Google’s Wetterbox verursacht ~30% weniger Klicks

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Nun gibt es die Google Wetter-One-Box schon seit gut einem Jahr und verursacht ob ihrer abnormal-dominanten Erscheinung erhebliche Traffic- u. Umsatzeinbrüche bei den Online-Wetterdiensten. Das Ganze ist gegenüber den Wetterseiten zwar ungemein dreist indes legal, denn eine Klage des berliner Verbandes Deutscher Wetterdienstleister e.V. (VDW) wurde abgewiesen. Dreist deshalb, weil Google keine subtilen Zusatzinformationen bereitstellt -um Interesse beim Besucher für eine Seite innerhalb der Serps zu wecken- wie es in anderen One-Boxen der Fall ist, sondern die gesuchte Informationen schon vorab zeigt und damit den Service der Wetterseiten nahezu vollständigt ersetzt. Dieses Serpselement noch dazu in diesem Themenumfeld beeinflusst das Nutzer-Suchverhalten ganz besonders fatal, denn der spezielle Fall des Wetters, bei dem es vornehmlich um feste Zahlen geht, lässt den Wetterportalen ja kaum eine Chance sich gegen Googles Wetterbox zu behaupten – betrachten wir zum Beispiel die aktuelle Temperatur in Barcelona, so zeigt mir die Wetterbox von Google derzeit 17 Grad an und die Werte anderer Wetterdienste schwankt nur zwischen +/- 2 Grad, es herrscht quasi Übereinstimmung bei den Angaben oder anders ausgedrückt: die Informationen der Wetterdienste decken sich mit denen der Google One-Box nahezu vollständig und jeglicher Informationsgehalt geht dabei natürlich abhanden. Ein Nutzer, der bereits weiß wie viel Grad aktuell in Barcelona herrschen, verliert den Anreiz noch weitere Seiten mit ähnlichen Wetterdaten aufzurufen und falls er dies doch beschließt, so wird er/sie sich dann dabei auch höchstwahrscheinlich ganz anders verhalten als Jemand dem diese Info noch fehlt. Hinzu kommt, dass die Wetterbox sage und schreibe 580 x 466 Pixel misst (s. Bild unten) und dadurch einen Serps-Bereich bedeckt, auf dem normalerweise knapp 4 Suchergebnisse Platz gefunden hätten. Schätzungen einer Studie zur Serps-Klickrate gehen davon aus, dass die 1. Position in Google 36.4% aller Klicks erhält und der 5. Platz nur noch 6.1%. Die Wetterbox ruft bei der 1. Position aufgrund der reduzierten Sichtbarkeit somit einen Trafficverlust von ~30% hervor. Es muss dabei betont werden, dass die Wetterbox den Wetterseiten vermutlich wesentlich mehr Klicks kosten wird, da es zum Einen beim Wetter -wie gesagt- um feste Zahlenwerte geht und zum Anderen die Analyse zum Klickverhalten der Google-Nutzer ohnehin eine komplizierte Angelegenheit darstellt.

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Autor: Martin Osman Hamann »

Martin Osman Hamann bloggt hier schon seit 2009 und es ist immer noch so aufregend wie am Ersten Tag. Was wahrscheinlich daher rührt weil er bisher nur 1 Artikel oder so veröffentlicht hat :)

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2 Kommentare

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  1. Nicht nur in diesem Bereich des Internets breitet sich der Suchmaschinenbetreiber immer weiter aus. Eines fernen Tages wird es kommen, wie es damals schon AT&T ergangen ist. Hoffentlich.

  2. Mir ist diese Box einfach noch nie aufgefallen?!

    Ich persönlich sehe Google schon kaum noch als Suchmaschine an. Es wird ja wirklich nur noch selten auf andere Websites in den oberen Bereichen verwiesen. Will man etwas über eine persönlichkeit wissen, spuckt Google sofort alle Infos aus, sodass andere Seiten mehr oder weniger nutzlos werden.

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