u Unterägypten, kannte schon die Hieroglyphenschrift.
    Minoer und Mykener bildeten die erste Hochkultur Europas, deren Handelsbeziehungen bis in den süddeutschen Raum nachgewiesen sind, wo erstmals Burgen wie in Bernsdorf errichtet wurden. Den Seevölkersturm um 1200 v Chr deutet Parzinger als Zusammenbruch der bronzezeitlichen Reiche durch Hunger, Misswirtschaft und Aufstände. Gleichzeitig kam es auch in Mitteleuropa zu vielen gewaltsamen Auseinandersetzungen,…

    Weitere Informationen

    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

  2. Openuser
    ·
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Werbeschrift für Archäologie, 30. Oktober 2016
    Von 
    Openuser – Alle meine Rezensionen ansehen

    Rezension bezieht sich auf: Abenteuer Archäologie: Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte (Gebundene Ausgabe)
    Der Beck Verlag hat das Buch sehr gut ausgestattet, es ist solide gebunden, hochwertiges Papier, tolle Fotos, Karten, und Grafiken.
    Parzinger’s Buch "Kinder des Prometheus" war mir zu tiefschürfend und langatmig. Das vorliegende Buch verstehe ich als eine Werbung für die Archäologie, nicht mehr und nicht weniger. Parzinger hastet in 12 Kapitel durch die Geschichte der Archäologie und die Geschichte der Menschheit. Dabei können auf die einzelnen Themen nur ein paar Schlaglichter fallen. Beispielsweise für die Völkerwanderung 2 Seiten Text und eine Karte. Das befriedigt nicht wirklich. Also muss man bei Interesse weitere Bücher hinzuziehen. Leider ist das Literaturverzeichnis nicht sehr hilfreich, die meisten aufgeführten Bücher sind vor 2005 geschrieben worden, aktuelle Bücher werden selten empfohlen. Und ich vermisse auf jeden Fall den Hinweis auf Standardwerke. Zur Völkerwanderung gab es in den letzten Jahren einige sehr interessante Publikationen, die aber bei Parzinger nicht aufgeführt sind.
    Ich denke, das Buch ist hervorragend dazu geeignet, es Jugendlichen zu schenken in der Hoffnung, dass es als Appetithäppchen Lust auf mehr Archäologie und Geschichte macht. Aber wer sich damit z.B. auf einen Museumsbesuch vorbereiten möchte wird feststellen, dass es dafür nicht ausreicht.
    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

  3. Uwe Faust
    ·
    3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    beschreibendes Überblickswerk, 4. Oktober 2016
    Von 
    Uwe Faust – Alle meine Rezensionen ansehen

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Abenteuer Archäologie: Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte (Gebundene Ausgabe)
    gefälliger Schnellritt durch die Phasen der Archäologie von der Prähistorie bis zur Gegenwart – leicht zu lesen, verweilt an der Oberfläche, wenig Methodik moderner archäologischer Verfahren
    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

    Missbrauch melden
    | Kommentar als Link

    Kommentar Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

doFollow